Warum hinter den pink gefärbten Schafen beim Latitude Festival Tierquälerei steckt

Seit 14 Jahren macht sich das englische Latitude Festival einen Spaß daraus, Schafe in Farbe zu tauchen. Die Veranstalter weigern sich, damit aufzuhören.

© Latitude Festival / Facebook

Eigentlich muss man nur das Video sehen, um zu merken, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt: Eine Gruppe knallpinker Schafe läuft über ein Festivalgelände. Was ist wohl das Problem daran? Genau, die Tierquälerei.

Denn das englische Latitude Festival behauptet zwar, dass es für die Tiere total okay sei, sie mitsamt dem Kopf in ein Becken voller Flüssigkeit zu „dippen“ – schließlich sei die Farbe ja ungiftig und die Schafe würden das Prozedere schon von der Behandlung gegen Pilze und Parasiten kennen, die ähnlich abläuft. Aber gerade diese Anti-Parasiten-Behandlung ist in der Kritik, weil sie für die Umwelt hochgiftig ist und auch die Tiere immer wieder Teile der giftigen Flüssigkeit verschlucken. Außerdem sind Schafe Fluchttiere, die leicht in Panik und Stress geraten und sich bestimmt nicht freiwillig mit dem Kopf unter Wasser drücken lassen.

© Latitude Festival / Facebook

Die Latitude-Veranstalter wollen das nicht einsehen und machen ungerührt weiter mit ihrer Werbeaktion. Auch die lokalen Behörden schreiten nicht ein, und Tierschützer können nicht viel unternehmen, weil die Behandlung der Tiere nicht illegal ist. Dabei muss man sich nur mal vorstellen, man selbst würde festgehalten und in pinkes Wasser getaucht, um zu verstehen, welche Panik so etwas auslösen kann – ganz zu schweigen von den Fotos und Videos, für die die Schafe anschließend herhalten müssen. Der einzige Lichtblick: Besucher fangen an, das Festival aus Protest gegen diese Tierquälerei zu boykottieren. Gute Musik gibt es schließlich auch anderswo – ohne pinke Schafe.

Übrigens: So erkennt ihr Tierquälerei auf Reisen.

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
Go Vegan!

Wie realistisch ist die neue „König der Löwen“-Verfilmung?

Computergenerierte Elefanten, singende Warzenschweine und ein Löwe, der keine Zebras mehr essen will. Wie viel Echtes steckt im neuen „König der Löwen“?

Am Eröffnungswochenende waren die Kinos voll. 25 Jahre, nachdem die Zeichentrick-Version von „König der Löwen“ anlief, die schließlich zum erfolgreichsten Zeichentrick-Film aller Zeiten wurde, will Disney den Erfolg mit einer Realverfilmung wiederholen. Die Frage ist nur: Wie real ist das alles überhaupt?

CGI statt echter Tiere

Statt echte Löwen, Zebras oder Hyänen zu filmen, setzt Disney beim neuen „König der Löwen“ komplett auf CGI, also auf computergenerierte Bilder. Die Tiere sehen unfassbar echt aus und beweisen damit mal wieder, dass man für solche beeindruckenden Werke keine wirklichen Tiere quälen muss. Denn denen geht es in Hollywood meist richtig schlecht. Wenn Filme echte Tiere einsetzen, passiert das oft mithilfe von Schlägen, Futterentzug und Elektroschock. Dafür, dass Disney hier ein Zeichen gegen solche Praktiken setzt, hat PETA USA neben Regisseur Jon Favreau auch den Hauptsprechern Beyoncé, Donald Glover, John Oliver und James Earl Jones ein Dankeschön in Form veganer Löwenpralinen geschenkt.

Philosophische Fragen

Auch wenn der neue „König der Löwen“ optisch wie der beste Dokumentarfilm ever wirkt, verhalten sich die Tiere darin nicht ganz so wie in der Wirklichkeit. In Sachen Story bleibt Favreau nah am Zeichentrick-Original, wo die Tiere sprechen, singen und sich mit philosophischen Fragen auseinandersetzen. So guckt sich der junge Löwe Simba bei seinen neuen Freunden Pumbaa, dem Warzenschwein, und Timon, dem Erdmännchen, nicht nur die „Hakuna Matata“-Lebenseinstellung ab, sondern auch eine spezielle Form des Karnismus: Zebras essen ist nicht okay, Würmer essen aber schon. Ist das jetzt natürlich? Und gilt das Recht des Stärkeren, wenn wir es mit rationalen, emotionalen Tieren zu tun haben, die in einer geordneten Gesellschaft leben? Solche Fragen müssen sich echte Löwen eigentlich nicht stellen, aber der Film zeigt, wie relevant sie werden, sobald wir es mit menschlicheren Wesen zu tun haben.

Angucken?

Wenn ihr Lust auf beeindruckende Bilder und ein großes Kino-Abenteuer habt, das gar nicht so weit von der Zeichentrick-Story entfernt ist: auf jeden Fall. Und nehmt unbedingt diejenigen eurer Freunde und Familienmitglieder mit, die immer noch glauben, dass man echte Tiere quälen muss, um solche Filme zu drehen. Vergesst außerdem nicht, für die zwei Stunden ausreichend vegane Snacks einzupacken!

Und hier sind alle Infos zu veganem Kram im Kino.