Was ist „In-vitro-Fleisch“? Alle Infos zu Laborfleisch

Echtes Fleisch, aber nicht aus echten Tieren? Erfahrt hier, was Laborfleisch ist und warum dabei immer wieder von Kälberserum die Rede ist.

13.Jan 2022

Fleischkonsum ohne schlechtes Gewissen? Das soll Laborfleisch, auch In-vitro-Fleisch oder Clean Meat genannt, in Zukunft möglich machen. Erfahrt hier, warum dieses Fleisch aus Zellkulturen besser für euch, die Umwelt und die Tiere ist.

Was ist „In-vitro-Fleisch“?

Sogenanntes In-vitro-Fleisch ist auch als Laborfleisch bekannt – und beide Bezeichnungen beschreiben ganz gut, wie dieses Fleisch entsteht: Man entnimmt Stammzellen von Tieren und lässt sie in der Reagenzschale zu Fleisch wachsen. So entsteht echtes Fleisch, für das aber keine Kühe, Schweine oder Hühner  getötet werden. Irgendwann soll dieses Laborfleisch auch in großen Produktionsbetrieben entstehen.

Wie funktioniert „In-vitro-Fleisch“?

Um „In-vitro-Fleisch“ herzustellen, werden wenige Muskelstammzellen von lebenden Tieren entnommen, in einer Nährlösung kultiviert und vermehrt. Aus den Stammzellen entwickeln sich Muskelzellen, die in einigen Wochen zu Muskelfasern zusammenwachsen. Diese Fasern bilden am Ende das Fleisch, das beispielsweise für Burgerpattys verwendet werden kann. [1]

Ist Laborfleisch vegan?

Die meisten Menschen sehen Laborfleisch als vegan an, auch wenn es sich um echtes Fleisch handelt. Laborfleisch kann heute tierleidfrei produziert werden, ohne dass dafür ein Tier gequält oder getötet wird.

Als Nährlösung für die Stammzellen wurde lange das sogenannte fötale Kälberserum genutzt, das aus dem Blut ungeborener Kälber hergestellt wird. Dafür muss die schwangere Kuh getötet und ihr noch lebender Fötus herausgeschnitten werden. Aus dessen noch schlagendem Herzen wird dann das Blut abgenommen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Föten dabei Schmerzen empfinden. Heute haben einige Forschungseinrichtungen das Kälberserum gegen pflanzliche Alternativen ausgetauscht, die auch von Laborfleischherstellern getestet werden. Pilzextrakte und Nährmedien auf Algenbasis scheinen aktuell vielversprechend. [2]

Warum Laborfleisch? Infos zu Umwelt, Gesundheit und Tierleid

Laborfleisch ist besser für die Tiere

Laborfleisch ist eine Möglichkeit, Fleisch zu konsumieren, ohne dass dafür Tiere leiden und qualvoll getötet werden. Vor allem Menschen, die dem veganen Leben noch skeptisch gegenüberstehen, könnte Laborfleisch zum Umstieg auf ein tierfreundliches Leben bewegen.

Je nachdem, wie sich die Forschung und diese Branche entwickelt, könnte allerdings die spezielle Züchtung von Tieren ein Problem werden, die dann zu „Stammzellen-Lieferanten“ degradiert werden. [3]

Auch für die Gesundheit kann Laborfleisch besser sein

Laborfleisch gilt als gesünderes Fleisch, weil es im Labor unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wird und somit eine geringeres Risiko für die Entstehung von Zoonosen

gegen Zoonosen) darstellt. Außerdem gehen Expert:innen davon aus, dass bei der Produktion von Laborfleisch keine Antibiotika zum Einsatz kommen werden, was die Entstehung von gefährlichen antibiotikaresistenten Keimen minimiert. Fötales Kälberserum, das bislang als Wachstumsmedium eingesetzt wurde, enthielt teilweise Keime, die ansteckende Krankheiten verursachen können [X]. Der Einsatz tierfreier Nährmedien würde auch dieses Risiko senken.

Die Herstellung von Laborfleisch verbraucht weniger Land- und Anbaufläche

Aktuell lassen sich die Umweltauswirkungen von Laborfleisch nur abschätzen, weil bisher lediglich geringe Mengen produziert werden. Fest steht aber, dass bei der Herstellung von Laborfleisch weniger Land- und Anbaufläche verschwendet wird als bei der Produktion von herkömmlichem Fleisch. [3]

Kann man Laborfleisch kaufen?

Länder wie Singapur und Israel gehören zu den ersten, in denen Restaurants bereits Fleisch aus Zellkulturen anbieten. Ein kalifornisches Start-up hat 2020 die erste Zulassung für synthetisches Fleisch aus echten Muskelzellen bekommen. Das Unternehmen plant nun eine große Fabrik in Katar, von der aus die ganze Welt beliefert werden könnte. Weltweit sind mittlerweile etwa 80 Start-ups auf dem Markt für Laborfleisch vertreten. Zu den Investoren gehören klassische Lebensmittelkonzerne und namhafte Prominente. [4]

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Supermärkte bieten heute viele leckere pflanzliche Fleischalternativen aus Seitan, Sojaeiweiß, Jackfruit und Co., die geschmacklich und von der Konsistenz nah an tierisches Fleisch herankommen. Eine gesunde vegane Ernährung geht natürlich auch ohne solche Produkte. Um den Proteinbedarf zu decken, eignen sich beispielsweise Hülsenfrüchte.

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