Larissa aus dem Streetteam Hamburg

Wir stellen euch unsere Streetteamer vor. Diesmal mit Larissa, 29, die das Streetteam Hamburg leitet.

Seit wann bist du dabei?

Seit 2016.

Warum hast du dich entschieden, ins Streetteam einzusteigen?

Ich wollte mich schon immer für Tiere einsetzen. Mit drei Jahren stellte ich fest, woraus Fleisch gemacht wurde, und war entsetzt. Mit elf Jahren wurde ich gegen den Willen meiner Mutter vegetarisch (inzwischen lebt auch sie vegan). 2015 gelangte ich über das Thema Pelz in mehrere Tierrechtsorganisationen und wurde nun, da ich plötzlich so viele vegane Leute kannte, die mich über das Leid der Tiere aufklärten, innerhalb eines Monats vegan.

Beim PETA ZWEI-Streetteam fand ich schnell Anschluss, und die anderen Aktivisten waren motiviert und ungefähr in meinem Alter. Die Aktionen waren mutig und aufsehenerregend, weshalb ich viel Zeit in die PETA ZWEI-Aktionen steckte. Als die beiden damaligen Leiter ihre Aufgabe abgeben mussten, weil sie es neben dem Studium nicht mehr schafften, genügend Zeit zu investieren, fragten sie direkt mich, obwohl ich noch gar nicht lange Teil des Teams war, ob ich die Leitung übernehmen wolle. Das ist jetzt drei Jahre her, und ich bereue diese Entscheidung in keinster Weise. Es macht mir nach wie vor großen Spaß, die Aktionen mit dem Streetteam zu planen und durchzuziehen.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt?

Ich denke, Veganismus liegt mir besonders am Herzen, weil es das größte Thema ist und der Konsum tierischer Produkte die meisten Todesopfer fordert. Dabei ist es so einfach, das Leiden zu beenden.

Was machst du mit dem Streetteam am liebsten?

Am meisten Spaß machen mir die Aktionen, die aufrütteln, die den Menschen auf die Füße treten und ihnen zeigen, was sie zu verdrängen versuchen. Ich glaube, mein absoluter Favorit ist dabei die Fleischschalen-Aktion. Bei dieser Aktionsform wird ein Aktivist in eine überdimensionierte Fleischschale gelegt, mit Kunstblut übergossen und mit Folie abgedeckt, auf der der Kilopreis vermerkt steht. Viele Menschen bleiben bei dieser Aktion stehen, einige regen sich auf, andere sehen sich mit ihrem Gewissen konfrontiert, weil sie sehen, dass der einzige Unterschied zwischen einem toten Tier und einem toten Menschen unser Umgang damit ist.

Der häufigste Satz, der bei dieser Aktionsform fällt, ist: „Ist das echt?“. Ich finde, dieser Satz zeigt wundervoll, wie sehr der Mensch versucht, das tote Tier unter der Folie von sich fernzuhalten, wenn er selbst die Darstellung von Fleisch durch einen Menschen als etwas Sachliches, als ein „Es“ bezeichnet.

Hast du einen Tipp für Leute, die selbst für Tierrechte aktiv werden wollen?

Mein Tipp ist: Traut euch! Niemand von uns beißt. Kommt einfach zu unseren Planungstreffen oder Aktionen oder auch zu denen von anderen Organisationen, denn wir haben alle das gleiche Ziel: Das Tierleid auf dieser Welt zu verringern, und das geht nur durch Aufklärung. Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, ob mit Aktionen auf der Straße, oder dadurch, dass er im privaten Umfeld aufklärt oder auch einfach nur beweist, dass veganes Essen lecker ist.

Seid laut und lasst euch nicht den Mund verbieten, auch wenn ihr immer wieder die gleichen Ausreden und Veganer-Witze hört.

Ihr habt auch Lust, euch gemeinsam mit anderen Leuten vor Ort für Tierrechte einzusetzen? Kommt in unser Streetteam!

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Doku „Butenland“: Das beste Argument fürs ethische vegane Leben

Marc Pierschel has done it again: „Butenland“ zeigt liebevoll, warum wir alle vegan leben sollten. Am 6. Februar kommt der Film ins Kino.

Man muss nur in die Augen von Paul, Uschi oder Lillja schauen, um nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken zu wollen. Die drei Kühe sind nur einige der Tiere, um die sich Jan Gerdes und Karin Mück auf Hof Butenland in Norddeutschland kümmern. Sie alle lernen wir in Marc Pierschels neuem Dokumentarfilm „Butenland“ ganz persönlich kennen.

Veganes Multitalent

Marc ist unter Menschen, die sich für ein veganes Leben interessieren, schon lange bekannt. Er hat nicht nur den Kollektivshop Roots of Compassion mitgegründet, sondern auch Einsteigerbücher wie „Vegan!“ geschrieben und Filmprojekte wie „The End Of Meat“ realisiert. Für „Butenland“ hat er Jan, Karin, Paul, Uschi, Lillja und die anderen Hofbewohner nun zwei Jahre lang mit der Kamera durch Höhen und Tiefen begleitet.

Für ein ethisches veganes Leben

Dabei steht wie immer in seinen Projekten der ethische Aspekt des veganen Lebens im Vordergrund. So viel es der Umwelt, der eigenen Gesundheit und den anderen Menschen auf der Welt auch bringt, wenn wir vegan leben – Marc argumentiert nicht über Umwege, sondern direkt aus der Sache heraus. Es ist falsch, Tiere zu essen. Punkt. Und wer ihnen eine Chance gibt, mehr als nur „Maschinen“ oder „Nutztiere“ zu sein, der merkt das selbst ganz schnell.

Echte Vorbilder

Besonders viel Mut macht dabei auch, welche Wege die Butenland-Betreiber selbst gegangen sind, um schließlich beim Konzept Lebenshof zu landen. Jan war dort früher Milchbauer, der seine Tiere schließlich an den Schlachter verkaufte und sich erst, als einige von ihnen nicht mehr auf den Transporter passten, spontan entschloss, sie zu behalten und sich um sie zu kümmern. Karin war in den 1980ern als Tierbefreierin unterwegs und wurde dafür verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe verklagt. Marc zeigt diese Hintergründe im Film und regt damit zur Bewunderung, aber auch zum Nachdenken an: Tieren zu helfen ist nicht immer der gerade oder einfache Weg, aber es ist der richtige.

„Butenland“ läuft ab dem 6. Februar 2020 in den deutschen und ab dem 6. März in den österreichischen Kinos. Wenn ihr selbst für Tiere aktiv werden wollt, schaut euch an, welches Streetteam es bei euch in der Nähe gibt.