Tierversuche im Studium: 9 Dinge, die ihr dagegen tun könnt

Ihr studiert Medizin oder Biologie? Mit diesen Tipps kommt ihr ohne grausame Tierversuche durchs Studium.

© Ärzte gegen Tierversuche

Es ist ein fieses Dilemma: Da sucht man sich einen Studiengang aus, mit dem man später mal Menschen oder Tieren helfen kann, und dann schreibt der Lehrplan vor, dass man dafür Tierversuche durchführen muss – auch wenn längst bekannt ist, dass die nicht nur brutal sind, sondern auch unwissenschaftlich. Was also tun?

1. Checkt die Unis

An welcher Uni ihr euch bewerbt und einschreibt, hat natürlich mit allen möglichen Faktoren zu tun. Einer davon könnte sein, ob die Uni oder euer Studiengang Tierversuche macht. Mithilfe unserer Liste seht ihr direkt, welche Unis am tierfreundlichsten sind. Wer sich z. B. für ein Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg oder das Zoologie-Praktikum an der Uni Mainz im Rahmen des Biologie-Studiums einschreibt, muss dafür keine Tiere auseinandernehmen.

2. Macht den ersten Schritt

Wenn sich alle darauf verlassen, dass jemand anderes den Mund aufmacht, sagt am Ende niemand was. Sprecht die Problematik also unter euren Kommilitonen an. Wahrscheinlich sind viele genau wie ihr gegen Tierversuche, und gemeinsam seid ihr gleich viel stärker. Vielleicht habt ihr sogar Lust, zusammen eine Studentengruppe zu gründen, die sich für Tierrechte und gegen Tierversuche stark macht?

3. Wer die Wahl hat …

Wählt bewusst Kurse, in denen die Lerninhalte ohne Tierversuche vermittelt werden. Fordert eure Kommilitonen auf, sich euch anzuschließen. So macht ihr deutlich, dass ihr gegen Tiernutzung in der Lehre seid. Habt ihr diese Wahl nicht, dann sucht das offene Gespräch mit dem entsprechenden Dozenten und findet gemeinsam eine Alternative, wie die Lernziele für die Gruppe ohne Tierleid umzusetzen sind.

4. Lasst euch per Antrag von Tierversuchen befreien

Aber auch an anderen Unis ist nicht alle Hoffnung verloren. Wer in Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen oder dem Saarland studiert und dort im Rahmen des Studiums Tiere sezieren soll, kann sich per Antrag davon befreien lassen. Den richtet man am besten schon viele Wochen vor Beginn der Veranstaltung an den Prüfungsausschuss und muss dann eine alternative Prüfungsleistung erbringen.

5. Aktionstag gegen Tierversuche

Fragt beim Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) nach, ob er euch hilft, einen Aktionstag gegen Tierversuche durchzuführen. Wenn die Formalien geklärt sind, könnt ihr lokale Tierschutzgruppen anschreiben und fragen, ob sie Gastredner zum Thema zur Verfügung stellen würden. Damit habt ihr Fachleute vor Ort, die auf die – sicher auch kritischen – Fragen kompetent eingehen können.

6. Infomaterial

Fordert Infomaterial an und verteilt es auf dem Campus oder legt es in eurer Mensa aus. Geeignetes Material gibt es unter anderem im PETAStore .

7. Seid kreativ

Wenn ihr offen zeigt, wie ihr zu Tierversuchen steht, werden andere aufs Thema aufmerksam. Gestaltet zum Beispiel einen Jutebeutel mit der Aufschrift „Nein zu Tierversuchen – Ja zu medizinischem Fortschritt“ und tragt darin eure Bücher über den Campus oder beklebt eure Laptops mit passenden Stickern.

8. And the winner is …!

Wie wäre es, wenn ihr dem Dozenten mit der tierfreundlichsten Lehre auf eurem Abschlussball die „Goldene Ratte“ oder einen anderen Titel verleiht? Oder ihr reserviert eine Doppelseite in der Abschlusszeitung dafür und macht so Dozenten, Kommilitonen, wissenschaftliche Mitarbeiter, Freunde und Familie aufs Thema aufmerksam?

9. Nicht den Mut verlieren

Auch wenn nicht alles so läuft, wie ihr euch das für die Tiere wünscht, lasst euch nicht unterkriegen. Solltet ihr mitbekommen, dass es an eurer Uni Tierquälerei gibt, oder wenn ihr gezwungen werdet, an „tierverbrauchenden Übungen“ teilzunehmen, werdet zu Whistleblowern, damit wir aktiv dagegen vorgehen können.

Informationen zum Thema Tierversuche findet ihr auf unserer Übersichtsseite zum Thema. Und warum das Studium ein super Zeitpunkt ist, vegan zu werden, erklären wir euch auch

Tierversuche

Weil man nicht alles ausprobieren muss.
Go Vegan!

Video: Influencer reagieren auf Fakten über Tierversuche

Hier seht ihr, wie die Influencer Victoria van Violence, Pia Kraftfutter und Fabian Grischkat auf Tierversuche reagieren.

Jedes Jahr leiden Millionen Tiere in grausamen Experimenten: Sie werden missbraucht, gequält und getötet – obwohl unzählige Gründe gegen Tierversuche sprechen. Drei deutsche Social-Media-Stars reagieren auf Fakten über Tierversuche und stellen PETAs Research Modernisation Deal vor.

Fakten über Tierversuche – sinnlose und grausame Forschung

In diesem Video erfahrt ihr, was Victoria van Violence, Pia Kraftfutter und Fabian Grischkat davon halten, dass etwa drei Millionen Tiere jährlich in Deutschland in Tierversuchen gequält werden –  obwohl die meisten Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind. Außerdem erklären die drei, warum PETAs Research Modernisation Deal notwendig ist, um dauerhaft aus Tierversuchen auszusteigen, und zeigen euch, wir ihr den Strategieplan unterstützen könnt.

In Deutschland werden nach offiziellen Angaben jedes Jahr drei Millionen Tiere in Versuchen missbraucht:

Die drei Influencer sind schockiert und sprachlos, dass diese Zahl so unfassbar groß ist. Drei Millionen leidende Individuen – das entspricht dreimal der Einwohnerzahl von Köln!

95 Prozent der in Tierversuchen als sicher und wirksam befundenen Medikamente versagen in Studien mit Menschen:

Alle drei Influencer sind sich einig, dass Tierversuche bei einer so hohen Quote sinnlos sind. Victoria: „95 Prozent – da könnte ich ja eher raten.“

Die Entwicklung eines neuen Medikaments dauert 10-15 Jahre und kostet etwa 2 Milliarden Euro:

„Ganz schön lange und ganz schön teuer“, findet Pia. Fabian meint, ein so großes Budget sollte auch innovative tierfreie Forschung ermöglichen. Victoria betont, dass die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Impfstoffsuche zeigt, dass das derzeitige Forschungssystem zu langsam ist.

Tierversuche gefährden Menschenleben, führen zu millionenfachem Tierleid und hindern Forscher an der Entwicklung potenziell nutzbringender Therapien:

Die drei Tierfreunde sind sich einig: Tierversuche sind nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich und gehören abgeschafft! Wären tierfreie Testmethoden schon früher verstärkt eingesetzt worden, könnten wir heute an einem ganz anderen Punkt in der Forschung stehen, meint Victoria.

Um sichere und wirksame Behandlungsmethoden gegen Krebs, Schlaganfall, Alzheimer, HIV/AIDS und andere Krankheiten zu entwickeln, muss die Bundesregierung einen systematischen Ausstiegsplan aus Tierversuchen festlegen:

Ein Ausstieg ist überfällig, es gibt keinen anderen Weg, finden die drei Influencer. Stattdessen sollte jetzt in richtige, also für den Menschen aussagekräftige Forschung ohne Tiere investiert werden.

PETA fordert unter anderem eine humanrelevante Forschung, in der sich die Ergebnisse zuverlässig auf den Menschen übertragen lassen:

Nur logisch“, findet Fabian, „jeder würde das fordern.“ Pia meint, die Fokussierung auf eine sichere Übertragbarkeit ist überfällig, um Menschenleben nicht zu gefährden. Victoria hält fest: „Eine humanrelevante Forschung müsste eigentlich der Anspruch aller Forscher sein, und die Ergebnisse sollten sich immer auf den Menschen übertragen lassen – was leider nicht der Fall ist; somit ist das Tierversuchsmodell das falsche.“

PETAs Research Modernisation Deal: Was ist geplant?

Der Research Modernisation Deal ist ein Leitfaden zur effektiveren Verwendung von Forschungsgeldern. Tierversuche gehören abgeschafft, und an ihre Stelle müssen Forschungs- und Testmethoden rücken, die zu relevanteren Ergebnissen für Mensch und Umwelt führen. Der Strategieplan richtet sich an Regierungen, Aufsichtsbehörden und Förderinstitutionen in Deutschland und anderen Ländern der Welt.

Unterstützt noch heute PETAs Konzept zum Ausstieg aus Tierversuchen mit eurer Unterschrift!

wissenschaft statt tierversuche