Darum sollten The Offspring ihr neues Musikvideo sofort löschen

Im neuen Musikvideo von The Offspring mussten zwei Affen mitspielen. Hier erfahren, warum PETA USAs Brief an die Band so wichtig ist!

The Offspring / YouTube

20. Mai 2021

Am 14. Mai 2021 richtete sich PETA USA mit einem Appell an den Frontmann der amerikanischen Punk-Rock-Band The Offspring. Das Ziel: Die Band soll ihr neues Musikvideo zum Song „We Never Have Sex Anymore“ wegen der grausamen Ausbeutung von Schimpansen umgehend offline nehmen.

Im Video werden zwei verkleidete Schimpansen gezeigt, die dazu gezwungen wurden, in chaotischen Szenen mitzuspielen. Darunter auch auf einem Set, das einem Strip-Club ähnelt. In diesem Setting wird es so dargestellt, als würde einer der Affen Alkohol trinken, Trinkgelder an Tänzerinnen verteilen und sich vor grellen Lichtern an einer Stange hin- und herschwingen.

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„Es gibt viele Dinge, die wir alle aus den 90ern vermissen – aber die Ausbeutung von Tieren gehört nicht dazu“, schreibt Lauren Thomasson im Brief, Senior Manager im Bereich Tiere in Film und Fernsehen bei PETA USA. „Mit jeder Minute, in der euer Video online bleibt, riskiert ihr, dass eine grausame Industrie legitimiert wird, die den Handel mit exotischen „Haustieren“ stützt. Damit könnten Jahre der Tierrechtsarbeit zurückgesetzt werden, mit der beinahe ein Ende der Nutzung von Schimpansen in Hollywood erreicht werden konnte.“

Viele Tiere, die insbesondere in Hollywood zu Filmzwecken ausgebeutet werden, kommen von Working Wildlife und damit aus der Haltung des berüchtigten Tierausstellers Steve Martin. Berichten zufolge auch die beiden im Musikvideo eingesetzten Affen. Martin musste sich bereits in zahlreichen Fällen Anklagen stellen, da er die gesetzlichen Mindeststandards des Animal Welfare Acts – des Tierschutzgesetzes in den USA – sogar noch unterschritt. Unter anderem musste er sich dafür verantworten, Schimpansen bis zu 18 Stunden am Tag in karge und enge „Nachtunterkünfte“ eingesperrt zu haben, ohne Schutz vor der Witterung, anständiger Belüftung und artgerechter Nahrung.

Gemäß dem Motto „Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten“ merkt PETA USA an, dass das Video schwere Folgen nach sich ziehen könnte. Denn es normalisiert nicht nur den fehlenden Respekt und die Ausbeutung von hochintelligenten, empfindsamen Primaten, es könnte darüber hinaus auch dazu beitragen, die illegale Nachfrage auf dem Schwarzmarkt für bedrohte Menschenaffen als „Haustiere“ zu erhöhen. Einer der Hauptgründe, die unsere nächsten Verwandten näher in Richtung Aussterben treiben.

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Eselreiten auf Santorini – Tierquälerei im Urlaubsparadies

Die griechische Insel Santorini ist ein beliebtes Reiseziel. Doch neben Sonne, Entspannung & Kultur finden Touristen dort auch enormes Tierleid. Jetzt lesen!

20. Mai 2021

Santorini gehört zu den beliebtesten weltweiten Reisezielen. Eigentlich bezeichnet Santorini eine Inselgruppe im Ägäischen Meer, meist ist aber nur die Hauptinsel Thira gemeint – die anderen Inseln sind im Vergleich eher unbekannt. [1] Dass Santorini so beliebt ist, liegt an dem typischen Stadtbild, das von weißgekalkten Gebäuden geprägt ist. Auch das kristallklare Wasser und atemberaubende Sonnenuntergänge locken jedes Jahr Hunderttausende Urlauber auf die Insel. [2] Doch das touristische Santorini ist auch mit massivem Tierleid verbunden: Seit Jahren werden Esel und Maultiere gezwungen, mehrmals am Tag die rund 500 Stufen zwischen der Altstadt und dem Hafen von Firá hinauf- und hinabzulaufen, um Touristen zu transportieren.

Esel und Maultiere auf Santorini werden als „Touristentaxis“ missbraucht

Wer sich für eine Reise nach Santorini entscheidet, dem begegnet früher oder später auch die fragwürdige „Tradition“ des Eselreitens, die für die Tiere unvorstellbares Leid bedeutet.

Gefahr für Mensch und Tier auf den Stufen

Bereits auf den ersten Blick ist klar, dass von den steilen, rutschigen Stufen eine Gefahr für Tiere und Urlauber ausgeht. Die Esel und Maultiere werden gewaltsam zum Weiterlaufen gezwungen, sobald sie stehen bleiben. Wenn viel los ist, wird es auf den Treppen eng – geraten die Tiere dann noch in Panik, wird es gefährlich: 2015 wurde eine deutsche Urlauberin von einem Esel zu Fall gebracht und totgetrampelt. [3] In der prallen Sonne müssen die Maultiere und Esel viel zu schwere Lasten transportieren. Seit Herbst 2018 dürfen zwar offiziell keine Touristen mit mehr als 100 Kilo Körpergewicht oder über 20 Prozent des Körpergewichts der Tiere mehr auf den Eseln und Maultiere reiten [4] – doch die Eseltreiber vor Ort halten sich kaum an die neue Regelung.

Tiere sind der Hitze schutzlos ausgeliefert und leiden unter Wasser- und Nahrungsentzug

Immer wieder berichten Urlauber von Eseln und Maultieren, die angekettet ohne Zugang zu Wasser und Nahrung schutzlos der prallen Sonne ausgesetzt sind – Video-Beweise für diese Tierquälerei liegen vor.

Schlechte Haltungs- und Lebensbedingungen

Die Eseltreiber zwingen die sanftmütigen Tiere, von morgens bis abends Touristen auf ihrem Rücken zwischen dem Hafen und der Altstadt Firá hin- und herzutragen. Regelmäßig schlagen die Halter die Tiere mit harten Gegenständen, um sie voranzutreiben. Unerfahrene Reiter verletzen die Maultiere und Esel mit improvisierten „Reitutensilien“ – Esel mit offenen Wunden sind keine Seltenheit.

Wenn die Tiere keine Touristen transportieren müssen, sind sie meist in engen, verdreckten und dunklen Unterschlüpfen untergebracht – normalerweise gut versteckt vor den Blicken der Urlauber. Auf diese Weise verbringen meist mehrere Tiere zusammengepfercht die Nacht, ohne sich von den Anstrengungen des Tages richtig erholen zu können.

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3 weitere Gründe, warum das Eselreiten auf Santorini keine gute Idee ist

1. Profit geht bei den Eseltreibern über alles

Auch mit zahlenden Urlaubern gehen die Eseltreiber rücksichtslos und häufig unverschämt um. Mehrfach konnten Augenzeugen von PETA beobachten, dass Touristen, die auf den Eseln und Maultieren in die Stadt ritten, angebrüllt oder beschimpft wurden. Sobald sie das Geld einkassiert haben, ist den Tierhaltern egal, was mit den Urlaubern auf dem Rücken der Tiere passiert. Videoaufnahmen zeigen außerdem, wie Eseltreiber ihre Gäste vorzeitig von den Eseln und Maultieren herunterziehen und die Tour beenden.

2. Es gibt tierleidfreie Alternativen

Der Hafen und die Altstadt sind mit einer Seilbahn verbunden, die nur etwa 50 Meter entfernt ist. Außerdem kann jeder, der gut zu Fuß ist oder nachempfinden möchte, wie sich die Esel und Maultiere fühlen, die über 500 Stufen selbst laufen.

3. Risiko für Zecken- und Parasitenbefall

Einige Esel und Maultiere sind von Zecken und Parasiten befallen. Bei Kontakt zu den Tieren können diese auch auf Menschen übertragen werden. Häufig befinden sich Zecken in der Bauchregion der Esel und Maultiere – daher sind besonders Urlauber gefährdet, die auf den Tieren reiten. Zecken können Krankheiten wie Borreliose übertragen, die auch für den Menschen gefährlich sein können.

Ihr wollt wissen, wie ihr Tierquälerei im Urlaub erkennt? Hier findet ihr Infos dazu, worauf ihr achten solltet, um auf Reisen keine Tierqual-Attraktionen zu unterstützen.

[1] Sanorin.gr: Santorin – ein Überblick, http://www.santorin.gr/eckdaten.php, (eingesehen am 08.04.2021)

[2] Statista.com (2021): Number of international air arrivals on the Greek island of Santorini from 2010 to 2020, https://www.statista.com/statistics/880883/santorini-international-air-arrivals/, (eingesehen am 08.04.2021)

[3] Süddeutsche Zeitung (2015): Deutsche Urlauberin auf Santorin von Esel totgetrampelt, https://www.sueddeutsche.de/panorama/griechenland-deutsche-urlauberin-auf-santorin-von-esel-totgetrampelt-1.2686381, (eingesehen am 08.04.2021)

[4] Weiss, Theresa (2018): Eselreiten für schwere Touristen verboten, https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/neues-gesetz-in-griechenland-kein-eselreiten-fuer-schwere-touristen-15830724.html, (eingesehen am 08.04.2021)