Was sind Pferderipper und wie können wir sie stoppen?

Es klingt wie ein schlechter Krimi, ist aber Realität: Immer wieder schlitzen Menschen nachts Pferde auf. Helft uns, die Pferderipper zu stoppen!

25. Mai 2021

Pferderipper schlitzen Pferde mit spitzen Gegenständen den Bauch, den Rücken oder die Geschlechtsteile auf und töten sie – daher kommt auch der Name, angelehnt an den englischen Serienmörder Jack the Ripper. Hier erfahrt ihr, was es mit den Pferderippern auf sich hat, warum sie so gefährlich sind, und was ihr tun könnt!

Hinter der Tierquälerei steckt System

In den Medien tauchen seit 1993 immer wieder Fälle von Pferderippern in ganz Deutschland auf – [1] seit einigen Jahren auch verstärkt in Frankreich und Osterreich. [2, 3] Die Tierquäler suchen sich Pferde als Opfer aus und gehen dabei nach System vor: Sie beobachten die Ställe, machen sich mit der Umgebung vertraut und nutzen dann ihre Chance, wenn sich eine Chance bietet und die Pferdehalter zum Beispiel vergessen, ein Tor zu verriegeln. [4] Die meisten Täter haben offenbar Übung im Umgang mit Pferden. In mehr als 70 Prozent der bisherigen Fälle suchten sie gezielt weibliche Tiere aus, die zahm waren und keine Angst vor Fremden hatten –  [5] das nutzen die Kriminellen aus. Viele Pferde sind nach den Attacken oft so schwer verletzt, dass den traumatisierten Haltern meist nichts anderes übrig bleibt, als das Tier von seinem Leid zu erlösen.

Kranke Internet-Challenges im Darknet?

Immer häufiger nehmen Pferderipper auch „Trophäen“ mit, also Ohren, Augen und andere abgeschnittene Körperteile. [6] Die Polizei vermutet hinter dem Vorgehen einen schockierenden Internettrend, bzw. eine verstörende Tierquäler-Challenge im Darknet, bei dem die Täter ihre „Beute“ mit anderen Personen auf gut verschlüsselten Plattformen teilen. [7] Warum Menschen so etwas tun, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Aber wir können zusammen etwas dagegen unternehmen.

Das könnt ihr gegen Pferderipper tun!

Wenn ihr in einer Gegend wohnt, in der Pferde gehalten werden: Haltet die Augen auf. Wenn ihr selbst Pferdehalter seid oder welche kennt: Bittet sie, die Tiere falls möglich, nachts nicht auf der Koppel stehen zu lassen, sondern in einer sicheren Stallung unterzubringen, am besten mit Videokameras und Bewegungsmeldern. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zusätzlich helfen Kontrollgänge zu unregelmäßigen Zeiten, am besten zu zweit und mit einem Handy in der Tasche, damit man im Notfall direkt die Polizei rufen kann. Bittet Pferdehalter, auch vermeintlich kleinere Vorfälle anzuzeigen, damit mögliche Mehrfachtäter geschnappt werden können.

Ihr wollt noch mehr gegen Tierquälerei unternehmen?
Dann kommt in unser Streetteam, nehmt an Demonstrationen und Aktionen teil und helft dabei, Menschen über Tierquälerei aufzuklären!

[1] Pferderipper.de (2021): Nachrichten, https://www.pferderipper.de/nachrichten/, (eingesehen am 21.04.2021)

[2] Euronews (04.09.2020): Pferderipper: 30 zu Tode gequälte Tiere erschüttern Frankreich, https://de.euronews.com/2020/09/04/pferderipper-30-zu-tode-gequalte-tiere-erschuttern-frankreich, (eingesehen am 21.04.2021)

[3] (13.02.2005): „Pferderipper“ aus Österreich ohne Behandlung „Zeitbombe“: Ein Jahr Haft, https://www.derstandard.at/story/1948093/pferderipper-aus-oberoesterreich-ohne-behandlung-zeitbombe-ein-jahr-haft, (eingesehen am 21.04.2021)

[4] RTL (30.09.2020): Stute in Dorsten zu Tode gefoltert: Steckt eine Internet-Challenge dahinter?, https://www.rtl.de/cms/stute-in-dorsten-zu-tode-gefoltert-steckt-eine-internet-challenge-dahinter-4622541.html, (eingesehen am 20.04.2021)

[5] Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V. (01.07.2019): Pferde als Opfer von Gewalt – Ein Überblick, https://www.pferdesport-bw.de/pressedienst.html?file=files/Redaktion/pressedienst/2019/PD-06-2019.pdf, (eingesehen am 19.04.2021)

[6] CAVALLO (28.02.2017): Tierquäler steht vor Gericht: Geht eine ganze Serie auf sein Konto?, https://www.cavallo.de/reitsportszene/tierquaeler-steht-vor-gericht-geht-eine-ganze-serie-auf-sein-konto/, (eingesehen am 21.04.2021)

[7] Das Erste (29.08.2020): Pferde-Ripper – was treibt die Täter an?, https://www.mdr.de/brisant/pferde-ripper-challenge-taeter-100.html, (eingesehen am 20.04.2021)

Streetteam

Werdet gemeinsam mit anderen aktiv gegen Tierquälerei.
Go Vegan!

Axolotl-Haltung: Diese Dinge solltet ihr unbedingt wissen

Ihr wollt einen Axolotl als Haustier halten? Dann solltet ihr euch diesen Beitrag unbedingt durchlesen!

25. Mai 2021

In freier Natur sind Axolotl durch die Verschmutzung der Umwelt fast ausgestorben – einige Quellen gehen sogar davon aus, dass es gar keine wild lebenden Axolotl mehr gibt. Dafür scheinen heutzutage immer mehr Menschen einen oder mehrere Vertreter dieser Amphibienart als exotisches Haustier kaufen zu wollen. Warum ist das so? Und noch viel wichtiger: Können anspruchsvolle Exoten wie Axolotl wirklich artgerecht in deutschen Wohnzimmern gehalten werden?

Wir von PETA ZWEI erklären, warum ihr euch niemals exotische Tiere wie Axolotl kaufen solltet!

„Trendtier“ Axolotl – warum manche einen Schwanzlurch als „Haustier“ wollen

Eigentlich kommen Axolotl nur an einem einzigen Ort auf der ganzen Welt vor (in Fachsprache heißt das, sie leben endemisch): in einem Seensystem innerhalb eines Vulkanbeckens bei Mexiko-Stadt. Klingt nach sehr spezifischen Lebensbedingungen, nicht wahr? In Gefangenschaft blüht das Geschäft mit der Axolotl-Zucht dagegen regelrecht – für die Tiere eine Katastrophe.

Unter „Exoten-Liebhabern“ gelten Axolotl als pflegeleicht – was nicht stimmt. Trotzdem kaufen sich Menschen gedankenlos Aquarien, um sie dann mit in Gefangenschaft nachgezüchteten Amphibien zu füllen. Axolotl sprechen uns dabei mit ihren großen Gesichtern, dem immer lächelnden Mund und den Knopfaugen durch das Kindchenschema an. So, wie es beispielsweise auch extreme Qualzuchten bei Katzen und Hunden wie Möpse oder Perserkatzen tun. Bei Axolotln liegt das daran, dass sie meist im Larvenstadium bleiben. Sie entwickeln sich einfach nicht weiter und behalten so ihr Aussehen.

Für manche Menschen scheint das als Grund vollkommen zu reichen, um sich online auf die Suche zu machen und in einem der vielen Portale meist ohne Vorwissen einen oder mehrere Axolotl zu kaufen. Züchter machen es Suchenden leicht: Höchstens dreißig Euro kostet ein Tier, abhängig von Farbe, Alter und Geschlecht. Im Vordergrund steht in allen Fällen die „Ware“ und der damit verbundene Profit. Das Lebewesen und seine anspruchsvollen Bedürfnisse sind für die Züchter unwichtig.

Aber vor allem die Käufer leisten hier ihren Beitrag: Indem sie das Geschäft mit ihrem Geld befeuern, tragen sie zu massivem Tierleid bei. Denn exotische Tiere wie Axolotl sind keine Haustiere – sie zu 100 Prozent artgerecht daheim in einem Aquarium zu halten, ist ganz einfach nicht möglich.

Gründe gegen die Haltung von Axolotln als Haustiere: Artenschutz

Viele Tierhalter brüsten sich damit, durch ihre Axolotl-Haltung etwas für den Artenschutz zu tun – schließlich gibt es die Tiere in Freiheit kaum noch oder gar nicht mehr. Doch das ist Quatsch – kein in einem deutschen Aquarium gehaltener Axolotl wird je wieder ausgewildert. Die Tiere dienen allein ihren Haltern als Kuriosität. Dass das Argument „Artenschutz“ nicht greift, trifft auch auf andere „exotische“ Tiere zu (also Tiere, die von Natur aus in unseren Breitengraden nicht vorkommen): Hier befeuert die Nachfrage häufig auch den illegalen Wildtierhandel. Somit sind die bereits unter Druck stehenden Tierbestände in Freiheit noch stärker bedroht – ein gigantisches Problem für den Artenschutz weltweit.

Axolotl leiden still

Für die Haltung von Axolotln zuhause bedeutet das auch: Selbst nach Jahren gewöhnen sich Axolotl, wie andere Amphibien und Reptilien, nicht an uns Menschen. Diese von Natur aus ungewohnte Nähe löst Stress bei den Tieren aus – darum sollte man sie auch auf keinen Fall anfassen oder auf die Hand nehmen. Weil sie nicht schreien oder über Laute auf sich aufmerksam machen können, merken wir ihnen Schmerzen, Leiden und Beschwerden nicht oder erst viel zu spät an. Als Folge sterben viele Tiere früh an haltungsbedingten Krankheiten [1] oder quälen sich unerkannt bis in den Tod, weil es viel zu wenige fachkundige Tierärzte für Exoten gibt.

Viele Exoten enden in Tierheimen oder werden ausgesetzt

Axolotl essen Fische, Krebse und sogar ihre eigenen Artgenossen. Unwissende Halter enden so vor einem leergefegten Aquarium und sind für den vermeidbaren Tod der Fische verantwortlich. Dazu kommt, dass Axolotl eine ganz bestimmte Wassertemperatur und -qualität brauchen. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Immunsystem der Tiere nachhaltig geschwächt, was zu Krankheiten oder zum Tod führen kann.

Aquarien mit der nötigen Ausstattung über lange Zeit zu unterhalten, ist teuer – ein Punkt, den Interessenten beim Kauf gern unterschätzen oder „vergessen“. Eine „einfache“ oder „pflegeleichte“ Haltung von Axolotl gibt es also nicht. Als Folge landet eine große Zahl der Exoten in Tierheimen oder wird direkt ausgesetzt. Tiere wie der Axolotl, die auf ganz bestimmte Lebensumstände angewiesen sind, haben dann keine Chance.

Niemals beim Züchter kaufen – wenn, dann in Tierheimen nachfragen!

Kauft niemals exotische Tiere bei Züchtern! Ein solcher Kauf unterstützt bloß die weitere „Produktion“ von Tieren, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können. Wenn ihr das nötige Fachwissen und genug finanzielle Rücklagen habt, schaut in Tierheimen nach: Immer wieder landen dort nicht mehr gewollte Exoten. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Tiere an ein fachkundiges Zuhause zu vermitteln. Das solltet ihr beim Adoptieren von Tieren unbedingt beachten!

[1] Axolotl Online: Schlechte Haltung: Erkrankungen durch falsche Haltungsbedingungen, https://www.axolotl-online.de/schlechte-haltung, (eingesehen am 10.02.2021)

[2] Ärzte gegen Tierversuche (12.05.2020): Salamandern die Nerven durchgeschnitten, https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/news/aktuelle-news/3169-salamandern-die-nerven-durchgeschnitten, (eingesehen am 10.02.2021)