Unterstützt Gina-Lisa mit Pomeranian-Kauf illegalen Tierhandel?

Gina-Lisa hat sich einen Pomeranian gekauft. Warum sie damit nach Auffassung von PETA den illegalen Hundehandel unterstützt, lest ihr hier!

9EkieraM1. CC BY-SA 3.0
17.Feb 2022

Update Februar 2022

Gina-Lisa scheiterte im Februar 2022 bereits zum dritten Mal vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart mit ihrer Klage gegen uns und muss die Verfahrenskosten tragen. Die Influencerin wollte, dass wir von PETA unsere Veröffentlichung über ihren Kauf bei einer umstrittenen Hundehändlerin löschen. Das Gericht gab uns nun jedoch zum dritten Mal in Folge Recht und bestätigte damit, dass es wichtig ist, über illegalen Welpenhandel und die Folgen für die Tiere aufzuklären.

Originalartikel vom 6. Juli 2021

Obwohl Tierheime und Tierschutzvereine voll sind mit Vierbeinern, die dringend ein Zuhause suchen, entscheiden sich noch immer Menschen für den Kauf eines Hundes. Darunter auch Prominente wie US-Beautyguru Jeffree Star, der besonders für eine Hunderasse schwärmt: Pomeranians. Die Zwergspitze sind für ihr fluffiges Erscheinungsbild und ihre lebhafte Art bekannt und beliebt. Jetzt springt auch Ex-Germanys-Next-Topmodel-Teilnehmerin und Reality-Star Gina Lisa Lohfink auf den Zug auf und holt sich bei einer umstrittenen Hundehändlerin einen Pomeranianwelpen.

Wir von PETA ZWEI kritisieren das, denn damit nimmt Gina Lisa nicht nur einem von vielen Tierheimtieren die Chance auf ein liebevolles Zuhause, sie treibt aus unserer Sicht mit dem Tierkauf vor allem den illegalen Tierhandel weiter an. Denn: Viele der im Internet angebotenen Welpen kommen aus illegalen Zuchten und werden von kriminellen Händler:innen für viel Geld angeboten und verkauft.

Woher kommen die meisten Pomeranians?

Gina Lisa setzt als bekannte Influencerin mit ihrer Wahl, sich einen Hund von einer PETA bekannten, höchst umstrittenen Hundehändlerin zu kaufen, ein ganz falsches Statement. Damit werden Nachahmer:innen geradezu angestachelt. Viele der Welpen, die die Münchner Hundezüchterin verkauft, kommen aus dem Ausland aus undurchsichtigen Quellen. Die Herkunft der Tiere ist kaum nachvollziehbar.

Vor allem die Rasse Pomeranian wird zurzeit massiv auf Internetportalen gehandelt – Tiere sind jedoch keine Ware. Ein Großteil der Hunde stammt dabei aus skrupellosen Hundezuchten, viele werden unregistriert und ohne ausreichenden Impfschutz von Osteuropa nach Deutschland gebracht.

Illegaler Hundehandel bedeutet Tierleid für Geld

Die Tierhändler:innen machen mit der „Ware Tier“ währenddessen ein Multimilliarden-Geschäft. Das Leid hinter den Hundezuchten ist vielen Menschen nicht bewusst: Welpen werden viel zu früh ihren Müttern entrissen, um für viel Geld als kleine, süße Hundekinder an oft unkundige Halter:innen in Deutschland verkauft zu werden. Die Tiere, die von diesem Handel betroffen sind, leiden ein Leben lang unter Krankheiten.

Leiden Pomeranians unter zuchtbedingten Krankheiten?

Der ursprüngliche Pomeranian stammt vom deutschen Spitz ab und wurde in der Region Pommern gezüchtet. In England wurde die Hunderasse dann noch einmal kleiner gezüchtet. Durch häufige Inzucht von Vermehrer:innen leiden auch viele Pomeranians unter erblichen Krankheiten wie Herzerkrankungen und Atemproblemen. [1]

Wie viele andere klein gezüchtete Hunderassen haben auch Pomeranians oft Probleme mit den Kniescheiben und Gelenken. Durch ihr dichtes Fell sind sie sehr anfällig gegenüber Hitze, die tägliche Fellpflege ist zwingend notwendig. Pomeranians sind außerdem aktiv bis ins Alter von 14 bis 16 Jahren und bauen eine enge Bindung zur menschlichen Bezugsperson auf. Das sollte allen, die darüber nachdenken, einem Tier generell ein neues Zuhause zu geben, bewusst sein.

Adoptieren statt kaufen

Mehr als 223.000 Hunde sind nach einer PETA-Auswertung zwischen Januar und Juli 2021 wie Ware auf Internetplattformen angeboten worden. Der Handel boomt auch deswegen, weil Influencer:innen wie Gina Lisa Werbung für Tiere wie Pomeranians machen. Gleichzeitig sind die Tierheime überfüllt mit Hunden, die dringend ein liebevolles Zuhause und eine zweite Chance im Leben suchen. Das solltet ihr unbedingt beim Adoptieren von Tieren beachten.

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Kollegah und Seyed missbrauchen Elefanten für Musikvideo

Kollegah und Seyed beuten für ihr neues Video zwei Elefanten aus – und sitzen sogar auf einem drauf. Mehr erfahren!

17.Feb 2022

Schon wieder werden Wildtiere für Klicks und Reichweite ausgebeutet. Dieses Mal sind es die Deutschrapper Seyed und Kollegah, die in ihrem neusten Song „Memento Mori“ zwei Elefanten vor die Kamera zwingen – um ihre eigene Reichweite zu erhöhen. Dabei fristen Tiere, die für Promo-Zwecke und in der Unterhaltungsindustrie leben, ein Dasein in Gefangenschaft!

Auf engstem Raum können sie meist ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachgehen, werden in künstlich erstellte Gruppe integriert und müssen immer dann performen, wenn es Menschen von ihnen verlangen. Wir sind uns sicher: Seyed und Kollegah fänden es nicht toll, wenn sie zu irgendetwas gezwungen werden würden. Und deshalb ist es doch nur fair, wenn Musiker:innen endlich weder Wild- noch sogenannte Haustiere für ihre Musikvideos missbrauchen!

Elefantenreiten funktioniert nur mit Gewalt und Zwang

Ihr habt sicher schon mal gesehen, wie ein Elefant von einem Bein aufs andere tritt und dabei seinen Kopf von links nach rechts und zurück schwingt. Dieses „Weben“ ist eine schwere Verhaltensstörung, die Elefanten NUR in Gefangenschaft zeigen. Die sensiblen Wildtiere sind darüber hinaus überhaupt nicht dafür „gemacht“, dass man auf ihnen sitzt oder reitet – wie es Kollegah in dem Video macht. Die meiste Zeit stehen Kollegah und Seyed im Video zu „Memento Mori“ vor zwei Elefanten, ehe Kollegah später sitzend auf einem der sensiblen Tiere zu sehen ist.

Damit Elefanten es über sich ergehen lassen, dass Menschen auf ihnen reiten, muss im Vorfeld der Wille der Tiere mit Gewalt und Schlägen gebrochen werden. Dazu dient unter anderem der Einsatz des Elefantenhakens – das ist ein Stock mit einem Metallhaken, der in die Haut des Tieres bohrt. Nur aus Angst vor den Schmerzen lassen sich Elefanten dazu zwingen, Kunststückchen vorzuführen oder Menschen auf ihrem Rücken zu tragen.

Person zieht mit Haken an einem Elefanten

Für Elefanten (und alle anderen Tiere) bedeuten Drehs, Shootings und Filmproduktionen immer Stress. Sie müssen auf den Moment still halten und Situationen über sich ergehen lassen, denen sie wahrscheinlich freiwillig kaum zustimmen würden. Wer will schon jemanden auf seinem Rücken rumtragen oder in lauter Kulisse zwischen Lichtern und Kameras vorgeführt werden?

Katja Krasavice, Capital Bra und Kollegah missbrauchen Tiere für Promo-Zwecke

Kollegah und Seyed haben bereits gemeinsam mit Asche ein Wildtier für eines ihrer Musikvideos missbraucht. Im Video zu „Vollmond“ ist ein Tiger-Kind an einem Halsband zu sehen. Das junge Tier wird an einer Treppe die Leine heruntergeführt und muss später mit den Rappern vor einem Haus posieren. Um den Tiger herum halten sich zahlreiche Menschen auf, es wird laut sein und das Tier wird gezwungen, so lange stillzuhalten, bis der Dreh beendet ist.

Auch Rapper wie Capital Bra mit Azet, Enemy, Milo und Capo missbrauchten bereits einen Tiger für ihre Musikvideos. Katja Krasavice machte erst vor kurzem Schlagzeilen, weil sie Kaninchen einfärbte.

Was ihr tun könnt

Der Missbrauch an den Wildtieren ändert überhaupt nichts an der Musik als solches. Vor allem moderner Deutschrap erreicht eine sehr große Zielgruppe und sicher auch einige von euch. Hört die Musik, wenn sie euch gefällt, aber weist die Personen gerne darauf hin, dass kein Tier etwas in Musikvideos oder auf Plakaten und Covern zu suchen hat.