Warum die Uggs-Sandalen aus Lammfell eine ganz schlechte Idee sind

Schlechte Zeiten für Lammfell-Stiefel, deshalb gibt es jetzt Lammfell-Sandalen. Dahinter steckt allerdings dieselbe Tierquälerei.

Ugg versucht, mit der Zeit zu gehen – und versagt dabei auf ganzer Linie. Die australische Firma scheint gemerkt zu haben, dass ihre Lammfell-Boots vom allgemeinen Neunziger-Revival ziemlich ignoriert werden, und macht deshalb jetzt in Sandalen. Ziemlich unzeitgemäß allerdings: Wie die Stiefel sind auch die Sandalen aus toten Lämmern gemacht. Und die werden dafür immer noch massenhaft gezüchtet, verstümmelt und getötet, indem man ihnen beispielsweise die Kehle durchschneidet und sie langsam ausbluten lässt.

Ob man die Schuhe, die Ugg als eine Mischung aus Sandalen und Hausschuhen verkauft, schön findet, ist übrigens zweitrangig. Und auch darüber, ob man überhaupt puschelige Sandalen braucht, kann man streiten. Viel wichtiger: Es gibt das alles auch ohne Tierquälerei. Vegane Ledersandalen, Fake-Fur-Sandalen, vegane Uggs, vegane Sneaker, vegane Hausschuhe sowieso. Die Lammfell-Version von Uggs wird sich so hoffentlich nicht lange halten können.

Keine Lammfell-Sandalen kaufen ist die eine Sache. Hier sind noch ein paar mehr Wege, wie jeder von uns Tieren helfen kann.

Bekleidung

Weil niemand eine zweite Haut braucht.
Go Vegan!

Warum Gütersloh diese Tiere fangen und erschießen lässt

Nutrias und Bisams stehen unter Artenschutz. Jetzt hat der Kreis Gütersloh eine Schwanzprämie auf die Tiere ausgesetzt.

Sie sehen aus wie Riesenmeerschweinchen, haben knallorange Zähne, Entenfüße mit Schwimmhäuten und sehr geschickte Hände, mit denen sie Pflanzen pflücken und sogar Schilfnester flechten können: Nutrias sind ziemlich faszinierende Tiere. Und jetzt hat der Kreis Gütersloh sie – und ihre etwas kleineren Kollegen, die Bisams – zur Jagd freigegeben.

 

 

Der Grund: Der Kreis macht die Tiere für Uferschäden verantwortlich. Deshalb gibt es jetzt zehn Euro Schwanzprämie für jeden, der ein Nutria oder Bisam tötet und den Schwanz als Beweis vorzeigt. Die Jagd mit Lebendfallen, in denen die Tiere oft stundenlang panisch eingesperrt sind, bevor sie mit einem Kopfschuss getötet werden, ist Jägern vorbehalten. Aber auch Laien dürfen mit sogenannten Totschlagfallen auf die Jagd gehen, die in Wahrheit eher Totquetschfallen sind, in denen die Tiere langsam zu Tode gedrückt werden. Auch Katzen und andere Tiere geraten immer wieder in die Fallen, und vor allem Laien können oft Bisams und Nutrias nicht von Bibern unterscheiden, die nicht gejagt werden sollen.

 

 

Realistisch betrachtet sind auch Faktoren wie der Klimawandel oder die Landwirtschaft zu großen Teilen für Uferschäden verantwortlich. Und Nutrias und Bisams stehen wie alle freilebenden Tiere unter Artenschutz und dürfen deshalb ohne „vernünftigen Grund“ gar nicht getötet werden. Wenn ein Ort sie unbedingt loswerden will, schlägt die EU stattdessen beispielsweise Sterilisationsprogramme vor. Gütersloh ignoriert solche Empfehlungen und ruft lieber zur Jagd auf.

 

Zeit, unsere Petition gegen Totschlagfallen zu unterschreiben.