Warum gibt es plötzlich so viele realistische vegane Burger?

Vom Beyond Burger bis zum Aldi-Burger: fleischige vegane Burgerpattys sind überall. Woher kommt der plötzliche Erfolg?

Die Forschung

Hinter Produkten wie dem Beyond Burger steckt echte Forschung – Beyond Meat ist ein klassisches Silicon-Valley-Startup, das lange an der perfekten Mischung aus Erbsenprotein und anderen Bestandteilen herumgetüftelt hat, um ein möglichst „realistisch“ fleischiges Ergebnis zu produzieren. Auch Firmen, die mit blutähnlichem Hämeprotein aus Hefe oder anderen isolierten pflanzlichen Eiweißen arbeiten, können das nur dank moderner Technologie.

Die Finanzierung

Forschung braucht Geldgeber, und für die kamen die ersten veganen Burger-Start-ups genau zum richtigen Zeitpunkt. Nicht nur umwelt- und ernährungsbewusste Hollywood-Promis wollten investieren, sondern auch die großen Silicon-Valley-Namen und sogar Lebensmittelfirmen, die bis dahin vor allem mit Fleisch zu tun hatten. Sie alle erhofften sich, früh genug beim nächsten Hype mit dabeizusein – und es klappte.

© Beyond Meat

Der Hype

Ein Produkt kann noch so gut sein – es braucht auch eine spannende Geschichte, um zum Hype zu werden. Die hatten die ersten realistischen Burger nicht nur dank der prominenten Namen dahinter, sondern auch, weil sie selbst für Schlagzeilen sorgen konnten: Veganes Fleisch, das brutzelt, blutet und schmeckt wie echtes Tier? Auf so etwas hatten die Medien gewartet. Und nachdem die ersten Pressevertreter begeistert von Probe-Verkostungen berichteten, war klar: An dem Hype ist was dran.

Die Qualität

Am wichtigsten ist natürlich trotz allem, dass die Qualität stimmt. Darüber, wie „echt“ die fleischigen veganen Burger schmecken, kann man wohl endlos streiten, auch wenn viele Menschen auf sie schwören. Viel relevanter aber: Die neuen Pattys waren nicht angetreten, um Veganer von ihren Tofubratlingen loszubekommen, sondern um mit Fleisch aus Tieren zu konkurrieren – und dessen Qualität ist tatsächlich oft ganz schön schlecht. Man muss sich nur mal den typischen Fast-Food-Burger anschauen, um zu merken: Da hat so ein gutgemachter veganer Burger leichtes Spiel.

Die Nachfrage

Und so kommt es auch, dass die ersten realistischen veganen Burger auf riesige Nachfrage trafen – sei es wegen des Hypes, wegen der Qualität oder weil die Menschen sich und der Umwelt einfach mal was Gutes tun wollten. Denn auch wenn es zunächst vor allem Veganer waren, die sich im USA-Urlaub auf die Suche nach den neuen Burgern machten, landen die Pattys inzwischen auch im Einkaufskorb von Leuten, die eigentlich Fleisch essen, aber zumindest ab und zu schon mal auf ihr Cholesterin oder die Treibhausgase achten wollen. Das ökologische und persönliche Bewusstsein steigt bei vielen Menschen. Deshalb bieten auch viele Fast-Food-Ketten jetzt Burger mit den neuen Pattys an. Und inzwischen haben auch viele andere Firmen nachgezogen und verkaufen eigene Versionen der veganen Burger – darunter auch viele Discounter, die damit teilweise eigene Hypes ausgelöst haben.

Der Preis

Nachfrage und Preis hängen auch hier zusammen: Wenn viele Menschen ein Produkt kaufen wollen, können Firmen es in größerer Menge und damit günstiger herstellen, und so einen veganen Burger für 1,50 Euro kauft man eher mal als einen für zehn Euro. Nachdem die neuen Start-up-Pattys zu Beginn noch eher teuer waren, können sie inzwischen auch preislich den Versionen aus Fleisch Konkurrenz machen.

Die Vorarbeit

Was man bei allem Hype nicht vergessen sollte: Vegane Pattys kamen nicht völlig aus dem Nichts, schließlich ist die vegane Ernährung kein neues Phänomen, sondern hat lange Tradition. Auch wenn Bratlinge aus Bohnen, Seitan oder Linsen nicht so „echt“ schmecken wie die neuen Pattys, lassen sich damit schon lange sehr gute Burger belegen. Die Frage ist immer, was man von einem Burger erwartet, und fettig, saftig und lecker waren auch vegane Burger schon lange vor Beyond Meat – nur war das eben nicht das, was die Fleischfraktion wollte.

Die Gewohnheit

Letztlich ist jede große Veränderung nämlich immer auch eine Frage der Gewohnheit. Noch glauben viele Menschen, dass Fleisch „natürlich, normal und notwendig“ sei, aber gerade für jüngere Generationen gilt das nicht mehr so selbstverständlich. Immer mehr Menschen wachsen schon mit Eltern oder in einem Umfeld auf, in dem sie lernen, Fleischkonsum kritisch zu hinterfragen, und in dem vegane Burger gleichzeitig allgegenwärtig sind. Sehr gut möglich also, dass wir uns irgendwann gar nicht mehr daran erinnern können, warum wir Menschen überhaupt mal Tiere gegessen haben.

Die neuen Pattys sind natürlich nicht die einzige Alternative zu Fleisch. Probiert mal unseren Jackfruit-BBQ-Burger.

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Diese realistischen veganen Burger gibt es

Ihr blickt vor lauter Beyond Burger, Incredible Burger und Moving Mountains nicht mehr durch? Wir haben die Übersicht der veganen Burgerpattys.

© Moving Mountains Foods Ltd.

Es ist unglaublich, wie viele vegane Burger es mittlerweile gibt. Und damit meinen wir keine staubtrockenen Gemüsebratlinge oder instabilen Bohnenpattys. Wir sprechen von saftigen Pflanzenburgern, die auch wirklich nach Fleisch schmecken. Damit ihr bei so viel Auswahl nicht den Überblick verliert, haben wir hier die ultimative Liste für euch.

Beyond Burger

Allen voran hätten wir da den Beyond Burger aus Erbsenprotein, den ihr in vielen deutschen Restaurants probieren könnt. Falls ihr eure Burger lieber selbst zubereitet, könnt ihr die Pattys auch bei Metro oder in einem Onlineshop kaufen.

© Beyond Meat

Incredible Burger

Den Incredible-Burger auf Grundlage von Soja- und Weizeneiweiß könnt ihr als Big Vegan TS ganz entspannt in der nächsten McDonald’s-Filiale bestellen. Die Pattys von der Firma Garden Gourmet gibt es aber auch in verschiedenen Supermärkten zu kaufen.

© Nestle Deutschland

Wonder Burger / Next Level Burger / Peace Burger

Die Discounter ziehen nach. Den Wonder Burger auf Basis von Sojaprotein gibt es bei Aldi, den Next Level Burger aus Champignons bei Lidl und den Peace Burger aus Erbsenprotein bei Penny. Die Discounter-Pattys findet ihr im Normalfall in einer der Fleischtruhen.

© Aldi Süd
© Lidl

Moving Mountains Burger

Eine weitere großartige Burger-Alternative ist der Moving Mountains Burger, den die Restaurants Hard Rock Café, Hans im Glück und What’s Beef auf der Karte haben.

© Moving Mountains Foods Ltd.

Ladet eure fleischessenden Freunde zum veganen Grillen ein und probiert euch durch die pflanzlichen Alternativen. Schließlich waren gehackte Tierleichen noch nie so unnötig wie heute.

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