Tofu zubereiten – So geht es richtig

Naturtofu schmeckt pur nach einem Schwamm aus Langeweile. Erst mit der richtigen Technik wird daraus die vielseitigste Zutat in der veganen Küche.

Vorher immer: Auspressen

Die Flüssigkeit in der Verpackung dient dazu, den Tofu bis zum Öffnen frisch zu halten, hält anschließend aber Marinaden und Gewürze davon ab, sich breitmachen zu können. Die Verpackung also öffnen und das Wasser abgießen. Danach den Tofu in Küchenpapier wickeln, zwischen zwei Teller legen und für mindestens 10 Minuten mit einem Buch, einer Packung Mehl oder anderen Gegenständen beschweren.

Marinieren

Der ausgepresste Tofu kann Marinaden viel besser aufnehmen. Eine einfache lässt sich zum Beispiel aus Olivenöl, Orangensaft, Sojasauce und Knoblauch mischen, aber auch andere Öle, Essig, Miso- oder Korianderpaste oder Zwiebeln passen super zusammen. Den Tofu am besten vorher schon in Scheiben, Würfel oder Streifen schneiden und dann mindestens eine halbe Stunde darin einlegen. Noch einfacher ist es, den Tofu über Nacht oder über mehrere Tage mitsamt Marinade in einer luftdichten Dose im Kühlschrank zu lagern und so immer marinierten Tofu zur Hand zu haben.

Panieren

Alternativ zur Marinade oder zusätzlich kann man Tofu in Sesamkörnern wälzen, klassisch mit Semmelbröseln oder Paniermehl plus Gewürzen panieren oder in Sojamilch tunken und in einer Mischung aus Mehl, Salz, Pfeffer und Paprika wälzen, bevor er in der Pfanne oder im Frittierfett landet.

Braten

Wenn es schnell gehen soll, den Naturtofu in einer Pfanne mit viel Öl und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen wie Paprika, Curry, Kurkuma oder Sojasauce anbraten. Dazu passen auch super Zwiebeln, Tomaten und grob gehackte Chilis. Der angebratene Tofu macht sich besonders gut auf Salaten oder in Currys oder Suppen. Auch bereits verarbeiteten Tofu wie Räuchtofu kann man sehr gut noch anbraten, wenn man ihn etwas knuspriger haben will.

Frittieren

Wer eine Fritteuse besitzt oder gerne mit Töpfen voll heißem Öl spielt, kann marinierten Naturtofu oder Varianten wie Räucher-, Mandel- oder Paprikatofu auch darin frittieren.

Backen

Noch eine Möglichkeit: Den Tofu in Olivenöl, Salz, Pfeffer und je nach Geschmack anderen Gewürzen und Kräutern wälzen und auf einem Backblech im Ofen bei 200 Grad ungefähr 30 Minuten backen, dabei nach der Hälfte der Zeit wenden. Auch beim Überbacken von Aufläufen macht Tofu sich sehr gut, wenn man ihn mit Kräutern, Zitronensaft, Gemüsebrühe, Pfeffer, Salz und etwas Wasser zu einer feinen Masse püriert.

Wie wäre es mit unserem Rezept für Rührtofu?

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Warum Rührtofu viel mehr kann als Rührei

Und das nicht mal nur aus Tiersicht. Hier sind 6 Gründe, warum alle was davon haben, Tofu statt Eier zu rühren.

Allzeit bereit

Ist doch immer so: Der Heißhunger kommt nachts, am Wochenende oder zu sonstigen Zeiten, an denen schnelle Supermarktbesuche keine gute Option sind. Eier sind nicht dafür gemacht, im Kühlschrank besonders lange „frisch“ zu bleiben, um auf solche Momente zu warten. Ein ungekühltes Stück Tofu hält sich dagegen dank natürlicher Gerinnungsprozesse wochenlang und ist jederzeit auf den Punkt einsatzbereit.

Sortenreichtum

Eier sind Eier, und wer nicht gerade die Nester von Pinguinen oder Schnabeltieren plündert, bekommt nicht so schnell Abwechslung in die Pfanne. Bei Tofu reicht es, statt zum Naturblock zu Räuchertofu, Mandel-Nuss-Tofu, Oliventofu, Paprikatofu, Tomatentofu, Seidentofu oder sogar selbst zusammengestelltem Tofu zu greifen, um alles ein ganzes Stück aufzumischen.

Denkt an die Kinder!

Das sagen wir immer, schon klar, aber es stimmt halt auch immer: Die Eier-Industrie hat sich spezielle Hühner zurechtgezüchtet, die extrem viele Eier legen, aber nicht viel Fleisch ansetzen und damit für die Fleischindustrie nicht nützlich sind. Weil aber nur die weiblichen Hühner Eier legen können, werden die männlichen Küken direkt nach der Geburt geschreddert oder vergast. Allein in Deutschland sind das 50 Millionen Küken pro Jahr. Für Tofu stirbt kein einziges Huhn.

Denkt an die Umwelt!

Für Tofu wird der Regenwald abgeholzt? Völliger Unsinn. Die Eierindustrie verschwendet viel mehr Ressourcen, als für den menschlichen Verzehr angebautes Soja das jemals könnte.

Denkt an eure Gesundheit!

Und apropos Mythen: Dass Soja hormonverändernd, grundsätzlich genmanipuliert oder sonstwie ungesund wirkt, ist Quatsch. Was allerdings stimmt: Rührtofu enthält null Cholesterin, ungefähr ein Zehntel des Natriums von Rührei, fast doppelt so viel Protein und mehr als zehnmal so viel Kalzium. Und das alles noch, bevor man Gemüse und sonstigen Vitaminkram drin unterbringt.

Idiotensicher

Bei Rührei muss man darauf achten, dass keine Schale im Essen landet, man nicht versehentlich ein faules Ei erwischt und die flüssige Pampe möglichst so stockt, dass sie sich rühren lässt und eventuelle Salmonellen sterben. Nicht der Gipfel der Kochkunst, aber auch nicht der größte Spaß, wenn man müde oder verkatert am Herd steht. Bei Rührtofu muss man sich schon extrem anstrengen, um irgendwas falsch zu machen, schließlich ist der Sojaklotz von Anfang an fest und gar und muss nur noch ein bisschen gebräunt werden. Das schafft wirklich jeder.

Der Teil mit der Überzeugungsarbeit ist geschafft, fehlt nur noch das beste Rührtofu-Rezept.