Ist euer Hund deprimiert?

Klar habt ihr euren Hund lieb und wollt nicht, dass es ihm schlecht geht. Aber tut ihr auch genug dafür?

Stellt euch vor, ihr wohnt mit eurem Lieblingsmenschen zusammen, versteht euch super und freut euch darüber, Zeit miteinander zu verbringen – und dann geht der Mensch morgens aus dem Haus und tätschelt euch abends nur kurz den Kopf, bevor er sich aufs Sofa verzieht. Klingt deprimierend? Ist für viele Hunde aber Realität.

Die meisten Leute wollen nur das Beste für ein Tier, das sie bei sich aufnehmen. Oft gehen die Bedürfnisse des Tieres und das, was ins Leben des Menschen passt, dann aber doch auseinander. Viele Hunde, die den ganzen Tag alleingelassen werden, leiden unter Trennungsangst. Manchmal legt sich die nach einer halben Stunde wieder, manchmal dauert sie aber auch an, bis ihr Mensch wiederkommt. Die Hunde jaulen oder bellen dann beispielsweise, laufen nervös herum oder liegen deprimiert herum und haben nachweislich einen erhöhten Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut. Wenn euer Hund euch abends überschwänglich begrüßt, liegt das also vielleicht nicht nur daran, dass er euch so gerne mag – sondern auch daran, dass er den Tag über gestresst oder verängstigt war.

Die beste Lösung wäre natürlich, euren Hund mit in die Schule, an die Uni oder zur Arbeit zu nehmen, aber das geht leider oft nicht. Aber das hier könnt ihr tun:

  • Plant jeden Tag mindestens einen langen Spaziergang ein. Wenn das tagsüber nicht passt, steht eben früher auf und fangt den Morgen so direkt gemeinsam mit eurem Hund an.
  • Lasst eurem Hund interessantes Spielzeug da. Das kann ein Geschicklichkeitsspiel sein oder ein Gummispielzeug, das ihr mit Erdnussbutter füllt und einfriert.
  • Wenn ihr länger als vier Stunden weg seid, sorgt dafür, dass jemand anderes nach eurem Hund sieht. Das können Nachbarn oder Freunde sein, die mittags zum Spazierengehen und Spielen vorbeikommen – gerne natürlich auch mit eigenen Hunden, die sich mit eurem gut verstehen.
  • Verbringt abends noch mal ausführlich Zeit mit eurem Hund. Geht nicht nur bis an die nächste Ecke, sondern macht einen schönen Spaziergang oder trefft euch mit anderen Hunden und Menschen zum Spielen.
  • Ganz wichtig: Wenn ihr noch keinen Hund habt, überlegt euch vorher gut, ob ihr den Bedürfnissen eines Tieres gerecht werden könnt. Und geht nie zum Züchter, sondern immer ins Tierheim.

In diesem Video erklärt Emma Kenney noch mal das Problem an Hundezüchtern.

Emma Kenney erklärt das Problem an Hundezüchtern

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Das könnt ihr tun, wenn ihr einen ausgesetzten Hund findet

Vor allem in der Ferienzeit werden immer wieder Hunde ausgesetzt – allein 50.000 bis 80.000 pro Jahr in Deutschland. So könnt ihr direkt helfen.

Beobachten

Ihr seht einen angebundenen Hund, der einsam wirkt? Schaut euch den Hund erst mal an und wartet, ob wirklich kein Mensch zu ihm zurückkommt.

Hilfe holen

In Deutschland müssen ausgesetzte Tiere gemeldet werden, weil sie unter das Fundrecht fallen. Ihr dürft einen Hund also nicht einfach so mitnehmen. Informiert stattdessen die Polizei oder das örtliche Tierheim.

Aufpassen

Solange ihr wartet, solltet ihr den Hund nicht anfassen. Wahrscheinlich ist das Tier verängstigt und hat vielleicht auch körperliche Schmerzen. Sprecht lieber aus ein paar Metern Entfernung sanft und ruhig mit dem Hund. Wenn ihr ihm außerdem etwas Wasser hinstellen könnt, ist das vor allem an warmen Tagen sehr gut, weil er vielleicht seit Längerem nichts mehr getrunken hat.

Ihr wollt einem Hund ein neues Zuhause geben? Diese Fragen solltet ihr euch vorher selbst stellen.