Kann man vegan sein, wenn man keinen Tofu mag?

Dem Klischee nach ernähren sich Veganer hauptsächlich von Tofu. Was aber, wenn man gar nicht so drauf steht?

Die richtige Zubereitung

Bevor ihr Tofu komplett abschreibt, eine vorsichtige Frage: Wisst ihr, wie man ihn richtig zubereitet? Die allerwenigsten Leute beißen gerne in einen ungewürzten und kalten weißen Block Tofu. Aber mariniert, gebraten, frittiert, als Rührtofu oder als Feta schmeckt er euch ja vielleicht doch. Und wenn ihr nicht alles selbst machen wollt, schaut mal im Supermarkt nach Räuchertofu, Basilikum-Tofu oder Würstchen auf Tofu-Basis.

Die Alternativen

Oft sagen Menschen „Tofu“, wenn sie „Fleischalternativen“ meinen. Die gute Nachricht, falls ihr kein Soja mögt oder vertragt oder Abwechslung wollt: Es gibt noch so viele andere. Probiert es beispielsweise mal mit Seitan oder Tempeh, mit Schnitzeln auf Basis von Erbseneiweiß, mit Jackfruit auf dem Burger, einem Portobello-Pilz als Steak oder mit Fish & Chips aus Bananenblüten. Einen „fleischigen“ Geschmack und die passende Konsistenz bekommt man schließlich auf ganz viele verschiedene tierfreie Arten hin.

Die Nährstoffe

Keine Frage, Tofu ist ein super Lieferant für Eiweiß und andere Nährstoffe. Aber beim Blick auf die vegane Nährstoffübersicht und die vegane Ernährungspyramide wird klar: Die Basis bilden – neben genug Wasser – immer noch Gemüse und Obst, nicht Tofuwürstchen. Und in der Protein-Kategorie finden sich beispielsweise auch alle möglichen Hülsenfrüchte, Vollkorn-Getreide, Pseudogetreide wie Quinoa, Nüsse und sogar Brokkoli und Kartoffeln. Es ist also ziemlich leicht, sich auch ohne Tofu eine ausgewogene Ernährung zusammenzustellen.

Darauf direkt mal italienische Tempeh-Bällchen mit Spaghetti und Tomatensoße.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
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Ihr seid jetzt vegan, habt aber noch unvegane Sachen zu Hause? So werdet ihr sie am besten los.

Aufbrauchen

Manche Menschen finden es okay, die angebrochene Butter im Kühlschrank noch aufzubrauchen oder den Lippenstift mit Karmin zuende zu benutzen, nachdem sie vegan geworden sind, während anderen schon den Gedanken an die Inhaltsstoffe und die Tierquälerei dahinter widerlich finden. Solange es nicht um einen Pelzmantel geht oder ihr den Lippenstift von eurer Youtube-Infobox aus verlinkt und damit Werbung für unvegane Produkte macht, ist das eure Entscheidung. Hauptsache, ihr werft nicht alles einfach weg. Wenn ihr Produkte nicht selbst aufbrauchen möchtet, gibt es schließlich auch noch andere Möglichkeiten:

Verschenken

Solange es nicht um ein angebissenes Buttercroissant oder die Cushion-Foundation mit euren Privatbakterien drin geht, lassen sich die meisten Produkte noch super verschenken. Vielleicht habt ihr Freunde, Familienmitglieder, Kommilitonen oder Arbeitskollegen, die sich über eine Packung unveganer Kekse oder den Wollpulli freuen. Es mag sich komisch anfühlen, unvegane Sachen unter die Leute zu bringen, aber im besten Fall sorgt euer Geschenk ja dafür, dass dafür ein neues unveganes Produkt weniger gekauft wird. Und außerdem kommt ihr so vielleicht direkt ins Gespräch und könnt erzählen, warum ihr selbst euch fürs vegane Leben entschieden habt.

Spenden

Den berüchtigten Pelzmantel spendet ihr am besten an Hilfsorganisationen, die ihn an Menschen in kalten Regionen weitergeben, die sich selbst keine warme Kleidung leisten können. Auch über die Lederjacke, die niemand aus eurem Freundeskreis übernehmen will, oder das noch nicht angebrochene Deo der Tierversuchsfirma freuen sich viele Organisationen – fragt zum Beispiel mal bei der Obdachlosenhilfe, der Tafel, dem Umsonstladen oder dem Frauenhaus in eurer Gegend nach. Für einzelne Lebensmittel gibt es in vielen Städten auch online oder offline organisierte Verschenke- oder Tauschbörsen, bei denen sich fast immer Abnehmer für eure Dinge finden.

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