Ist Muttermilch vegan?

Menschen sind Tiere, und Veganer trinken nichts vom Tier. Ist es also unvegan, wenn Babys Muttermilch bekommen?

30. Jan 2017

Ja, auch Veganer trinken Milch. Und zwar nicht nur Sojamilch, Hafermilch oder Reismilch, sondern auch tierische Milch – solange sie selbst Babys sind und es sich bei den Tieren um erwachsene Menschen handelt. Wer besonders spitzfindig sein will oder ein paar Mal um die falschen Ecken gedacht hat, könnte auf die Idee kommen, dass es deshalb unvegan ist, Babys zu stillen.

In Wahrheit geht es wie so oft um Freiwilligkeit: Wer Lust hat, sich ein Baby an die Brust oder an eine mit Muttermilch gefüllte Flasche zu hängen, verstößt damit gegen keine einzige Regel der Veganpolizei, sondern nutzt die Milch genau für den Zweck, für den der menschliche Körper sie produziert. Aus Menschen- und Tierrechtssicht falsch wäre es aber, Menschen zwangsweise künstlich zu befruchten, nach der Geburt Mütter und Kinder getrennt voneinander einzusperren und die abgezapfte Milch dann an eine andere Spezies zu verkaufen.

Genau das macht die Milchindustrie mit Kühen. Die würden ihre Milch normalerweise nutzen, um damit ihre Kälber zu füttern, und haben nie zu irgendwas anderem eingewilligt. Ihnen nicht nur die Milch, sondern auch ihre Kinder wegzunehmen, ist absolut falsch. Deshalb trinken Veganer keine Kuhmilch, um solche Praktiken nicht zu unterstützen. Wenn erwachsene Menschen ihre Milch freiwillig abgeben, ist das aber genauso vegan wie Fingernägelkauen oder beim Knutschen Spucke austauschen.

Ihr wollt es mal mit mutterfreier Milch versuchen? Wir haben den Überblick über die verschiedenen Arten von Pflanzenmilch.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Ausbeutung, Leid & Tod: So leiden Kühe in der Milchindustrie

Die Milchindustrie gaukelt Verbrauchern vor, dass Kühe glücklich auf grünen Wiesen stehen – doch die traurige Realität sieht anders aus. Jetzt lesen!

30. Jan 2017

Mit ihrer Werbung und Bildern von scheinbar glücklichen Kühen auf grünen Wiesen gaukelt die Milchindustrie Verbrauchern vor, dass die Tiere ein zufriedenes Leben führen. Doch die Realität sieht anders aus.

Mutter und Kind werden getrennt und isoliert

Kühe produzieren Milch, um ihre Kinder zu ernähren – genau wie alle anderen Säugetiere. Damit die Kälber nicht die Milch trinken, die zum Verkauf gedacht ist, werden Mutter und Kind meist kurz nach der Geburt getrennt. Die Kälbchen werden in kleine Boxen gesperrt und schreien oft tagelang verzweifelt nach ihren Müttern. Während die männlichen Tierkinder nach einer kurzen Mast zum Schlachter kommen, erwartet die meisten weiblichen Kälber das gleiche traurige Leben wie ihre Mütter: Sie werden in der Milchindustrie ausgebeutet.

Verstümmelung, Ausbeutung und Leid

Kälber werden meist innerhalb ihrer ersten sechs Lebenswochen ohne Betäubung enthornt – meist geschieht das mit einem Brennstab. Damit die weiblichen Kühe fast durchgängig Milch produzieren, werden sie immer wieder künstlich befruchtet; und immer wieder werden ihnen ihre Babys weggenommen. Für die Milchindustrie zählt nur eine hohe „Milchleistung“. Zur Ernährung eines Kälbchens würden acht Liter am Tag reichen, die hochgezüchteten Kühe geben heutzutage aber bis zu 50 Liter Milch am Tag.

Stress, Panik, Schmerz und Tod – Tierleid auf dem Transport und im Schlachthof

Sobald die „Milchleistung“ der Kühe nachlässt, sie krank oder nicht mehr schwanger werden oder männliche Kälbchen ihr „Schlachtalter“ erreicht haben, folgt der Transport zum Schlachthof. Teilweise werden die Tiere über Hunderte Kilometer auf engstem Raum zusammengepfercht und ohne Zugang zu ausreichend Wasser oder Nahrung bei extremer Hitze oder klirrender Kälte auf Transportern zum Schlachthof gefahren. Die Fahrt ins Ungewisse ist für die Tiere mit Stress und Angst verbunden; oftmals werden die Kühe gewaltsam in die LKWs hinein- oder herausgetrieben. Im Schlachthaus werden die Kühe schließlich per Bolzenschuss betäubt. In über zehn Prozent der Fälle funktioniert das nicht richtig und die Tiere erleben teilweise bei vollem Bewusstsein, wie sie an einem Bein aufgehängt werden und ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

Ihr wollt den Kühen in der Milchindustrie helfen? Dann entscheidet euch für tierleidfreie pflanzliche Milchalternativen. Unser Veganstart-Programm kann euch beim Umstieg auf die vegane Lebensweise helfen – 30 Tage lang bekommt ihr hilfreiche Tipps und leckere Rezepte.