Hey Peter Wollny, hör auf zu angeln und lass die Fische in Ruhe

Der Reality-TV-Star und Influencer Peter Wollny posiert auf seinem Instagram-Profil mit toten Fischen. Wieso das nicht sein muss, erfahrt ihr hier.

Symbolbild

28. Apr 2021

Es gibt zahlreiche tierleidfreie Freizeitbeschäftigungen, die an der frischen Luft ausgeübt werden können und die helfen, die Natur zu schützen. Doch der aus der TV-Serie Die Wollnys bekannte Reality-Darsteller Peter Wollny hat sich für das Angeln entschieden. Wir von PETA ZWEI finden: Nicht cool, Peter! Und wollen in diesem Beitrag darauf aufmerksam machen, dass Angeln weder ethisch korrekt, cool, nachhaltig oder tiergerecht noch in einer anderen Weise in Ordnung ist.

Mit seinen mehr als 176.000 Followern zählt Peter zu den sogenannten Influencern [1]. Das bedeutet, dass der 27-Jährige mit seinen Beiträgen viele Menschen erreicht – und beeinflusst. Versteht uns nicht falsch: Auch Menschen ohne Social Media-Profil oder weniger Followern sollten nicht angeln, doch Peter nutzt seine Reichweite, um sich mit toten Fischen zu profilieren. Wir finden, Peter könnte seine Reichweite besser einsetzen und darüber aufklären, wie leidvoll und schädlich Angeln für Fische, andere Tiere und die Umwelt ist.

Fische empfinden Schmerz und Angst

Fische leiden – für uns – stumm. Wir hören ihre Schreie über Wasser nicht, ihr Leid und ihre Qualen ertragen sie – scheinbar – still. Außerhalb des Wassers ringen sie um Sauerstoff. Dass wir Menschen die Sprache von Fischen und anderen Meerestieren nicht verstehen, ist für viele Angler eine Rechtfertigung, dass Angeln für die Tiere okay sei. Ist es aber nicht! Laut verschiedener Studien wie die der Biologin Lynne Sneddon von der Universität Liverpool ist wissenschaftlich bewiesen, dass Fische Schmerzen nicht nur spüren, sondern auch durch ihr Verhalten äußern [2]. In 98 wissenschaftlichen Forschungen zur Schmerzempfindlichkeit untersuchte die Wissenschaftlerin das Schmerzempfinden der Tiere. Dabei verzichteten die Fische in einem Aquarium beispielsweise tagelang auf Nahrung, um den Bereich, der mit Stromschlägen versehen war, zu meiden. Anatomisch ist ohnehin längst bewiesen: Fische haben ein komplexes Nervensystem [2].

Angeln verursacht Todesangst

Und das ist nur eines von vielen Beispielen. Mal ehrlich: Ein Fisch, der qualvoll an einem Harken gefangen und aus dem Wasser gezogen wird, dem sieht jeder an, dass dieser leidet. Das Zappeln, Winden und Drehen ist kein Ausdruck von Freude, sondern ein Todeskampf. Denn unabhängig von den Schmerzen, die beispielsweise die Haken verursachen, können Fische (bekanntermaßen) außerhalb des Wassers nicht atmen – und kämpfen ab dem Zeitpunkt, an dem sie aus dem Wasser gezogen werden, um ihr Leben.

Buntbarsche leben in engen Familienverbänden

Wusstet ihr, dass Fische außerdem sehr sozial sind und einige in familiären Verbünden leben? Ähnlich wie in der Familie Wollny kümmern sich auch Wassertiere um ihre Artgenossen. Tiere, die in Gefahr sind, werden nicht allein gelassen. So ist es zum Beispiel bei einigen Arten der Buntbarsche [3]. Follower von Peter werden jetzt vielleicht hellhörig: Barsche? Hat sich Peter nicht erst am 22. März öffentlich mit einem Barsch und der Bildunterschrift „Mein Barsch pb mit 39cm I m Happy“ auf seinem Instagram Profil gezeigt? [1] Ganz genau.

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In einer Untersuchung, in der 380 Jungfische in drei verschiedenen Experimenten beobachtet wurden, zeigte sich unter anderem, dass die Buntbarsche ein Konkurrenzverhalten zeigen und dabei Artgenossen verteidigten. Auch bei einem Angriff wurden die Fische analysiert und es zeigte sich, dass sie sich gegenseitig helfen [3].

Wieso angeln Menschen überhaupt?

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wieso Menschen bei all dem Wissen, das wir heutzutage über Fische haben, überhaupt noch angeln, Fische und andere Tiere quälen und töten? Dass sie sie ausbeuten und für ihre eigenen Unterhaltungszwecke missbrauchen? Die Antwort ist in einem Wort gesagt: Speziesismus. Speziesismus ist die Annahme, der Mensch sei anderen Arten überlegen und hätte das Recht, diese auszubeuten, zu missbrauchen, zu quälen, einzusperren und/oder zu töten. Dabei sind Tiere fühlende Lebewesen wie wir Menschen. Die Bedürfnisse der Tiere werden mit dem Gedanken zurückgestellt, das Wohl des Menschen sei höher zu bewerten. Speziesistisches Denken ist alltäglich. Und muss aufhören!

Was ihr für Fische tun könnt

Nutzt eure Reichweite und klärt euer Umfeld auf! Angeln schadet sowohl den Fischen, die qualvoll leiden und elendig sterben, als auch der Natur und anderen Tieren. Auch die Fische, die zum sogenannten Catch & Release gefangen und wieder ins Wasser geworfen werden, erleiden Todesangst und zum Teil so schlimme Verletzungen (manchmal werden sie sogar mit dem Haken im Mund der an anderen Körperstellen zurück ins Wasser geworfen), dass sie im Wasser qualvoll sterben.

Was ihr gegen Speziesismus tun könnt

Behandelt alle Lebewesen gleich. Habt immer im Kopf, dass auch die kleinsten und vermeintlich stummen Wesen Leid, Angst, Schmerzen, aber auch Freude empfinden. Speziesistisches Denken bedeutetet auch, dass Tiere Nahrungsmittel für den Menschen seien. Probiert es stattdessen vegan und nutzt dafür unsere Veganstart-App. Hier erhaltet ihr 30 Tage lang täglich konkrete Anleitungen für die Umstellung zu einer veganen Lebensweise. Außerdem findet ihr hier Rezepte, die ihr speichern und teilen könnt, sowie spannende Quiz rund um Tiere, Tierschutz und Veganismus.

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[1] Instagram: @peter.wollny2010, https://www.instagram.com/peter.wollny2010/?hl=de, eingesehen am 13. April 2021

[2] Sneddon, Lynne U. (2019): Evolution of nociception and pain: evidence from fish models. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B. London: The Royal Society

[3] Horizonte Das Schweizer Forschungsmagazin: Barsche sind nicht Opfer ihrer Gene, https://www.horizonte-magazin.ch/2019/09/05/sozialisierung-oder-gene-barsche-eignen-sich-viele-verhalten-an/,  eingesehen am 13. April 2021

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Soll ein Tierausbeuter den Goldenen Blogger Award bekommen?

Der Goldene Blogger Award hat einen Schweinemäster als besten Berufsbotschafter nominiert. Tierquälerei hat jedoch keinen Award verdient!

Symbolbild

28. Apr 2021

Am 26. April 2021 wird der Goldene Blogger Award verliehen. Nominiert ist auch ein Vertreter der Tierindustrie. Findet ihr es zeitgemäß, wenn ein Schweinemäster gerade in Zeiten von Klimaerwärmung und fortschreitender Ressourcenknappheit für einen Award als bester Berufsbotschafter auf den sozialen Medien nominiert wird?

Wir von PETA ZWEI sind der Meinung: NEIN, denn Tierquälerei sollte niemals mit Preisen ausgezeichnet werden!

Goldener Blogger Award nominiert Schweinemäster

Aber erst mal von vorne: Einmal pro Jahr vergeben die Goldenen Blogger einen Preis an Blogger, Podcaster und insgesamt an alle Arten von Influencern, die mit ihren Social Media-Kanälen hervorstechen. Das Besondere an diesem Preis: Er umfasst mehrere Bereiche, was ganz interessante Kategorien zu Tage gebracht hat. So ist beispielsweise Angela Merkel als „Beste Bloggerin ohne Blog“ nominiert, Kai Pflaume für seinen Youtube-Kanal „Ehrenpflaume“ und die Feministin Vica Reich neben anderen für den besten TikTok-Kanal. Sonderpreise stehen auch bereits fest, sie gehen zum Beispiel an das Coronavirus-Update des NDR mit den Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek. Auch die Wissenschaftsjournalistin Mai Nguyen-Kim erhält von den Goldenen Bloggern einen Sonderpreis für die Leistung, die sie auf ihrem Youtube-Kanal „Mailab“ abliefert.

Alles sinnvolle und berechtigte Nominierungen – so weit, so gut. Jetzt wird es aber problematisch: Ebenfalls nominiert – und zwar in der Kategorie bester Berufsbotschafter – sind auch die Kanäle des „Bocholter Landschweins“ rund um Landwirt und Schweinemäster Dirk Nienhaus. [1]

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Award an Tierausbeuter okay? Denkt nochmal nach!

Ist es wirklich okay, einem Vertreter einer Industrie, die tagtäglich rund 27 Millionen Schweine allein in Deutschland [2] für den Profit ausbeutet, einen Award dafür zu verleihen, diesen Missstand anzupreisen und somit Werbung dafür zu machen? Nein, ist es nicht, denn Tiere sind keine Ware. Sensible Schweine wollen genauso wie andere Tiere für ihr Fleisch weder unter den Folgen der Qualzucht leiden noch in Schlachthäusern mit teils unzureichender Betäubung getötet werden. Qualvolle Todeskämpfe sind kein Einzelfall, sondern der Alltag von Lebewesen wie Schweinen, Kühen und Hühnern in der Tierindustrie – auch in Biobetrieben. [3]

Seien wir ehrlich: Wir würden nicht wollen, dass uns jemand dazu zwingt, immer mehr Kinder auf die Welt zu bringen und sie nicht einmal aufziehen zu können. Denn man würde sie uns sowieso wieder wegnehmen, um sie für einen flüchtigen Moment des Genusses zu töten. Tiere allein für den Zweck zu züchten, um sie zu töten, kann niemals normal oder okay sein und sollte der Öffentlichkeit ebenfalls niemals als „normal“ verkauft werden.

Sich gesund vegan ernähren ist super einfach

Pflanzliche Lebensmittel versorgen uns bei einer ausgewogenen Ernährung mit allen notwendigen Proteinen und Nährstoffen [4] und haben deutliche gesundheitliche Vorteile, während der unnatürliche Konsum von (meistens auch noch stark verarbeitetem) Fleisch das Gesundheitsrisiko deutlich erhöhen kann, beispielsweise an Krebs zu erkranken. [5]

Vegan leben schont Ressourcen und das Klima

Wer sich vegan ernährt, rettet nicht nur Tierleben, sondern belastet außerdem die Umwelt deutlich weniger. Allein die Aufzucht der Tiere in der Tierindustrie verschlingt gigantische Mengen an Ressourcen. Um 100 Gramm Rindfleisch herzustellen, werden 1.500 Liter Wasser benötigt. [6] Um die Tiere auf ein bestimmtes Gewicht zu bringen, sind Unmengen an Futtermitteln notwendig: Um ein Schwein in kürzester Zeit auf das Zielgewicht zu mästen, erhält es in der Tierindustrie durchschnittlich 250 Kilogramm Kraftfutter pro Halbjahr [6] – dann wird das Tier als Nummer qualvoll im Schlachthaus getötet. Das Kraftfutter besteht zu großen Teilen aus Soja: Rund 75 Prozent des weltweit angebauten Sojas werden zu Schrot und damit zu Tierfutter in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie verarbeitet. [6]

Um so viel Getreide für die Tierindustrie anzubauen, sind unverhältnismäßig große Anbauflächen weltweit notwendig. Zum Vergleich: Vom weltweit angebauten Soja essen wir gerade einmal sechs Prozent. Und weil wir in Deutschland gar nicht erst genug Fläche haben, um so viel Getreide und Soja für Tierfutter für die Tierindustrie anzubauen, werden jährlich 3,99 Millionen Tonnen Soja aus dem Ausland, z. B. aus Brasilien gekauft und hierher verschifft. [7] In Brasilien wiederum wird der Regenwald abgeholzt und abgebrannt, um noch mehr Soja anzubauen - und das nicht, um daraus tierleidfreie Fleischersatzprodukte herzustellen. Denn das Soja wird als Schrot an Kühe, Hühner und Schweine (wie in besagten Mastbetrieben) verfüttert, um am Ende ein winziges, klimaschädliches Stück Fleisch auf dem Teller zu haben. Falls das noch nicht reicht: In Deutschland stammen 62 Prozent der gesamten Methanemissionen aus der Landwirtschaft. [8]

Das könnt ihr gegen Tierausbeutung tun!

Werdet noch heute vegan und rettet damit nicht nur Tierleben, sondern schützt und erhaltet damit auch das Klima! Wir unterstützen euch dabei: Ladet euch jetzt unsere Veganstart-App herunter und bekommt 30 Tage Unterstützung bei eurem Umstieg ins vegane Leben!

[1] Die Goldenen Blogger (15.03.2021): Das sind die Nominierten für die Goldenen Blogger 2021, https://die-goldenen-blogger.de/neuigkeiten/das-sind-die-nominierten-fuer-die-goldenen-blogger-2021_57762.html, (eingesehen am 23.04.2021)

[2] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021): Tierhaltung, https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/, (eingesehen am 09.04.2021)

[3] Stern (08.11.2018): Verstörende Aufnahmen: Rinder bluten bei lebendigem Leib aus und sterben qualvoll, https://www.stern.de/genuss/essen/schlachtbetrieb--verstoerende-aufnahmen---rinder-sterben-qualvoll-8438178.html, (eingesehen am 09.04.2021)

[4] Melina, V., Craig, W. & Levin, S. (2016): Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, https://jandonline.org/article/S2212-2672(16)31192-3/fulltext (eingesehen am 23.04.2021)

[5] Ärzteblatt (26.10.2015): WHO-Behörde stuft rotes Fleisch und Wurst als krebserregend ein, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64572/WHO-Behoerde-stuft-rotes-Fleisch-und-Wurst-als-krebserregend-ein, (eingesehen am 23.04.2021)

[5] Umweltbundesamt (2019): Die Zukunft im Blick: Fleisch der Zukunft. Trendbericht zur Abschätzung der Umweltwirkungen von pflanzlichen Fleischersatzprodukten, essbaren Insekten und In-vitro-Fleisch, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-06-25_trendanalyse_fleisch-der-zukunft_web_bf.pdf, (eingesehen am 16.02.2021)

[6] Statista (07.2020): Importmenge von Sojabohnen nach Deutschland in den Jahren 2008 bis 2019, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1139068/umfrage/importmenge-von-sojabohnen-nach-deutschland-seit-2008/, (eingesehen am 23.04.2021)