Der vegane Elternguide

Ihr wollt vegan leben, aber eure Eltern sind dagegen? Wir haben Tipps, wie ihr euch gegenseitig besser versteht.

18.Apr 2016

Informiert euch

Oft macht sich eure Familie einfach nur Sorgen, dass ihr Mangelerscheinungen bekommt. Informiert euch also und erklärt euren Eltern, Großeltern und anderen besorgten Verwandten, warum das Risiko eines Eiweißmangels gegen Null tendiert, ihr für gesunde Knochen keine Milch braucht und mit einer pflanzlichen Ernährung sogar Krankheiten vorbeugt. Wenn ihr eure Eltern ernst nehmt, nehmen sie euch meist auch ernst.

Bleibt im Gespräch

Auch wenn es nerven kann, immer wieder auf die gleichen Fragen antworten zu müssen: Wehrt sie nicht einfach ab, sondern bleibt sachlich und geduldig. Vielleicht hilft es, euren Eltern unsere FAQs unten als PDF auszudrucken oder ihnen ein Buch über vegane Ernährung zu geben. Bei Verwandten, die absichtlich immer wieder mit den gleichen blöden Sprüchen kommen, hilft meist auch ein bisschen Humor. Und wenn ihr mit jemandem so gar nicht auf einen Nenner kommt, einigt euch eben darauf, dass ihr beim Essen euer eigenes Ding macht und dafür andere Gemeinsamkeiten habt.

Geht mit einkaufen

Verständlich, wenn eure Eltern keine Lust haben, sich im Supermarkt durchs Pflanzenmilch-Regal zu wühlen oder die veganen Aufstriche zu suchen. Geht also mit und zeigt ihnen mithilfe unseres Einkaufsguides, wo es welche veganen Produkte gibt und dass veganes Einkaufen weder besonders aufwändig noch teuer sein muss. Außerdem könnt ihr euch zusammen für Nudeln ohne Ei, frisches Obst und Gemüse oder zufällig vegane Süßigkeiten entscheiden, die das gemeinsame Essen anschließend viel einfacher machen.

Fangt an zu kochen

Eure Eltern haben vermutlich schon genug um die Ohren, klar also, dass sie nicht vor Freude ausflippen, wenn sie auf einmal ein zusätzliches Gericht kochen sollen. Zeigt ihnen also, dass es oft gar nicht darum geht, alles umzuwerfen, sondern ihr euch zu Salzkartoffeln und Mischgemüse einfach selbst ein Stück Seitan in die Pfanne werfen könnt, während der Rest der Familie Schweineschnitzel isst. Oder ihr nehmt euren Eltern die Kocharbeit mal komplett ab und überrascht sie mit schneller One-Pot-Pasta, veganem Kuchen zum Kaffee oder Pancakes als Sonntagsfrühstück. Damit bleibt der Familienfrieden immer noch am besten gewahrt.

Tierversuche

Weil man nicht alles ausprobieren muss.
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Die vier nervigsten Mythen über Soja

Wer Veganer nicht mag, hat oft auch merkwürdige Vorurteile gegenüber Soja. Woher auch immer die kommen, wir räumen damit auf.

18.Apr 2016

01 Alle Veganer essen Soja

Abgesehen davon, dass Soja kein exklusiv veganes Lebensmittel ist (schließlich essen auch viele Fleischesser Sojasoße), gibt es genug Veganer, die wenig oder gar kein Soja zu sich nehmen. Schließlich gibt es auch Haselnussmilch, Seitanwürstchen, Kokosjoghurt und zig andere vegane Eiweißquellen – da wäre es ja langweilig, sich auf eine festzulegen.

02 Soja ist ungesund

Klar, wer versucht, Sojabohnen roh und unverarbeitet zu essen, wird davon genauso Bauchschmerzen bekommen wie von ungekochten Kartoffeln oder rohen Weizenkörnern. Gekochte und zu Milch, Tofu oder anderen Produkten verarbeitete Sojabohnen sind aber fettarm und eiweißreich. Und solange man die darin enthaltenen Phytoöstrogene nicht in hochkonzentrierter Tablettenform zu sich nimmt, muss man sich auch keine Sorgen um den Hormonhaushalt machen.

03 Veganer machen den Regenwald kaputt

Zwar werden tatsächlich riesige Flächen Regenwald gerodet, um darauf Soja und andere Pflanzen anzubauen – aber nicht für den menschlichen Verzehr, sondern um damit Tiere in der Intensivtierhaltung zu füttern. Um aus denen Lebensmittel herzustellen, braucht man viel mehr Soja, als wenn man es den Menschen direkt geben würde. Wenn man es schon so platt sagen will, machen also die Fleischesser den Regenwald kaputt.

04 Soja ist immer genmanipuliert

Ob Tiere, deren Fleisch oder Milch man kaufen kann, mit genmanipuliertem Soja gefüttert wurden, lässt sich tatsächlich nicht immer nachvollziehen. Und auch bei Tofu aus dem Asialaden fehlt oft die nötige Kennzeichnung. Wer Gentechnik in Sojabohnen, Reis oder Mais vermeiden will, achtet am besten auf Bio-Siegel, die garantieren, dass ein Produkt nicht gentechnisch verändert wurde.