Warum Gütersloh diese Tiere fangen und erschießen lässt

Nutrias und Bisams stehen unter Artenschutz. Jetzt hat der Kreis Gütersloh eine Schwanzprämie auf die Tiere ausgesetzt.

Sie sehen aus wie Riesenmeerschweinchen, haben knallorange Zähne, Entenfüße mit Schwimmhäuten und sehr geschickte Hände, mit denen sie Pflanzen pflücken und sogar Schilfnester flechten können: Nutrias sind ziemlich faszinierende Tiere. Und jetzt hat der Kreis Gütersloh sie – und ihre etwas kleineren Kollegen, die Bisams – zur Jagd freigegeben.

 

 

Der Grund: Der Kreis macht die Tiere für Uferschäden verantwortlich. Deshalb gibt es jetzt zehn Euro Schwanzprämie für jeden, der ein Nutria oder Bisam tötet und den Schwanz als Beweis vorzeigt. Die Jagd mit Lebendfallen, in denen die Tiere oft stundenlang panisch eingesperrt sind, bevor sie mit einem Kopfschuss getötet werden, ist Jägern vorbehalten. Aber auch Laien dürfen mit sogenannten Totschlagfallen auf die Jagd gehen, die in Wahrheit eher Totquetschfallen sind, in denen die Tiere langsam zu Tode gedrückt werden. Auch Katzen und andere Tiere geraten immer wieder in die Fallen, und vor allem Laien können oft Bisams und Nutrias nicht von Bibern unterscheiden, die nicht gejagt werden sollen.

 

 

Realistisch betrachtet sind auch Faktoren wie der Klimawandel oder die Landwirtschaft zu großen Teilen für Uferschäden verantwortlich. Und Nutrias und Bisams stehen wie alle freilebenden Tiere unter Artenschutz und dürfen deshalb ohne „vernünftigen Grund“ gar nicht getötet werden. Wenn ein Ort sie unbedingt loswerden will, schlägt die EU stattdessen beispielsweise Sterilisationsprogramme vor. Gütersloh ignoriert solche Empfehlungen und ruft lieber zur Jagd auf.

 

Zeit, unsere Petition gegen Totschlagfallen zu unterschreiben.

 

 

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht.
Go Vegan!

Wir haben Bachelorette-Daniel nach seinem „Ink Not Mink“-Tattoo gefragt

Ein Tierrechtstattoo in der Bachelorette-Jungsvilla? Wir haben bei Daniel Chytra nachgefragt, warum er „Ink Not Mink“ auf dem Arm trägt.

Um das direkt mal klarzustellen: „Gerda sagte des Öfteren, dass sie meine Tattoos generell sehr mag! ‚Ink Not Mink‘ gefiel ihr besonders. Auch wenn sie leider nicht wusste, wofür es steht und was es bedeutet.“ Sagt Daniel Chytra, Pilot und ehemaliger Profi-Skispringer, der 2019 sein Glück bei „Bachelorette“ Gerda Lewis versucht. Bei RTL ist Daniel als besonders überschwänglicher Kandidat zu sehen, der nicht so gut drauf klarkommt, wenn ein anderer zum Einzeldate darf. Was uns bei der ganzen Oben-ohne-Filmerei aber vor allem aufgefallen ist: das „Ink Not Mink“-Tattoo auf seinem Oberarm.

 

(c) Globenwein

 

Lieber Tattoos als Tierfelle

Noch mal für Gerda und andere Ahnungslose: „Ink Not Mink“ – also „Tinte statt Nerz“ – ist ein klassischer Tierrechtsspruch, mit dem sich Leute dafür stark machen, lieber Tattoos als Tierfelle auf der Haut zu tragen. Für PETA standen unter diesem Motto schon reihenweise Stars vor der Kamera. Und auch Daniel hat sich bei seinem Tattoo viel gedacht, wie er uns verrät: „Da selbst im kleinsten Pelzkragen mal ein Herz geschlagen hat und ich ein sehr großer Tierliebhaber und natürlich auch Tattooliebhaber bin, war mir immer schon klar, dass dieses Statement auf meiner Haut verewigt wird.“ Und der ehemalige Soldat geht sogar noch weiter. Zum Motiv, das sich über seinen ganzen Oberarm erstreckt, gehört auch eine Befreiungsaktion: „Aus dem Hubschrauber auf meiner Schulter seilt sich eine Art Spezialeinheit in eine Pelzfabrik/Pelzzucht ab. Alle Tiere werden befreit und die Gebäude werden in Brand gesteckt.“

 

 

Vegetarisch?

Nicht nur in der Jungsvilla sei er auf seine Tattoos angesprochen worden, erzählt Daniel, sondern auch ansonsten im Leben immer wieder. Gut so, findet er, denn er ist stolz auf die Geschichten dahinter. Obwohl er sich so gegen Pelz einsetzt, ist Daniel bei anderen Themen aber noch nicht konsequent. „Tierrechte sind in meinem Leben immer schon extrem wichtig“, sagt er zwar, „ein Huhn beim Discounter um 2,99 Euro kann einfach kein gutes, artgerechtes Leben geführt haben.“ Aber noch isst er Fleisch. „Allerdings rückt die Überlegung in meiner Familie Richtung vegetarisch immer stärker in den Fokus.“ Dürfen wir da mal kurz unseren Vegan Kickstart empfehlen?

 

Die letzte Rose

Im normalen Leben wohnt Daniel übrigens mit einer Katze namens Streuner und einem Schwein namens Lucy zusammen – vielleicht gibt ihm auch das noch mal zu denken, schließlich weiß er am besten, dass Schweine viel zu klug und gefühlvoll und großartig sind, um sie zu essen. Auf die Frage, ob er die letzte Rose der Bachelorette bekommt, verweist Daniel jedenfalls elegant auf seine zwei tierischen Mitbewohnerinnen. „Von den zwei Damen ganz sicher!“

(c) Globenwein

Ihr seid eher so die Doku-Schauer statt „Bachelorette“-Fans? Dann geht halt zu Netflix.