Ist es okay, Hunden Kostüme anzuziehen?

Wenn irgendwas in den sozialen Netzwerken noch besser läuft als niedliche Hunde, dann sind es niedliche Hunde in Kostümen. Aber wie finden die Tiere selbst das?

Hand aufs Herz: Wer hat beim Anblick eines als Löwe, Hot Dog oder Prinzessin verkleideten Hundes noch nie gedacht: „Wie süüüüüß!“? Es scheint irgendetwas in uns anzusprechen, wenn sowieso schon niedliche Tiere sich als andere niedliche Tiere, Snacks oder Menschen verkleiden, deshalb sind die sozialen Netzwerke auch voll mit entsprechenden Fotos. Spätestens, wenn man das erste Mal eins sieht, auf dem der lustig angezogene Hund aber eher deprimiert oder verwirrt aussieht, fragt man sich aber: Wie ist das für die Tiere?

Ob es Tierquälerei ist, einem Hund ein Kostüm anzuziehen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt sicher besonders offene und selbstbewusste Hunde, denen es nichts ausmacht, für ein Foto mal in ein Kostüm gesteckt zu werden. Allerdings trifft das eben auf die meisten Hunde nicht zu. Viele Menschen denken, ihr Hund hätte kein Problem mit einem Kostüm, deuten aber seine Körpersprache völlig falsch. Ein Hund, der sich beispielsweise duckt, die Ohren anlegt oder sich kratzt, ist nicht lustig, sondern hat Angst.

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund basiert immer auf Vertrauen. Und das sollte man nicht riskieren, nur um einem Tier für ein Instagram-Foto oder einen Ausflug an Karneval ein Kostüm aufzuzwängen. Viel besser: sich selbst verkleiden und die Hunde Hunde sein lassen.

Ganz anderes Thema allerdings: Mäntel, die Hunde im Winter vor der Kälte schützen.

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Ist es okay, Hunde aus dem Ausland mitzubringen?

Wer im Urlaub ein hilfsbedürftiges Tier sieht, möchte oft eingreifen. Diese Punkte solltet ihr aber bedenken, bevor ihr einen Hund mit nach Deutschland nehmt.

Es ist nicht einfach so erlaubt

Und das aus gutem Grund: Die Einfuhrregelungen für Tiere sind ziemlich streng, weil viele Erkrankungen bei uns nicht mehr vorkommen und nicht eingeschleppt werden sollen. Es trotzdem illegal zu machen, bringt nicht nur euch in Gefahr, sondern auch den Hund: Immer wieder werden Tiere beispielsweise aus Angst vor Tollwut eingeschläfert, nachdem sie nach Deutschland oder in die Schweiz mitgebracht wurden. Informiert euch also über die aktuellen Bestimmungen und arbeitet mit einem zugelassenen Tierarzt zusammen, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr ein Tier mit nach Deutschland bringen wollt. Der Hund braucht dann einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung, muss mit einem Microchip gekennzeichnet und darf nicht unter 15 Wochen alt sein. Außerdem dürfen bestimmte Rassen wie Pitbull-Terrier oder American Staffordshire Terrier gar nicht nach Deutschland eingeführt werden.

Es löst nicht das Problem vor Ort

Hinter einzelnen heimatlosen Tieren steckt in vielen Ländern ein viel grundsätzlicheres Problem: Die Tiere vermehren sich unkontrolliert, und Tierschutzorganisationen und -programmen fehlen die Mittel, um ihnen zu helfen. Deshalb kann es sinnvoller sein, ein aufgefundenes Tier vor Ort in einem Tierheim abzugeben, die Impfung und Versorgung zu bezahlen oder auch Kastrationsprojekte vor Ort zu unterstützen.Wer einen Hund mit nach Deutschland nimmt, hilft vielleicht diesem einen Tier, aber dafür geht es unzählig vielen weiter schlecht.

Es löst nicht die Probleme hier

Wenn man sich sicher ist, dass man bereit ist, ein Tier bei sich aufzunehmen, muss man dafür keins aus einem anderen Land holen. Die Tierheime in Deutschland sind übervoll mit Hunden, Katzen und anderen Tieren, die auf ein neues Zuhause warten. Statt überstürzt einen Hund aus dem Urlaub mitzubringen, kann man in einem lokalen Tierheim hier in Ruhe einen Hund kennenlernen und ihm ohne lange Transportwege oder Quarantäne ein tolles Leben ermöglichen.

Und das könnt ihr tun, wenn ihr in Deutschland einen ausgesetzten Hund findet.