Bekommt man von Soja größere Brüste?

Was passiert, wenn man die Phytoöstrogene aus Soja auf den menschlichen Hormonhaushalt loslässt? Nicht das, was manche Leute denken.

09.Mai 2017

Und wieder so ein Gerücht, in das man sich viel zu leicht verrennen kann: In Soja stecken Phytoöstrogene, die sind so ähnlich wie das „Frauenhormon“ Östrogen, das in der Pubertät dafür sorgt, dass die Brüste wachsen – also macht Sojaessen auch größere Brüste, richtig? Falsch.

Zunächst einmal sollte man Phytoöstrogene nicht mit Östrogenen verwechseln. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine ähnliche Struktur haben wie Östrogene und deshalb an Östrogenrezeptoren andocken können. Sie können östrogen, aber auch antiöstrogen wirken, also eine ähnliche Wirkung haben wie Östrogene oder auch die entgegengesetzte, diese Wirkung ist aber meist viel schwächer als die von menschlichen Hormonen. Damit Phytoöstrogene im Körper auch nur ansatzweise so wirken wie Östrogene, müsste man extreme Mengen davon zu sich nehmen, also zum Beispiel jeden Tag literweise Sojamilch trinken.

Wie man überhaupt auf so unrealistische Ideen kommt? Klar, im Tierversuch. Versuche mit Ratten haben zum Beispiel gezeigt, dass Phytoöstrogene einen Einfluss auf den Testosteronspiegel der Tiere haben, Studien mit Menschen zeigen einen solchen Effekt nicht. Das heißt nicht nur mal wieder, dass sich Tierversuche nicht auf Menschen übertragen lassen, sondern auch, dass man vor Soja keine Angst haben muss. Phytoöstrogene machen weder das Sperma kaputt, noch beeinflussen sie das Bartwachstum oder die Größe der Brüste. Die ändert sich zum Glück – oder leider – nicht so schnell.

In normalen Mengen wirken Phytoöstrogene eher positiv auf den Körper. In Soja findet man vor allem Isoflavone, die möglicherweise das Risiko verringern können, an Brustkrebs zu sterben. Wenn man dann auch noch daran denkt, dass der Verzehr von Kuhmilch wahrscheinlich das Risiko für manche Krebsarten erhöht, klingt eine vegane Ernährung schon ein bisschen gesünder als eine mit Tierprodukten.

Apropos Hormonstress: So kommt ihr vegan mit Regelschmerzen klar.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Mehr Erfahren

Go Vegan!

Guinness ist endlich vegan

Beste Nachricht für Fans von irischem Bier: Guinness wird nicht mehr durch Fischteile gefiltert.

09.Mai 2017

Guinness ist ab sofort komplett vegan. Nachdem zuerst nur das gezapfte Guinness tierfrei war, ist es jetzt auch das in Dosen und Flaschen. Die St. James Gate Brewery hat endlich aufgehört, es durch die Schwimmblase von Fischen zu filtern, und ist stattdessen auf einen komplett veganen Herstellungsprozess umgestiegen.

Wer lieber Pils als Stout trinkt, hat es schon länger leicht: Alle in Deutschland gebrauten Biere sind automatisch vegan, weil das Reinheitsgebot den Einsatz von Schwimmblasen und sonstigen Tierprodukten verbietet. Erst bei Mischgetränken mit Limo sollte man noch mal kurz aufpassen, weil der Saft darin mit Gelatine geklärt sein kann.

Ihr trinkt lieber ganz andere Sachen? Wir haben zusammengefasst, welche alkoholischen Getränke vegan sind.