Warum das Streetteam Freiburg 23 Vorstellungen lang vor Zirkus Charles Knie demonstrierte

Heftige Aktion: zwölf Tage lang zieht das PETA ZWEI-Streetteam Freiburg einen Demomarathon durch. Streetteam-Leiter Maxi erklärt uns, was dahintersteckt.

© Tabea Jablonski

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir wussten schon länger, dass der Zirkus mit etlichen Tieren in die Stadt kommt, und es war klar, dass wir demonstrieren würden. Wir haben uns dann gedacht, dass wir nicht wollen, dass man in den Zirkus laufen kann, ohne auf das Leid der Tiere aufmerksam gemacht zu werden. Wir wollten den Tieren eine Stimme verleihen, vor jeder einzelnen Vorstellung, damit sie nicht ungehört leiden müssen.

© Tabea Jablonski

War das nicht ganz schön anstrengend?

Das war sehr anstrengend, aber es war wichtig und nötig und nicht annähernd so anstrengend wie es für die Tiere ist, jeden einzelnen Tag ihres Lebens hinter Gittern aufzuwachen, qualvoll dressiert zu werden und in der ohrenbetäubend lauten Manege alberne Kunststücke aufzuführen. Wir konnten nach der Stunde demonstrieren wieder vom Schauplatz der Misshandlung weg nach Hause fahren oder in den Park gehen. Die Tiere müssen ihr ganzes Leben dort in Gefangenschaft und Enge verbringen. Mit unserer Präsenz und Aufklärung haben wir einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung hinsichtlich des Themas geleistet.

Wie waren die Reaktionen auf euren Demomarathon?

Die Reaktionen der Besucher fielen sehr unterschiedlich aus, von wüsten persönlichen Beschimpfungen, Desinteresse und Ignoranz über generelle Befürwortung unseres Anliegens bis hin zu Zustimmung und Boykott der Vorstellung.

© Tabea Jablonski

Und was ist dein Fazit zur Aktion?

Obwohl der Anlass kein schöner war, haben die Demonstrationen natürlich den Zusammenhalt des Teams gestärkt. Nicht selten war ich sehr dankbar, inspiriert und gerührt angesichts des Engagements, des Elans und der Leidenschaft der AktivistInnen und mit ihnen gemeinsam für eine bessere Welt kämpfen zu dürfen. Insgesamt bin ich sehr stolz, dass wir diese Herausforderung gemeinsam als Team - niemand von uns war immer da, aber wir waren immer da - gemeistert haben.

Ihr wollt euch auch für Tiere einsetzen? Schließt euch einem Streetteam in eurer Nähe an!

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Warum die Rollkur Tierquälerei ist

Beim Pferdesport hört man immer wieder von der tierquälerischen Rollkur. Doch was hat es mit dieser Trainingsmethode auf sich?

Dass Pferdesport für die Tiere kein Vergnügen ist, sollte Tierfreunden klar sein. Kein Pferd springt aus reiner Freude über extrem hohe Hindernisse oder tänzelt unnatürlich über einen Reitplatz. Diese Dinge werden ihnen von Reitern mit teilweise umstrittenen Trainingsmethoden „antrainiert“.

Die Rollkur ist eine dieser Trainingsmethoden und ist besonders umstritten. Vor allem Dressur- und Springreiter, aber auch Freizeitreiter wenden diese Methode an: Sie ziehen mit den Zügeln den Kopf des Pferdes extrem weit nach unten, bis das Pferd mit seinem Mund seine Brust berührt. Diese Bewegung ist extrem unnatürlich und kann sehr schmerzhaft für das Tier sein, da sein Hals stark überdehnt wird. Auch die Haltung, Durchblutung und Atmung des Pferdes werden bei der Rollkur beeinträchtigt. Durch die tiefe Kopfhaltung wird sein Sehvermögen eingeschränkt und es kann die Orientierung verlieren. Studien haben außerdem gezeigt, dass Pferde während der Rollkur enorm unter Stress stehen.

© letstophorseabuse / IG

Durch die Rollkur können langfristige gesundheitliche Schäden entstehen, von denen sich die Tiere niemals erholen. Die Überdehnung des Pferdehalses kann die Wirbelsäule beschädigen oder die Ganaschen – also der hintere Bereich des Unterkiefers – können sich entzünden.

Ihr wollt etwas gegen diese grausame Trainingsmethode unternehmen? Informiert Freunde und Bekannte über die Rollkur und bittet sie, keine Pferdesport-Veranstaltungen zu besuchen. Oder macht mit beim Streetteam und setzt euch mit Protestaktionen für die Tiere ein.