Soll ein Tierausbeuter den Goldenen Blogger Award bekommen?

Der Goldene Blogger Award hat einen Schweinemäster als besten Berufsbotschafter nominiert. Tierquälerei hat jedoch keinen Award verdient!

Symbolbild

26. Apr 2021

Am 26. April 2021 wird der Goldene Blogger Award verliehen. Nominiert ist auch ein Vertreter der Tierindustrie. Findet ihr es zeitgemäß, wenn ein Schweinemäster gerade in Zeiten von Klimaerwärmung und fortschreitender Ressourcenknappheit für einen Award als bester Berufsbotschafter auf den sozialen Medien nominiert wird?

Wir von PETA ZWEI sind der Meinung: NEIN, denn Tierquälerei sollte niemals mit Preisen ausgezeichnet werden!

Goldener Blogger Award nominiert Schweinemäster

Aber erst mal von vorne: Einmal pro Jahr vergeben die Goldenen Blogger einen Preis an Blogger, Podcaster und insgesamt an alle Arten von Influencern, die mit ihren Social Media-Kanälen hervorstechen. Das Besondere an diesem Preis: Er umfasst mehrere Bereiche, was ganz interessante Kategorien zu Tage gebracht hat. So ist beispielsweise Angela Merkel als „Beste Bloggerin ohne Blog“ nominiert, Kai Pflaume für seinen Youtube-Kanal „Ehrenpflaume“ und die Feministin Vica Reich neben anderen für den besten TikTok-Kanal. Sonderpreise stehen auch bereits fest, sie gehen zum Beispiel an das Coronavirus-Update des NDR mit den Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek. Auch die Wissenschaftsjournalistin Mai Nguyen-Kim erhält von den Goldenen Bloggern einen Sonderpreis für die Leistung, die sie auf ihrem Youtube-Kanal „Mailab“ abliefert.

Alles sinnvolle und berechtigte Nominierungen – so weit, so gut. Jetzt wird es aber problematisch: Ebenfalls nominiert – und zwar in der Kategorie bester Berufsbotschafter – sind auch die Kanäle des „Bocholter Landschweins“ rund um Landwirt und Schweinemäster Dirk Nienhaus. [1]

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Award an Tierausbeuter okay? Denkt nochmal nach!

Ist es wirklich okay, einem Vertreter einer Industrie, die tagtäglich rund 27 Millionen Schweine allein in Deutschland [2] für den Profit ausbeutet, einen Award dafür zu verleihen, diesen Missstand anzupreisen und somit Werbung dafür zu machen? Nein, ist es nicht, denn Tiere sind keine Ware. Sensible Schweine wollen genauso wie andere Tiere für ihr Fleisch weder unter den Folgen der Qualzucht leiden noch in Schlachthäusern mit teils unzureichender Betäubung getötet werden. Qualvolle Todeskämpfe sind kein Einzelfall, sondern der Alltag von Lebewesen wie Schweinen, Kühen und Hühnern in der Tierindustrie – auch in Biobetrieben. [3]

Seien wir ehrlich: Wir würden nicht wollen, dass uns jemand dazu zwingt, immer mehr Kinder auf die Welt zu bringen und sie nicht einmal aufziehen zu können. Denn man würde sie uns sowieso wieder wegnehmen, um sie für einen flüchtigen Moment des Genusses zu töten. Tiere allein für den Zweck zu züchten, um sie zu töten, kann niemals normal oder okay sein und sollte der Öffentlichkeit ebenfalls niemals als „normal“ verkauft werden.

Sich gesund vegan ernähren ist super einfach

Pflanzliche Lebensmittel versorgen uns bei einer ausgewogenen Ernährung mit allen notwendigen Proteinen und Nährstoffen [4] und haben deutliche gesundheitliche Vorteile, während der unnatürliche Konsum von (meistens auch noch stark verarbeitetem) Fleisch das Gesundheitsrisiko deutlich erhöhen kann, beispielsweise an Krebs zu erkranken. [5]

Vegan leben schont Ressourcen und das Klima

Wer sich vegan ernährt, rettet nicht nur Tierleben, sondern belastet außerdem die Umwelt deutlich weniger. Allein die Aufzucht der Tiere in der Tierindustrie verschlingt gigantische Mengen an Ressourcen. Um 100 Gramm Rindfleisch herzustellen, werden 1.500 Liter Wasser benötigt. [6] Um die Tiere auf ein bestimmtes Gewicht zu bringen, sind Unmengen an Futtermitteln notwendig: Um ein Schwein in kürzester Zeit auf das Zielgewicht zu mästen, erhält es in der Tierindustrie durchschnittlich 250 Kilogramm Kraftfutter pro Halbjahr [6] – dann wird das Tier als Nummer qualvoll im Schlachthaus getötet. Das Kraftfutter besteht zu großen Teilen aus Soja: Rund 75 Prozent des weltweit angebauten Sojas werden zu Schrot und damit zu Tierfutter in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie verarbeitet. [6]

Um so viel Getreide für die Tierindustrie anzubauen, sind unverhältnismäßig große Anbauflächen weltweit notwendig. Zum Vergleich: Vom weltweit angebauten Soja essen wir gerade einmal sechs Prozent. Und weil wir in Deutschland gar nicht erst genug Fläche haben, um so viel Getreide und Soja für Tierfutter für die Tierindustrie anzubauen, werden jährlich 3,99 Millionen Tonnen Soja aus dem Ausland, z. B. aus Brasilien gekauft und hierher verschifft. [7] In Brasilien wiederum wird der Regenwald abgeholzt und abgebrannt, um noch mehr Soja anzubauen - und das nicht, um daraus tierleidfreie Fleischersatzprodukte herzustellen. Denn das Soja wird als Schrot an Kühe, Hühner und Schweine (wie in besagten Mastbetrieben) verfüttert, um am Ende ein winziges, klimaschädliches Stück Fleisch auf dem Teller zu haben. Falls das noch nicht reicht: In Deutschland stammen 62 Prozent der gesamten Methanemissionen aus der Landwirtschaft. [8]

Das könnt ihr gegen Tierausbeutung tun!

Werdet noch heute vegan und rettet damit nicht nur Tierleben, sondern schützt und erhaltet damit auch das Klima! Wir unterstützen euch dabei: Ladet euch jetzt unsere Veganstart-App herunter und bekommt 30 Tage Unterstützung bei eurem Umstieg ins vegane Leben!

[1] Die Goldenen Blogger (15.03.2021): Das sind die Nominierten für die Goldenen Blogger 2021, https://die-goldenen-blogger.de/neuigkeiten/das-sind-die-nominierten-fuer-die-goldenen-blogger-2021_57762.html, (eingesehen am 23.04.2021)

[2] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021): Tierhaltung, https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/, (eingesehen am 09.04.2021)

[3] Stern (08.11.2018): Verstörende Aufnahmen: Rinder bluten bei lebendigem Leib aus und sterben qualvoll, https://www.stern.de/genuss/essen/schlachtbetrieb--verstoerende-aufnahmen---rinder-sterben-qualvoll-8438178.html, (eingesehen am 09.04.2021)

[4] Melina, V., Craig, W. & Levin, S. (2016): Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, https://jandonline.org/article/S2212-2672(16)31192-3/fulltext (eingesehen am 23.04.2021)

[5] Ärzteblatt (26.10.2015): WHO-Behörde stuft rotes Fleisch und Wurst als krebserregend ein, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64572/WHO-Behoerde-stuft-rotes-Fleisch-und-Wurst-als-krebserregend-ein, (eingesehen am 23.04.2021)

[5] Umweltbundesamt (2019): Die Zukunft im Blick: Fleisch der Zukunft. Trendbericht zur Abschätzung der Umweltwirkungen von pflanzlichen Fleischersatzprodukten, essbaren Insekten und In-vitro-Fleisch, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-06-25_trendanalyse_fleisch-der-zukunft_web_bf.pdf, (eingesehen am 16.02.2021)

[6] Statista (07.2020): Importmenge von Sojabohnen nach Deutschland in den Jahren 2008 bis 2019, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1139068/umfrage/importmenge-von-sojabohnen-nach-deutschland-seit-2008/, (eingesehen am 23.04.2021)

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht.
Go Vegan!

6 Dinge, die wir aus der Doku „Seaspiracy“ lernen können

Die Netflix-Doku Seaspiracy zeigt die erschreckenden Folgen der Fischerei auf unsere Weltmeere und gibt eine düstere Prognose. Jetzt lesen!

© youtube.com / Netflix

26. Apr 2021

Die neue Netflix-Doku Seaspiracy [1] zeigt eindrücklich, welche krassen Auswirkungen die weltweite Nachfrage nach Fisch hat. Der Film macht deutlich, wie sich die kommerzielle Fischerei auf unsere Ozeane und das Leben in den Meeren auswirkt. Um aufzuzeigen, was passiert, wenn der Fischkonsum nicht eingeschränkt wird, hat Regisseur Ali Tabrizi mit dem Team zusammengearbeitet, von dem auch Cowspiracy stammt. Seaspiracy geht unter die Oberfläche, um die Grausamkeiten der globalen Fischereiindustrie zu enthüllen – hier sind die wichtigsten Fakten aufgelistet.

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1. Fische haben Gefühle

Fische sind Lebewesen, die Angst und Schmerz empfinden können – ähnlich wie andere Tiere oder wir Menschen. Wie alle Lebewesen möchten Fische ein unversehrtes, selbstbestimmtes Leben führen. Untereinander kommunizieren Fische auf sehr komplexe, unterschiedliche Weisen – Heringe zum Beispiel geben einander Informationen weiter, indem sie furzen. Dabei pressen die Meeresbewohner Luft aus ihrer Schwimmblase in den Analtrakt und erzeugen damit pulsierende Töne. [2]

Wenn also riesige, teilweise kilometerlange kommerzielle Fischernetze die Tiere aus ihrem Zuhause reißen, kommt es vor, dass ihnen die Augen aus dem Kopf quellen. Viele Fische werden brutal mit ihren empfindlichen Schuppen über den Meeresboden geschleift, bevor sie plötzlich und viel zu schnell aus dem Wasser gezogen werden. Dabei reißt bei Fischen häufig ihre Schwimmblase und ihre Mägen quellen aus ihrem Mund. Die Fische, die diesen Vorgang überleben, schneiden Fischer häufig in Stücke, lassen sie verbluten oder werfen sie auf Eis, wo sie erfrieren oder langsam ersticken. Genauso wenig wie wir Menschen möchten auch Fische nicht getreten, geworfen, auf einem Schneidebrett zerhackt werden oder ersticken.

2. Es gibt keinen „nachhaltigen“ Fischfang

Einige Unternehmen kennzeichnen ihre Fischprodukte mit irreführenden Labels, die Konsumenten vorgaukeln, dass einige Fischarten „nachhaltig“ gefangen und getötet werden könnten. Als Beispiel kann die die schottische Lachsfarm-Industrie genannt werden, die jedes Jahr so viel Abfälle produziert wie die gesamte schottische Bevölkerung – und trotzdem wirbt die Industrie mit „nachhaltig produziertem“ Fisch.

Der kommerzielle Fischfang ist sogar noch umweltschädlicher als Ölverschmutzungen: Die Fischerei hat an einem Tag mehr Tiere vernichtet als die Ölpest im Golf von Mexiko in mehreren Monaten.

Die verschiedenen Meeresschutzgruppen konnten sich bisher nicht einmal auf eine einheitliche Definition des Begriffs „nachhaltig“ einigen – somit sind die verschiedenen „Nachhaltigkeit“-Labels so gut wie bedeutungslos. Die nachhaltig und moralisch beste Entscheidung ist es, die Fische leben zu lassen.

3. Wenn die Nachfrage nach Fisch nicht sinkt, werden die Ozeane in 30 Jahren so gut wie leer sein

Wenn nicht sofort ein Wandel in unserem Denken und Handeln stattfindet, werden die Weltmeere in den nächsten Jahrzehnten überfischt und die Artenvielfalt extrem reduziert sein. Die Fischindustrie ist jährlich für den Tod von geschätzten 2,3 Billionen Fischen [3] verantwortlich. Fische sind auch wichtig für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts der Ozeane, ohne sie würden andere Tiere – darunter Korallen, Wale, Delfine und Seevögel – sterben oder verhungern. Wir müssen also endlich aufhören, die gierige und grausame Fischindustrie zu unterstützen.

4. Der Streit um Plastikstrohhalme ist nur ein Ablenkungsmanöver

In den vergangenen Jahren konnten traurige Bilder von Meeresschildkröten, denen Strohhalme in den Nasenlöchern und Rachen feststeckten, zunächst unzählige Restaurants dazu bewegen, keine Strohhalme aus Plastik mehr zu verwenden. In der EU sind Plastikstrohhalme und einige andere Einweg-Produkte aus Plastik seit 2021 verboten, um die Ozeane vor der Vermüllung zu schützen. Das ist zwar ein guter Anfang, doch weltweit sterben pro Jahr rund 1.000 Meeresschildkröten durch Plastikstrohhalme – doch allein in den USA fangen, verletzen oder töten Fischereifahrzeuge schätzungsweise 250.000 dieser Tiere. Während Strohhalme nur 0,03 Prozent des Plastikmülls in den Ozeanen ausmachen, besteht der Pazifische Müllstrudel – der sogenannte Great Pacific Garbage Patch – fast zur Hälfte aus Fischernetzen. [4]

5. Die Lüge vom „Dolphin Safe“-Siegel: Auch Delfine sind vor der Fischerei nicht sicher

Auf Thunfischdosen ist immer häufiger das „Dolphin Safe“-Siegel. Konsumenten haben beim Kauf der Produkte dann meist ein beruhigtes Gewissen. Doch dieses und ähnliche Label sind bedeutungslos: Jedes Jahr werden 300.000 Delfine und Wale getötet, nachdem sie sich in Fischernetzen verfangen haben. Weil zahlreiche besonders nachgefragte Fischarten extrem überfischt sind, töten Fischer in einigen Gebieten routinemäßig Delfine, weil sie sie als Konkurrenz betrachten. Ein „delfinsicheres“ Fischereifahrzeug hat beispielsweise 45 Delfine brutal getötet, um acht Thunfische zu fangen. Außerdem sind Thunfische und andere Meerestiere nicht weniger wert als Delfine und verdienen ebenfalls ein unversehrtes Leben und Schutz vor der Fischerei.

6. Es gibt keine guten Gründe, Fische zu essen

Fischkonsum schadet Meerestieren, der Umwelt und der Gesundheit! Fischfleisch ist oft mit Schwermetallen, Mikroplastik und weiteren Schadstoffen belastet. Selbst die in Fischfleisch enthaltenen wichtigen Omega-3-Fettsäuren nehmen die Fische über ihre Nahrung – über Algen – auf. Wie Fische können auch wir diese gesunden Fette tierfreundlich – ohne für den Tod von Leben verantwortlich zu sein – aufnehmen, indem wir zum Beispiel Algenölpräparate oder mit Algen angereicherte Produkte essen.

Das sagt der Regisseur von Seaspiracy

„Das Beste, was ich jeden einzelnen Tag tun kann, um den Ozean und seine Bewohner zu schützen, ist, sie einfach nicht zu essen.“ [1] – Ali Tabrizi, Regisseur von Seaspiracy

So könnt ihr die Meere und Fische schützen

Ihr wollt die Meere, Fische und unzählige weitere Meerestiere ebenfalls schützen? Dann entscheidet euch für eine tierfreundliche, vegane Ernährung. Mittlerweile gibt’s zum Glück viele pflanzliche Fischalternativen wie vegane Fischstäbchen oder Tintenfischringe.

[1] Andersen, Kip & Tabrizi, Ali (2021): Seaspiracy.

[2] Der Spiegel (2003): Dufte Kommunikation. Fisch furzen im Dunkeln, https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dufte-kommunikation-fische-furzen-im-dunkeln-a-272618.html, (eingesehen am 19.04.2021).