So sehen die verschiedenen Haltungsformen bei Hühnern aus

Kleingruppenhaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung, Biohaltung: Das steckt hinter den Begriffen auf den Eierpackungen.

Käfighaltung

(auf dem Ei mit einer Nummer gekennzeichnet, die mit 3 anfängt)

Die Käfighaltung wird gerne auch Kleingruppenhaltung genannt, gemeint ist aber dasselbe: Größere Käfige, in denen meist bis zu 60 Tiere eingesperrt und die nur mit einem Platz zur Eiablage, einer Art Scharrbereich und einer Sitzstange ausgestaltet sind. Jedes Huhn hat hier gerade mal die Fläche eines Din-A4-Blattes Platz zur Verfügung. Über fünf Millionen Hennen (11,4 Prozent) mussten 2013 in dieser Haltungsform auf Drahtgitterböden leben, die sich in die Fußballen der Tiere drücken und zum Teil schwere Entzündungen und Schmerzen hervorrufen. Eier, die in Produkten wie Nudeln oder Fertiggerichten verarbeitet sind, stammen meist aus dieser Käfighaltung. Es reicht also nicht, abgepackte Käfigeier zu vermeiden.

Bodenhaltung

(auf dem Ei mit einer Nummer gekennzeichnet, die mit 2 anfängt)

Bodenhaltung klingt erst mal fair, bedeutet aber laut EU-Verordnung, dass sich neun Hennen einen Quadratmeter teilen. 64,5 Prozent der Hennen lebten 2013 in dieser engen Haltungsform. Dabei sind mehrere Ebenen erlaubt, sodass auf der gleichen Grundfläche oft wesentlich mehr Tiere untergebracht sind. Genau wie in der Käfighaltung picken sich die Hennen, trotz abgetrennter Schnabelspitzen, gegenseitig die Federn heraus, was unter anderem mit der Züchtung, falscher Fütterung, Stress, Platzmangel, Bewegungsmangel und Langeweile zu tun hat.

Freilandhaltung

(auf dem Ei mit einer Nummer gekennzeichnet, die mit 1 anfängt)

In der Freilandhaltung, in der 2013 15,7 Prozent der Hennen lebten, hätten sie theoretisch die Möglichkeit, nach draußen zu gehen. Leider werden die Ausläufe von den Tieren jedoch oft nicht angenommen, da sie bewusst nicht mit schützenden Dächern, Büschen oder Ähnlichem ausgestattet sind. Als Fluchttiere fürchten Hühner unter freiem Himmel Fressfeinde aus der Luft oder am Boden und wagen sich daher oft nicht ins Freie. Im Stall haben sie allerdings nicht mehr Platz als in der Bodenhaltung. Auch hier stehen sie auf Gitterböden oder auf ihrem eigenen Kot, wodurch sich die Fußballen der Tiere entzünden. Alle Haltungssysteme weisen eine hohe Mortalitätsrate auf: In einer Halle mit 10.000 bis 30.000 Hühnern sterben jeden Tag etwa 5 bis 15 Tiere. Damit es nicht noch mehr sind, werden Futter und Wasser mit Antibiotika und anderen Medikamenten sowie mit Stresshemmern versetzt.

Biohaltung

(auf dem Ei mit einer Nummer gekennzeichnet, die mit 0 anfängt)

8,4 Prozent der Hennen lebten 2013 in der ökologischen Erzeugung, wo Ausläufe zwar garantiert werden müssen, bei schlechten Witterungsverhältnissen jedoch geschlossen werden. Die Vorstellung vom „Bio-Huhn“ auf der grünen Wiese stimmt also eher nicht. Auch in der Bio-Haltung müssen sich im Stall sechs Tiere einen Quadratmeter teilen und ihre Schnäbel können kupiert werden. Die Hennen stammen aus den gleichen Brütereien und sterben in den gleichen Schlachthäusern wie die aus anderen Haltungssystemen. Recherchen zeigen, dass auch in der ökologischen Haltung mehrere Tausend Hühner in einem Stall leben und sich gegenseitig blutig picken.

Egal wie, die Hühner leiden immer. Wenn ihr das nicht unterstützen wollt, versucht es vegan. Mit unserem Vegan Kickstart schafft ihr es.

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Go Vegan!

Warum es okay ist, Lust auf Fleisch und Käse zu haben

Ist man noch ein richtiger Veganer, wenn man nachts von Käsepizza oder Chicken Nuggets träumt? Auf jeden Fall, aus diesen Gründen.

Wir sind daran gewöhnt

Essen hat immer mit Gewohnheit zu tun. Wer schon als Kind Kimchi, Tempeh oder Pommes mit Mayo isst, findet das auch als erwachsener Mensch normal und lecker. Vor allem verarbeitete Produkte wie Chicken Nuggets oder Tiefkühlpizza mit Käse gelten oft als „kindgerecht“, sodass viele von uns ganz selbstverständlich damit aufwachsen. Wenn wir dann Hunger haben, denken wir automatisch an solche Gerichte.

Es ist nur ehrlich

Beim Vegansein geht es nicht darum, sich selbst oder anderen etwas vorzumachen. Ja, es ist eine richtige und wichtige Entscheidung, aber das heißt nicht, dass sie in jedem Moment einfach umzusetzen ist. Es ist absolut okay, auch mal rumzujammern, dass es den Lieblingsschokoriegel immer noch nicht in vegan gibt. Das bedeutet schließlich nicht, dass Vegansein falsch wäre, sondern dass die Industrie noch Einiges nachzuholen hat.

Fleisch und Käse schmecken gut

Nur logisch: Wenn man nicht aus Geschmacks-, sondern aus ethischen Gründen vegan wird, vergeht einem nicht von heute auf morgen der Appetit auf alle Tierprodukte. Schließlich sind viele davon besonders salz- und fetthaltig und umami und sprechen schon allein deshalb unsere Gelüste an. Das kann man anerkennen und trotzdem kein Fleisch essen wollen.

Der Jieper lässt sich stillen

Das wird jetzt keiner dieser Ratgeber, der Obst empfiehlt, wenn man Lust auf Schokolade hat. Aber tatsächlich ist das vegane Angebot so groß, dass man für die allermeisten Gelüste was Passendes findet. Schließlich haben die wenigsten Menschen konkret Lust auf eine Scheibe tote Babykuh, sondern eher auf ein Stück paniertes und gut gewürztes Protein. Und das gibt es auch aus Seitan, so wie es passende Produkte für alle schokoladigen, eisigen, quarkigen, rauchigen, eibrotigen, fischigen und sonstigen Jieper gibt. Das heißt nicht, dass man für jedes einzelne Tierprodukt im Supermarkt eine haargenaue vegane Kopie bekommt, sondern dass es hilft, von der Gewohnheit loszukommen, die eine bestimmte Marke Chicken Nuggets oder eine bestimmte Sorte unvegane Kekse immer als das Nonplusultra sehen will. Oft sind die schließlich nur deshalb so gut, weil wir sie aus Gewohnheit gut finden.

Schon morgens Lust auf was Herzhaftes mit Biss? Für unseren Frühstücksburrito lohnt es sich, zwei Minuten eher aufzustehen.