„Tiger King“ auf Netflix: Verherrlicht „Großkatzen und ihre Raubtiere“ Tierquälerei?

Netflix erzählt eine Geschichte rund um Tigerdressur, Tierrechte und Auftragsmord als Doku nach. Wie gut kommt der fragwürdige Joe Exotic dabei weg?

Netflix

In der Beschreibung der neuen Doku „Tiger King“ (auf Deutsch: „Großkatzen und ihre Raubtiere“) nennt Netflix den Mann im Mittelpunkt der Geschichte „exzentrisch“, „kultig“ und „charismatisch“ – ziemlich zahme Begriffe für jemanden, der mehrere Tiger erschossen, andere Tiere illegal verkauft, Unterlagen gefälscht und einen Auftragsmörder bezahlt hat, um eine Tierrechtsaktivistin zu erschießen.

Joe Exotic wurde als Betreiber eines Großkatzen-Zoos in Oklahoma bekannt, der die Tiere dort zu gefährlichen Stunts zwang, um sich mit ihnen filmen und fotografieren zu lassen. Als die Tierrechtsaktivistin Carole Baskin ihn von dieser Tierquälerei abhalten wollte, heuerte er einen Auftragsmörder an, um sie zu töten. Jetzt erzählt Netflix diese wahre Geschichte nach, und während die Einen Joe Exotic als Kultfigur feiern, kritisieren die Anderen, dass die Tierquälerei dabei fast unter den Tisch fällt. Zumindest einige Zahlen in der Doku sollten aber auch die größten "Tiger King"-Fans zum Nachdenken bringen: 5.000 bis 10.000 Tiger leben demnach allein in den USA in Gefangenschaft. In der Freiheit sind es nur noch 4.000.

Diese Filme lohnen sich auf Netflix auf jeden Fall.

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.
Go Vegan!

10 Filme, die jetzt jeder auf Netflix sehen sollte

Wenn schon auf Netflix rumhängen, dann wenigstens ab und zu mal mit ein bisschen Tierrechtsbewusstsein. Diese Dokus und Spielfilme sind die wichtigsten.

Foto: Lloyd Dirks

Dokus

We Feed The World (2005)

Die Massenproduktion von Nahrungsmitteln schadet nicht nur Tieren, sondern auch Menschen und der Umwelt. Der österreichische Film macht das mit eindrucksvollen Bildern aus Geflügelfabriken, von hungernden Getreidebauern und genmanipuliertem Tierfutter deutlich.

Food, Inc.(2008)

Auch die amerikanische Doku zieht nicht die letzte Konsequenz (das Leben ohne Tierprodukte), lohnt sich aber für erschreckende Einblicke in die Fleischindustrie, die rücksichtslos mit Tieren und Menschen umgeht.

Die Bucht (2009)

Ein Team aus Tierrechtlern, Tauchern und Unterwasserfilmern deckt auf, wie im japanischen Taiji regelmäßig Delfine in eine geheime Bucht getrieben, gefangen gehalten und anschließend an Delfinarien in aller Welt verkauft werden. Spannend wie ein Thriller und zu Recht Oscar-prämiert.

Blackfish (2013)

Kein Wunder, dass Seaworld diesen Film hasst. Die Doku zeichnet nach, wie der Schwertwal Tilly im Meer gefangen und anschließend unter so brutalen Bedingungen gehalten wurde, dass er sich schließlich gegen seine Peiniger auflehnt.

Live And Let Live (2013)

In seinem Film spricht Marc Pierschel mit verschiedenen Veganern und Tierrechtsaktivisten, um ihre ganz unterschiedlichen Hintergründe zu zeigen. Vom vegan gewordenen Metzger bis zu Sportlern ist alles dabei.

Cowspiracy (2014)

Klingt nach Verschwörungstheorie, basiert aber auf Fakten. Die Doku beleuchtet, warum ausgerechnet die größten Umweltschutzorganisationen das größte Klimaproblem verschweigen: den Fleischkonsum. Selbst wer sich nicht für Tiere interessiert, bekommt hier genug Gründe für ein veganes Leben.

Spielfilme

Zurück nach Hause (Homeward Bound) (1993)

Eine Familie fährt in Urlaub und gibt ihre zwei Hunde und eine Katze solange auf einem Bauernhof ab. Die verstehen die Situation nicht und machen sich gemeinsam auf den langen Heimweg. Taschentuchkino nicht nur für Kinder.

Ein Schweinchen namens Babe (1995)

Noch ein Kinderfilm-Klassiker, diesmal mit einem Ferkel in der Hauptrolle. Babe hat schon seine Eltern ans Schlachthaus verloren und kann demselben Schicksal nur entkommen, indem es sich als Schäferschwein beweist. Wer die Bauernhofidylle ausnahmsweise übersieht, wird daran erinnert, wie schlau Schweine sind.

Natürlich blond 2 (2003)

Im zweiten Teil der schreiend pinken Komödie ist Elle Woods zur Anwältin in einer großen Kanzlei aufgestiegen. Als sie entdeckt, dass die Mutter ihres Hundes Brutus in einem Labor der Kosmetikindustrie gefangen gehalten wird, setzt sie sich für die Abschaffung aller Tierversuche ein.

Sharknado (2013)

Grandioser Trash mit wahrem Kern: Ein Sturm fegt über Los Angeles und sammelt dabei eine Ladung Haie ein, die ein Fischkutter unter Deck gefangen gehalten hat. Wir lernen: Tiere massenhaft einzusperren ist immer eine blöde Idee. Und: Hai-Tornados sind die gefährlichsten von allen.