5 Fälle, in denen Tierversuche völlig falsche Ergebnisse liefern

Tierversuche sind nicht nur brutal und unwissenschaftlich: 5 Beispiele, in denen Tierversuche geschadet haben.

Aspirin

Wären Tierversuche vor rund 100 Jahren schon Standard in der Medikamentenentwicklung gewesen, dann wäre Aspirin wohl gar nicht auf den Markt gekommen. Im Tierversuch reizt das Medikament Augen, Atmungsorgane und Haut, kann krebsfördernd und erbgutschädigend wirken und embryonale Fehlbildungen bei Katzen, Hunden, Affen, Mäusen, Kaninchen und Ratten hervorrufen. Dennoch ist Aspirin eines der bekanntesten Schmerzmittel und Blutverdünner für uns Menschen, von dem jährlich 35.000 Tonnen verbraucht werden.

Paracetamol

Das Schmerzmittel wirkt bei Nagern krebserregend und ist giftig für Katzen. Bei Menschen zeigen Studien diese Wirkung nicht. (Was, wie bei allen Medikamenten natürlich nicht heißt, dass man es problemlos in Massen einwerfen kann – das mit der Packungsbeilage, den Ärzten und den Apothekern gilt natürlich auch hier.)

Penicillin

Penicillin wurde 1929 erstmals an Kaninchen getestet – zeigte jedoch keine Wirkung und blieb deshalb mehr als zehn Jahre unbeachtet, was unzählige Menschenleben kostete. Dass Penicillin heute trotzdem erfolgreich als Antibiotikum eingesetzt wird, haben wir möglicherweise nur dem Zufall zu verdanken, dass der Wirkstoff nicht zuerst an Meerschweinchen getestet wurde: Für die ist Penicillin nämlich tödlich.

Morphium

Manchmal reagieren Tiere auch genau andersherum auf Medikamente als Menschen. Morphium zum Beispiel wirkt auf Katzen, Ziegen und Pferde stimulierend, während es beim Menschen als starkes Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt wird.

Contergan

Es gibt auch Fälle, in denen Tierversuche nicht auf gefährliche Reaktionen beim Menschen hinweisen. Ende der 50er Jahre kam das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan auf den Markt, das bei Einnahme während der Schwangerschaft zu schweren Missbildungen bei Neugeborenen führen kann. Im Tierversuch lassen sich diese spezifischen Missbildungen nur bei vereinzelten Tierarten nachweisen.

Alle Infos zu Tierversuchen und ihren Alternativen findet ihr in unserem Schwerpunkt Tierversuche. Ihr habt vor, Medizin zu studieren? So kommt ihr ohne Tierversuche durchs Studium.

Tierversuche

Weil man nicht alles ausprobieren muss.
Go Vegan!

Tierversuche für Kosmetik: Das Problem mit der REACH-Verordnung

Eigentlich sind Tierversuche für Kosmetik verboten. Doch die REACH-Verordnung ermöglicht die Tierqual weiterhin.

Seit März 2013 dürfen laut der Kosmetikverordnung in der EU keine Tierversuche mehr für Kosmetik durchgeführt werden. Außerdem dürfen Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, nicht mehr zum Verkauf in die EU eingeführt werden. Somit müssten also alle Kosmetikprodukte, die man in Deutschland kaufen kann, eigentlich tierversuchsfrei sein. Doch das ist leider nicht so, denn viele Hersteller verkaufen ihre Produkte auch auf dem chinesischen Markt, wo Tierversuche in vielen Fällen vorgeschrieben sind. Auch wenn die Hersteller also selbst keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben, nehmen sie durch die Vermarktung ihrer Produkte in China Tierversuche billigend in Kauf und sind daher nicht tierversuchsfrei.

Und dann ist da noch die REACH-Verordnung, mit der auch die EU weiterhin Tierversuche verlangt. REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist das weltweit größte Tierversuchsprogramm. Es trat 2007 in Kraft und schreibt vor, dass Chemieunternehmen Informationen über die gesundheitlichen und umwelttechnischen Gefahren von fast allen Chemikalien vorlegen müssen – überwiegend als Ergebnis von Tierversuchen. Wenn das Unternehmen keine Ergebnisse vorweisen kann, müssen neue Versuche durchgeführt werden. Weil das für eine lange Liste von Stoffen gilt, sind davon auch viele Inhaltsstoffe von Kosmetika betroffen. Die Kosmetikverordnung gilt nämlich nur für Produkte und Stoffe, die ausschließlich für kosmetische Zwecke verwendet werden. Da viele Chemikalien aber unterschiedliche Einsatzgebiete haben, fallen sie trotzdem unter die Vorgaben von REACH. Aktuelle Beschlüsse der Europäischen Chemikalienagentur ECHA haben außerdem offenbart, dass sogar ausschließlich für Kosmetik verwendete Inhaltsstoffe unter die REACH-Verordnung fallen. Seit Inkrafttreten von REACH wurden daher Millionen von Tieren in Versuchen vergiftet und getötet – und die Kosmetikverordnung wird dadurch ausgehebelt.

Dabei ist längst bekannt, dass Tierversuche nicht nur grausam sind, sondern außerdem kaum Aussagekraft für den Menschen haben. Eine Chemikalie, die etwa eine Maus oder einen Hund umbringt oder krank macht, kann für Menschen ungefährlich sein – und umgekehrt. Und weil in der Vergangenheit nicht alles ausreichend dokumentiert wurde, müssen für REACH oft Versuche wiederholt werden, deren Ergebnisse längst bekannt sind.

PETA zeigt, dass es auch anders geht: Seit Jahren setzen sich PETA Deutschland und ihre internationalen Partnerorganisationen für tierfreie Testmethoden ein, deren Ergebnisse aussagekräftig für den Menschen sind. Bis auch die EU und China von tierfreien Testverfahren überzeugt sind, kannst du selbst tätig werden: Auf unserer Kosmetik-Liste findest du Hersteller und Marken, die weder Tierversuche durchführen, in Auftrag geben noch in Kauf nehmen. Diese Hersteller und Marken verwenden in ihren Produkten Inhaltsstoffe, für die bereits Daten erfasst wurden und somit keine weiteren Experimente an Tieren erforderlich sind.

Und was ist jetzt das Problem mit Firmen, die den internationalen Markt bedienen? Informiere dich über Tierversuche für Kosmetik in China.