Dürfen Veganer Haustiere haben?

Es klingt erst mal widersprüchlich: Tiere in Ruhe lassen wollen, aber sie dann zu sich ins Haus holen. Warum machen Veganer sowas?

23.Jan 2017

Natürlich haben längst nicht alle Veganer Haustiere, aber manche dann eben doch. Dabei sagen doch gerade Veganer immer, dass man Tiere am besten in Ruhe lassen sollte, weil sie nicht dazu da sind, Menschen zu unterhalten oder in unnatürlicher Umgebung zu leben. Wie passt das zusammen?

Übervolle Tierheime durch Züchter

Das Problem ist, dass Menschen schon vor Tausenden von Jahren angefangen haben, Tiere zu domestizieren, also an das Leben im Haus zu gewöhnen. Menschen haben Wölfe gezähmt, aus denen im Laufe der Jahrtausende unsere heutigen Hunde wurden, und sie haben Katzen als Mäusefänger gehalten. Mit der Zeit fing der Mensch außerdem an, sich auch Meerschweinchen, Kaninchen, Fische und Schildkröten ins Haus zu holen. Inzwischen ist daraus eine riesige Industrie entstanden, die immer neue Tiere „produziert“ – viel mehr, als Menschen halten können.

Wie Geschäftsleute kalkulieren auch viele Tierzüchter so, dass sie möglichst hohe Gewinne machen. Das bedeutet nicht nur, dass sie Tiere besonders billig unter oft schlimmen Bedingungen halten, sondern auch, dass sie immer mehr Tiere züchten, obwohl die Tierheime jetzt schon überfüllt sind. Es besteht also ein Problem der Überpopulation, und die Frage ist, wie wir es lösen. Tierheime leisten dazu einen wichtigen Beitrag, aber natürlich ist es für die Tiere am besten, wenn sie ein eigenes liebevolles Zuhause bekommen. Deshalb versuchen viele Veganer, Tiere aus dem Tierheim aufzunehmen und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Was ihr vor der Adoption beachten solltet

Natürlich sollte man sich eine solche Entscheidung immer gut überlegen und über die Bedürfnisse der Tiere informiert sein. Wichtig ist in jedem Fall, die Tiere zu kastrieren, damit das Problem der Überpopulation nicht noch größer wird. Und auch wenn es schwer fällt, Tiere beim Züchter zurückzulassen: Mit jedem Kauf beim Züchter unterstützt man das Geschäft und sorgt dafür, dass es letztlich immer mehr heimatlose Tiere gibt. Deshalb sollte man immer ein Tier aus dem Tierheim adoptieren.

Ihr denkt darüber nach, euch eine bestimmte Hunderasse zuzulegen? Überlegt noch mal.

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Ist Brot vegan?

Kurze Antwort: meistens ja. Lange Antwort: Es gibt ein paar Inhaltsstoffe, auf die man achten sollte.

23.Jan 2017

Beim Bäcker

Oldschool-Bäcker brauchen keine Zusatzstoffe, um Brot lecker und locker zu bekommen. Basiszutaten wie Mehl, daraus hergestellter Sauerteig, Hefe, Schrot, Salz und Wasser sind natürlich alle vegan. Aufpassen sollte man bei Backferment, das mit Honig angesetzt worden sein kann, und bei weicheren Brotsorten wie Brioche, in denen Milch und Eier stecken können. Billigbäcker sparen außerdem manchmal Geld, indem sie L-Cystein (E 920) einsetzen, das zum Beispiel aus Schweineborsten gewonnen wird. Ansonsten gilt das Offensichtliche: Käsebrötchen, Buttercroissants und Milchbrötchen sind nicht vegan, sowas wie Dinkelvollkornbrot meist schon. Bäckereien sind dazu verpflichtet, vor Ort Infos zu Inhaltsstoffen und Allergenen bereitzustellen, also fragt einfach nach. Meistens liegen solche Infos schon aus oder die Produkte sind entsprechend gelabelt.

Im Supermarkt

Bei Aufbackbrötchen, Dosenbrötchen und abgepacktem Brot gilt dasselbe wie in der Bäckerei, nur dass im Zweifel ein paar Zusatzstoffe mehr drinstecken. Viele Vollkornbrote, Baguettebrötchen, Bagels, Körnerbrötchen und sonstige Fertigsachen sind aber vegan. Wenn die Zutatenliste nicht genau erklärt, welche Aromen beispielsweise verwendet wurden, hilft unser Einkaufsguide oder eine Produktanfrage beim Hersteller.

Unterwegs

Auch bei Burgerbrötchen, Pita und Wraps stellt sich manchmal die Frage, ob das darin verbaute Brot vegan ist. In den allermeisten Fällen kann man davon ausgehen, dass in Fladenbrot nichts Tierisches steckt und man sich deshalb zum Beispiel um Falafelsandwiches mit veganer Soße keine Sorgen machen muss. Burgerbrötchen und Bagel können unvegane Zusatzstoffe enthalten, deshalb lohnt es sich bei nicht ausdrücklich vegan gekennzeichneten Gerichten immer, nachzufragen und den Cafés und Imbissen so zu zeigen, dass es Interesse an veganen Produkten gibt.

Apropos Burger und Wraps: Diese veganen Gerichte gibt es bei Fast-Food-Ketten.