Ist es okay, Second-Hand-Pelz zu tragen?

Neuen Pelz kaufen geht sowieso gar nicht klar. Aber was machen, wenn ihr ihn vererbt oder geschenkt bekommt?

Soweit sind wir uns vermutlich einig: Wer 2018 noch Pelz kauft, hat gar nichts begriffen. Denn inzwischen wissen die meisten Menschen dann doch, dass für Pelz Millionen Tiere auf Pelzfarmen in winzigen und dreckigen Drahtgitterboxen eingesperrt leben, dort Schmerzen leiden und Verhaltensstörungen entwickeln, bis sie vergast, erschlagen oder per analem Stromschlag getötet werden – falls man sie nicht gleich lebendig häutet. Das kann man wissentlich nicht unterstützen wollen. Trotzdem kommt immer wieder die Frage auf: Was machen wir mit Pelz, den es schon gibt? Den beispielsweise die Großeltern vererben oder verschenken oder den man im Second-Hand-Laden sieht? Diese Tiere sind ja schon tot, könnte man dann denken, man erzeugt also kein weiteres Leid, wenn man diesen Pelz trägt – oder?

Allerdings setzt das Tragen von Echtpelz leider immer das Zeichen, dass es okay ist, Pelz zu tragen. Schließlich sieht man eurem Pelz nicht an, dass ihr ihn vererbt bekommen habt. (Ganz abgesehen davon, dass es sich einfach nicht gut anfühlt, in der toten Haut eines Lebewesens herumzulaufen.) Wegwerfen müsst ihr Pelzmäntel, Pelzstiefel oder Pelzstolen deshalb nicht. Spendet sie stattdessen für humanitäre Zwecke. Es gibt viele Hilfsorganisationen, die Kleiderspenden für Menschen in kalten Regionen organisieren, die sich selbst keine warme Kleidung leisten können.

Übrigens: Auch diese 12 Luxusmarken haben inzwischen Pelz verbannt.

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht.
Go Vegan!

Diese Schauspielerin hat spontan ihren Fellkragen abgegeben

Bei einer Demo wurde Bojana Novakovic darauf aufmerksam gemacht, dass sie echten Pelz trug. Die Schauspielerin tat daraufhin das Richtige.

Auf Instagram ist nachzulesen, was genau passiert ist: Bojana Novakovic, die unter anderem aus „Westworld“, „Shameless“ und „I, Tonya“ bekannt ist, stieß in New York auf eine Anti-Pelz-Demo vor einem Dolce&Gabbana-Geschäft. Eine Aktivistin sprach sie an und fragte, ob sie echten Pelz trage. Tatsächlich hatte Bojana den Fellkragen an ihrer Jacke bis dahin immer für künstlich gehalten, aber nicht genauer nachgeforscht – nun stellte sich heraus, dass er aus Tierhaaren bestand. Daraufhin überließ Bojana der Aktivistin den Kragen, um ihn an eine Aktion zu spenden, die daraus Betten für Tierheim-Tiere herstellt.

Dass diese kurze Begegnung anschließend so durch die Medien ging, sei ihr ein wenig unangenehm gewesen, erzählt Bojana weiter, schließlich sei es ihr ein bisschen peinlich, überhaupt Pelz getragen zu haben. Aber sie ist der Aktivistin umso dankbarer, dass sie sie aufgeklärt hat. Am Ende empfiehlt Bojana sogar noch vegane Winterjacken-Marken. Ein ziemlich gutes Vorbild also dafür, sich nicht direkt querzustellen, wenn man etwas Neues erfährt, sondern erst einmal zuzuhören.

Ihr braucht auch noch ein paar Infos zu tierfreier Ernährung, Kleidung oder Kosmetik? Unser Vegan Kickstart hilft euch weiter.