Tierische Inhaltsstoffe in Kosmetika

Leider verbergen sich in herkömmlicher Kosmetik oft Rohstoffe, die von Tieren stammen. Wir haben die häufigsten hier für euch gelistet.

12.Jul 2016

Wer von uns ahnt schon, dass sich hinter einem Begriff wie Guanin Fischschuppen verstecken? Die meisten Leute sind mit den sogenannten INCIs (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) auf den Verpackungen oft überfordert. Und dann wäre da noch der Unterschied zwischen Naturkosmetik und veganer Kosmetik. Während bei Naturkosmetik der Einsatz von Rohstoffen von lebenden Tieren wie Honig, Milch, Lanolin oder Eier erlaubt ist, werden bei veganer Kosmetik keine tierischen Bestandteile – egal, ob von lebenden oder toten Tieren – eingesetzt.

Bienenwachs

Das Wachs wird aus Bienenwaben hergestellt und oft in Lippenstiften oder Cremes verwendet. Ebenso reichhaltige vegane Alternativen sind Carnauba- oder Candelillawachs sowie pflanzliche Öle von Avocados und Kokosnüssen.

Chitin/Chitosan

Werden gerne als Verdickungs- und Feuchthaltemittel in Haarfestigern benutzt. Beide Rohstoffe stammen von den Panzern und Schalen von Krebstieren und Insekten. Vegane Möglichkeiten bieten Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl oder Xanthan.

Cholesterol

Oft in Augencremes und Shampoos zu finden. Es wird aus tierischen Fetten gewonnen, kann aber durch pflanzliche Sterole, beispielsweise aus Soja, ersetzt werden.

Civet/Zibet

Bezeichnet das aus den Drüsen der gleichnamigen Zibetkatze gewonnene Sekret. Der moschusartige Duftstoff wird vor allem in der Parfümherstellung verwendet. Alternativ kann man aber auf Labdanumöl zurückgreifen.

Cysteine/Cystin

Wird aus dem in Haaren und Hörnern enthaltenen Keratin hergestellt und für Salben und Haarprodukte verwendet. Eine Alternative kann auch durch Fermentation mit Bakterien hergestellt werden, allerdings durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen. Pflanzliche Alternativen bieten Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Weizen-Vollkornmehl, Mais-Vollkornmehl, ungeschälter Reis, getrocknete Sojabohnen oder getrocknete Erbsen.

Elastin

Dieses Protein wird aus der Nackensehne von Rindern gewonnen und aufgrund seiner straffenden Wirkung in Cremes verwendet. Vegane Kosmetik greift auf Eiweiße aus Soja oder Weizen zurück.

Fibrostimulin K

Ähnlich wie Elastin dient auch Fibrostimulin K als Antifaltenwirkstoff. Er wird aus Kälberblut gewonnen. Die Pflanzenkosmetik greift hingegen auf Kartoffeln zurück.

Fischschuppen/Guanin

Guanin ist ein aus Fischschuppen gewonnenes Effektpigment, das in der dekorativen Kosmetik, beispielsweise für Nagellack oder Lidschatten, verwendet wird. Tierfreundlicher und vegan hingegen ist Mica (Glimmer).

Gelatine

Ist nicht nur in Lebensmitteln, wie Gummibärchen, zu finden, sondern auch in Shampoos oder Gesichtsmasken. Es wird aus Knochen, Haut und Bändern von Tieren gewonnen. Meeresalgen, Johannisbrotkernmehl oder Agar-Agar bieten pflanzliche Alternativen.

Gelée Royale

Das Drüsensekret der Bienen hat einen glättenden Effekt und ist daher häufig in Gesichts- und Augencremes, Haarspülungen oder Körperlotionen zu finden. Denselben Effekt bieten tierfreundliches Aloe Vera oder Beinwell.

Ghee

Bezeichnet geklärtes Butterfett und wird neben der ayurvedischen Küche auch in dekorativer Kosmetik und für Cremes verwendet. Alternativen sind reichhaltige Pflanzenfette.

Glycerin

Ist ein Nebenprodukt der Seifenherstellung und stammt üblicherweise aus Rindertalg. Es wird als feuchtigkeitsspendender Stoff in Cremes, Lotionen und Spülungen verwendet. Bei der Verseifung von pflanzlichen Ölen und Fetten fällt auch Glycerin an, das Verwendung in veganer Kosmetik findet.

Hyaluronsäure

Wurde ursprünglich aus Hahnenkämmen gewonnen, aber mittlerweile auch biotechnologisch hergestellt. Die Säure dient als Feuchtigkeitsspender.

Karmin/Cochenille/Cl 75470

Ist ein rotes Pigment, das für Rottöne in dekorativer Kosmetik, beispielsweise für Lippenstift oder Nagellack, benutzt wird. Für die Gewinnung von knapp 450 g Karmin müssen 70.000 Cochenille-Schildläuse bei lebendigem Leib getrocknet und so getötet werden – anschließend werden sie gekocht. Tierfreundliche Alternativen bieten Rote Bete oder Sanddorn.

Keratin

Wird aus zermahlenen Hufen, Hörnern und Federn hergestellt und ist in Haarpflegeprodukten zu finden. Vegane Kosmetik greift hingegen auf Sojaprotein zurück.

Kollagen

Ist ein Eiweißprotein, das aus Tiergewebe gewonnen wird. Es wird in sogenannten Anti-Aging-Cremes verwendet und soll die Hautalterung mindern. Für vegane Kosmetik eignet sich Phytokollagen aus Algen oder biotechnologisch gewonnene Hyaluronsäure.

Lanolin

Auch als Wollfett bekannt, wird aus einem Sekret aus den Talgdrüsen der Schafe gewonnen. Es dient als Grundlage für Cremes. Alternativen bieten pflanzliche Fette.

Lecithine

Die fettähnliche Substanz kann sowohl aus tierischem Nervengewebe gewonnen werden, als auch aus Eiern, Soja oder aus Sonnenblumenkernen. Lecithine tragen dazu bei, den pH-Wert der Haut zu regulieren und verhindern damit ein Austrocknen. Daher werden sie Cremes, aber auch Haarpflegeprodukten zugesetzt.

Milchsäure

Reguliert ebenfalls den pH-Wert der Haut und wird in Gesichtswasser und -reinigern verwendet. Die Säure entsteht beim Stoffwechsel in Blut und Muskelgewebe, kann aber auch synthetisch hergestellt oder durch Zitronensäure ersetzt werden.

Propolis

Diese harzartige Masse stammt aus der Wachsdrüse von Bienen und wird auch als Bienenharz oder -leim bezeichnet. Aufgrund der antibakteriellen Wirkung wird es oft für Zahnpasta benutzt. Pflanzliche Stoffe wie Süßholzwurzel- und Hamamelisextrakt wirken ähnlich.

Schellack

Diese harzige Substanz wird aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen. Schellack wird beispielsweise als Überzugsmittel für Süßigkeiten oder als Glanzmittel in Haar- und Nagellack verwendet. Alternativen bieten pflanzliche Wachse und Mica.

Seide

Wird von Seidenraupen produziert. In der Kosmetik werden vor allem Seidenfäden, -protein und -puder in Make-up, Haarprodukten und Cremes eingesetzt. Zu den Alternativen zählen Mica, Aloe Vera und pflanzliche Hyaluronsäure.

Stearinsäure

Kann sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein. Erstere wird den Mägen von Schweinen entnommen und dient als Grundlage für Cremes und Salben. Vegane Kosmetik greift auf pflanzliche Fette, z. B. aus der Kokosnuss, zurück.

Vitamin A

Wird aus Fischleber, Butter oder Eigelb hergestellt und unter anderem in Anti-Aging-Cremes eingesetzt. Das Vitamin kann synthetisch hergestellt oder aus Karotten, Aprikosen oder Zitronengras gewonnen werden.

Kosmetik

Weil Schmerzen nicht schön sind.
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Go Vegan!

5 vegane Haushaltsreiniger zum Selbermachen

Natron, Soda und Essig sind in puncto Saubermachen richtige Wunderwaffen. Wir zeigen euch, wie man daraus ganz einfach Haushaltsreiniger macht.

12.Jul 2016

Ihr braucht lediglich Essig, Waschsoda, Wasser, Natron, Zitrone, ätherische Öle und Behälter, um die fertigen Reiniger aufzubewahren. Die nachfolgenden Putzhelfer sind dabei nicht nur tierleidfrei, sondern auch umweltfreundlich.

Allzweckreiniger

Mit einem Trichter 400 ml heißes Wasser und 100 ml Essig in eine Sprühflasche füllen. 1 TL Waschsoda (Natriumcarbonat; bekommt man im Drogeriemarkt oder in der Apotheke), 1 TL Teebaumöl und 1 TL Zitrone hinzugeben und gut schütteln. Mit diesem Reiniger lässt sich vom Kühlschrank über den Herd und die Arbeitsplatte bis hin zum Badezimmer alles blitzeblank putzen. Das Rezept ergibt ca. 500 ml Reiniger.

Ofenreiniger

Reiniger I

Die Flecken in dem noch warmen Ofen mit Salz bestreuen. Falls die Bereiche trocken sind, vorher mit ein wenig Wasser befeuchten. Wenn der Ofen vollständig abgekühlt ist, den Dreck einfach abkratzen und anschließend drüber wischen.

Reiniger II

Die schmutzigen Stellen mit einer 1:1 Mischung aus Wasser und Essig besprühen, etwas Natron darauf verteilen und einwirken lassen. Anschließend mit einem Schwamm oder mit Stahlwolle abschrubben und mit Wasser abspülen.

Abflussreiniger

Ein Päckchen Natron und eine halbe Tasse Essig in den Abfluss kippen und mindestens eine halbe Stunde einwirken lassen. Danach heißes Wasser durchlaufen lassen, bis alles gut abfließt. (Wenn euer Abfluss stark verstopft ist, müsst ihr den Vorgang gegebenenfalls wiederholen und die Einwirkzeit verlängern.)

Glasreiniger

Wasser und Essig 1:1 mischen und in eine Sprühflasche füllen. Die Fenster mit der Flüssigkeit besprühen, mit Zeitungspapier den Schmutz entfernen und anschließend mit einen trockenen Tuch drüber wischen.

Geschirrspülmittel

10 g neutrale Seife (achtet darauf, dass ihr pflanzliche Seife kauft) zerbröseln und in einem Topf mit 100 ml heißem Wasser auflösen. Danach 1½ TL Natron und 20 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Zitrone oder Lavendel) hinzugeben. Die Lösung und weitere 500 ml Wasser mithilfe eines Trichters in eine Flasche abfüllen, gut schütteln, fertig. Ergibt ca 500 ml Spülmittel.