Warum Delfinarien nicht für Delfine gemacht sind

Mythos 1: Zoos lieben Delfine

Auf eine verdrehte Weise bestimmt, denn Delfine machen einen Zoo sicher interessanter für unwissende Besucher. Der Mensch ist spätestens seit der Serie „Flipper“ von den lächelnden, intelligenten Kleinwalen fasziniert. Das bedeutet für Zootreiber natürlich eine klingelnde Kasse.

Delfine brauchen den Ozean und keinen Swimmingpool

In freier Wildbahn legen Delfine bis zu 300 km zurück und die Reviergröße einiger Unterarten kann bei bis zu 1500 km² liegen. Dabei orientieren sich die Tiere mithilfe ihres Echolots. Sie senden eine Serie von Impulsen und Klicklauten; die Schallwellen treffen dann auf Objekte im Wasser, die daraufhin in Form eines Echos wieder an die Delfine zurückgegeben werden. In Aquarien werden diese Sinne nicht benötigt, um den Standort eines Objektes zu bestimmen oder Fische aufzuspüren. Also verkümmern sie.

Foto: Talia Cohen

Ein Delfinarium kann nicht ansatzweise mit dem gewohnten Umfeld „Ozean“ mithalten – weder in Größe noch im Nahrungsangebot. Und auch Gezeiten, ausreichend Sonne, Wellen und Strömungen können natürlich nicht geboten werden. Das stresst und frustriert die gefangenen Tiere selbstverständlich. Resultat sind häufig Aggressionen gegen Artgenossen und Verletzungen an sich selbst. Abgesehen davon, dass natürliche Bedingungen von einem Zoo finanziell wie auch größentechnisch nicht zu realisieren wären, würden die Zuschauer die Delfine auch äußerst selten zu sehen bekommen; die Folge wären leere Kassen. Traurigerweise ist die Konsequenz daraus für die Aquarienbetreiber nicht, eben keine Delfine zu halten, sondern die Tiere trotzdem einzusperren und sie sogar noch einmal oder mehrmals am Tag Tricks aufführen zu lassen. Durch Reifen springende Delfine sind eben eine sichere Einnahmequelle.

Delfine sind keine Zirkusclowns

Zoos geben häufig an, die Tiere würden freiwillig aus dem Wasser springen und sich z. B. in der Luft drehen, um Zuschauer zu unterhalten. Angeblich wäre dies dem „artgerechten Spieltrieb“ zu verdanken, den man lediglich mit positiver Belohnung verstärkt. Das ist falsch. Ric O’Barry, ehemaliger Delfintrainer für die 60er-Jahre Serie „Flipper“, der nun für die Freiheit von Delfinen kämpft, weiß, dass der Begriff „positive Belohnung“ lediglich eine Beschönigung für „Futterentzug“ bedeutet. Die Tiere kommen so schneller an Leckerbissen. Delfine springen also nicht freiwillig durch Ringe: Sie tun es, weil sie Hunger haben.

Mythos 2: Delfinarien haben einen Bildungsauftrag

Das Einzige, was Jung und Alt im Delfinarium lernen kann, ist, wie sich Tiere, die im unendlich weiten Ozean zu Hause sind, in Gefangenschaft verhalten – und das ist ein wirklich trauriger Anblick, wenn man sich nicht von dem „Lächeln“ der Tiere täuschen lässt.

Nur wer Delfine im natürlichen Umfeld sieht, kann etwas über sie lernen

Um etwas über Delfine zu erfahren, sollte man sie in ihrer natürlichen Umgebung erleben; auch wenn es nur über Dokumentationen möglich ist. Schnell lernt man, dass Delfine sich in freier Wildbahn in großen Sozialverbänden bewegen. Laut Doug Cartlidge, dem ehemaligen Delfintrainer von Sea World, werden die hochsozialen Tiere in Gefangenschaft sogar von Artgenossen getrennt, um sie für ungewünschtes Verhalten zu bestrafen. Delfine leiden in Delfinarien, verhalten sich unnatürlich, und Zoobetreiber schrecken nicht vor grausamer Tierquälerei zurück, wenn sie dadurch mehr Geld einfahren können.

Mythos 3: Zoos betreiben aktiven Artenschutz

Auch hier müssen wir euch enttäuschen. Ein großer Teil der Delfine in Delfinarien sind Wildfänge. Delfinweibchen werden ihren Familien im „Zuchtalter“ entrissen und ihre Delfinkälber verwaisen dadurch. Doch nicht nur das: Um an die Weibchen zu kommen, werden ganze Delfinschulen in flache Gewässer getrieben und mit Netzen eingekreist. Die Netze werden dann nach und nach zusammengezogen und die Tiere in Boote gezogen. Gefangene, „unbrauchbare“ Tiere werden wieder zurück ins Meer geworfen oder gar geschlachtet, wie es in Taiji in Japan gang und gäbe ist. Auch dass die Weibchen wohlbehalten in den Delfinarien ankommen, ist nicht garantiert. Häufig verletzen sich die Tiere beim Fang oder Transport so schwer, dass sie daran sterben.

Delfine in Gefangenschaft sterben früher

Die Lebenserwartung der Delfine in Gefangenschaft ist viel geringer als in freier Wildbahn, und auch die Fortpflanzung funktioniert nicht wirklich. Viele Delfinkälber sterben während oder nach der Geburt in Gefangenschaft. Außerdem werden die Tiere häufig mit Hormonen und Psychopharmaka vollgepumpt, um ein Leben inmitten der trostlosen Betonwände in irgendeiner Form erträglich zu machen. Zoos haben also gar nicht vor, Delfine wieder in die freie Wildbahn zu entlassen, denn auf ihre Kassenmagneten verzichten sie nicht freiwillig. Vielmehr wurden die Zahlen der Delfine im Ozean durch die furchtbaren Fangmaßnahmenextrem verringert. Das hat nichts mit Artenschutz zu tun.

Delfinarien sind nicht für Delfine gemacht, sondern für die Betreiber, die sich ihre Taschen mit dem Geld von meist unwissenden Besuchern füllen.

Go Vegan!

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.

Helft uns, den Eisbären Pezoo aus dem chinesischen Sea World zu holen

Der Eisbär Pezoo lebt seit seiner Geburt in Gefangenschaft. Lasst uns ihn da rausholen.

30 Quadratmeter sind schon wenig, wenn man zum Studium oder Ausbildungsbeginn eine eigene Wohnung sucht – aber dann kann man wenigstens mal vor die Tür gehen. Der Eisbär Pezoo verbringt sein ganzes Leben auf einer Fläche dieser Größe: in seiner Zelle im chinesischen Shenzen Xiaomeisha Sea World. 2012 wurde er in Gefangenschaft geboren, 2014 dann zu Sea World gebracht, wo er seitdem ohne Tageslicht und nur mit einem winzigen Schwimmbecken aus Beton vegetieren muss. Die Natur an den Wänden ist nur aufgemalt, an die Glasscheiben drücken sich Besucher, um ihn anzustarren.

Im Laufe der Zeit hat Pezoo psychische Störungen entwickelt. Vor Stress, Langeweile und Enge beißt er sich selbst immer wieder in die Beine, schlägt sich mit der Pfote ins Gesicht und reibt sich gegen das aufgemalte Arktis-Bild an der Wand. Die echte Natur hat er noch nie gesehen. Dort würde ein Eisbär wie er sich über Flächen von hunderten Kilometern bewegen, 300 Kilometer vor der Küste im Wasser schwimmen und sich auf seiner Suche nach Nahrung frei bewegen.

Ihr könnt jetzt helfen, Pezoo aus Sea World zu befreien, indem ihr unsere Petition unterschreibt.