Was mache ich mit alten Lederklamotten, Kosmetik und der Butter im Kühlschrank?

Ihr seid jetzt vegan, habt aber noch unvegane Sachen zu Hause? So werdet ihr sie am besten los.

Aufbrauchen

Manche Menschen finden es okay, die angebrochene Butter im Kühlschrank noch aufzubrauchen oder den Lippenstift mit Karmin zuende zu benutzen, nachdem sie vegan geworden sind, während anderen schon den Gedanken an die Inhaltsstoffe und die Tierquälerei dahinter widerlich finden. Solange es nicht um einen Pelzmantel geht oder ihr den Lippenstift von eurer Youtube-Infobox aus verlinkt und damit Werbung für unvegane Produkte macht, ist das eure Entscheidung. Hauptsache, ihr werft nicht alles einfach weg. Wenn ihr Produkte nicht selbst aufbrauchen möchtet, gibt es schließlich auch noch andere Möglichkeiten:

Verschenken

Solange es nicht um ein angebissenes Buttercroissant oder die Cushion-Foundation mit euren Privatbakterien drin geht, lassen sich die meisten Produkte noch super verschenken. Vielleicht habt ihr Freunde, Familienmitglieder, Kommilitonen oder Arbeitskollegen, die sich über eine Packung unveganer Kekse oder den Wollpulli freuen. Es mag sich komisch anfühlen, unvegane Sachen unter die Leute zu bringen, aber im besten Fall sorgt euer Geschenk ja dafür, dass dafür ein neues unveganes Produkt weniger gekauft wird. Und außerdem kommt ihr so vielleicht direkt ins Gespräch und könnt erzählen, warum ihr selbst euch fürs vegane Leben entschieden habt.

Spenden

Den berüchtigten Pelzmantel spendet ihr am besten an Hilfsorganisationen, die ihn an Menschen in kalten Regionen weitergeben, die sich selbst keine warme Kleidung leisten können. Auch über die Lederjacke, die niemand aus eurem Freundeskreis übernehmen will, oder das noch nicht angebrochene Deo der Tierversuchsfirma freuen sich viele Organisationen – fragt zum Beispiel mal bei der Obdachlosenhilfe, der Tafel, dem Umsonstladen oder dem Frauenhaus in eurer Gegend nach. Für einzelne Lebensmittel gibt es in vielen Städten auch online oder offline organisierte Verschenke- oder Tauschbörsen, bei denen sich fast immer Abnehmer für eure Dinge finden.

Mehr zum Thema: Ist es besser, über Nacht vegan zu werden, oder Schritt für Schritt?

Ernährung

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Findet euren eigenen Weg

Es gibt Leute, die von heute auf morgen vegan werden, nachdem sie „Earthlings“ oder „Okja“ gesehen haben, und es gibt die, die erst mal vorsichtig die Eiernudeln weglassen, dann auf Sojamilch im Kaffee umsteigen und irgendwann auch Pizza mit veganem Käse bestellen. Wie man es macht, ist letztlich eine Frage der Persönlichkeit. Manchen Menschen hilft es, sich Schritt für Schritt an eine Veränderung heranzutasten, während andere lieber den radikalen Schnitt machen. Wichtig nur: Behaltet in jedem Fall im Kopf, warum ihr euch dazu entschieden habt, vegan zu leben. So lauft ihr nicht Gefahr, alles wie einen Neujahrsvorsatz schnell wieder über den Haufen zu werfen oder nach dem ersten Schritt keine weiteren mehr zu tun.

Informiert euch

Ganz wichtig natürlich: Informiert euch darüber, was eine vegane Ernährung ausmacht und wie sie funktionieren kann. Das heißt nicht, dass ihr erst mal zehn dicke Bücher wälzen müsst, bevor ihr euren ersten Seitan-Döner essen dürft, aber es hilft immer, sich ein bisschen passendes Wissen anzueignen. Wenn ihr über Nacht vegan geworden seid, weil ihr euch nicht vorstellen könnt, jemals wieder ein totes Tier zu essen, dann werft einen Blick auf die wichtigsten Nährstoffe, damit ihr nicht zum Puddingveganer werdet. Wenn ihr es langsam angeht, weil es euch noch schwer fällt, euch einen Kühlschrank ohne Fleisch, Milch und Eier vorzustellen, hilft euch vielleicht unser Guide zu den besten Alternativen. So oder so: Unser Vegan Kickstart ist immer für euch da und begleitet euch bei allen Fragen rund um Ernährung, Rezepte und komische Kommentare von Mitmenschen.

Sucht euch Gleichgesinnte

Euch ist plötzlich komplett klar, warum es falsch ist, Tiere zu essen, aber euer Umfeld sieht das irgendwie anders? Habt Geduld mit Freunden und Familie, die vielleicht nicht direkt verstehen, warum ihr auf einmal alles anders machen wollt. In Vegan-Gruppen auf Facebook, bei Vegan-Accounts of Instagram oder auch in eurem Streetteam vor Ort findet ihr Leute, denen es ähnlich geht wie euch und die meist ziemlich gute Tipps haben – egal ob ihr direkt ganz vegan geworden seid oder noch auf dem Weg dahin. Oft findet ihr hier neue vegane Produkte aus dem Supermarkt, Restaurantempfehlungen oder persönliche Tipps für die allerbeste vegane Bolognese.

Stresst euch nicht

Wenn ihr die Entscheidung getroffen habt, vegan zu leben, ist das schon ein riesiger Schritt. Klar ist es jetzt wichtig, das auch durchzuziehen, aber macht euch nicht selbst fertig, wenn nicht direkt alles klappt. Ihr habt das Butterreinfett in der Zutatenliste der vermeintlich veganen Schokolade übersehen oder bei der Familienfeier doch mal vom Grillkäse probiert? Stresst euch deswegen nicht und gebt euch danach einfach Mühe, es besser zu machen. Ob man hundertprozentig vegan leben kann, ist eh eine philosophische Frage – und die Antwort ist immer: es geht nicht um Perfektion, sondern darum, es zu versuchen.

Werft nicht alles weg

Ein letzter Hinweis noch: Verwechselt den Schritt ins vegane Leben – egal ob auf einmal oder nach und nach – nicht mit einer großen Ausmist-Aktion, bei der ihr alles in den Müll werft, was nicht tierfrei ist. Vielleicht mögt ihr den Kuhmilch-Joghurt im Kühlschrank nicht mehr essen oder könnt es nicht mit euch vereinbaren, eure Lederschuhe aufzutragen, aber dann überlegt lieber, an wen ihr sie weitergeben könnt. Dafür kaufen diese Menschen schließlich im besten Fall ein Tierprodukt weniger – und vielleicht könnt ihr mit ihnen auch über eure Gründe dafür sprechen, dass ihr solche Dinge jetzt nicht mehr verwenden wollt.

Ihr seid bereit fürs Veganwerden in eurem Tempo? Unser Vegan Kickstart hilft euch.