Ist Muttermilch vegan?

Menschen sind Tiere, und Veganer trinken nichts vom Tier. Ist es also unvegan, wenn Babys Muttermilch bekommen?

Ja, auch Veganer trinken Milch. Und zwar nicht nur Sojamilch, Hafermilch oder Reismilch, sondern auch tierische Milch – solange sie selbst Babys sind und es sich bei den Tieren um erwachsene Menschen handelt. Wer besonders spitzfindig sein will oder ein paar Mal um die falschen Ecken gedacht hat, könnte auf die Idee kommen, dass es deshalb unvegan ist, Babys zu stillen.

In Wahrheit geht es wie so oft um Freiwilligkeit: Wer Lust hat, sich ein Baby an die Brust oder an eine mit Muttermilch gefüllte Flasche zu hängen, verstößt damit gegen keine einzige Regel der Veganpolizei, sondern nutzt die Milch genau für den Zweck, für den der menschliche Körper sie produziert. Aus Menschen- und Tierrechtssicht falsch wäre es aber, Menschen zwangsweise künstlich zu befruchten, nach der Geburt Mütter und Kinder getrennt voneinander einzusperren und die abgezapfte Milch dann an eine andere Spezies zu verkaufen.

Genau das macht die Milchindustrie mit Kühen. Die würden ihre Milch normalerweise nutzen, um damit ihre Kälber zu füttern, und haben nie zu irgendwas anderem eingewilligt. Ihnen nicht nur die Milch, sondern auch ihre Kinder wegzunehmen, ist absolut falsch. Deshalb trinken Veganer keine Kuhmilch, um solche Praktiken nicht zu unterstützen. Wenn erwachsene Menschen ihre Milch freiwillig abgeben, ist das aber genauso vegan wie Fingernägelkauen oder beim Knutschen Spucke austauschen.

Ihr wollt es mal mit mutterfreier Milch versuchen? Wir haben den Überblick über die verschiedenen Arten von Pflanzenmilch.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
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Diese 7 Dinge tut die Milchindustrie Kühen an

An den Mythos der Kuh auf der grünen Wiese glaubt niemand mehr. Was genau Kühen in der Milchindustrie widerfährt, wissen viele trotzdem nicht. Wir zeigen es.

Foto: JMcArthur

Trennung

Mutter und Kind werden meist ein bis drei Tage nach der Geburt getrennt.

Foto: JMcArthur

Isolation

Die Kälbchen werden in kleine Boxen gesperrt und schreien oft tagelang nach ihren Müttern. Nach einer kurzen Mast kommen die männlichen Tierkinder zum Schlachter; die weiblichen werden zu „Milchkühen“.

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Enthornung

Bis zum Alter von sechs Wochen dürfen Kälber ohne Betäubung enthornt werden. Das geschieht meist mit einem Brennstab.

Befruchtung

Damit die weiblichen Kühe fast durchgängig Milch produzieren, werden sie immer wieder künstlich befruchtet.

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Ausbeutung

Für die Milchindustrie zählt nur eine hohe „Milchleistung“. Zur Ernährung eines Kälbchens würden acht Liter am Tag reichen, die hochgezüchteten Kühe geben heutzutage aber bis zu 50 Litern Milch am Tag.

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Transport

Lässt die „Milchleistung“ der Kuh nach, wird sie krank oder hat das männliche Kälbchen das „Schlachtalter“ erreicht, folgt der Transport in den Tod.

Schlachtung

Im Schlachthaus werden die Kühe per Bolzenschuss betäubt. In über zehn Prozent der Fälle funktioniert das aber nicht richtig und die Tiere erleben bei vollem Bewusstsein, wie sie an einem Bein aufgehängt werden und ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.