Warum Pflanzenprotein viel mehr kann als Whey

Wer regelmäßig Sport macht, steht irgendwann vor der Entscheidung: Proteinpulver nehmen, und wenn ja, welche? Warum es keine gute Idee ist, Molke zu schlucken.

Foto: Cristian Baron

01. Apr 2016

Die meisten Menschen brauchen kein zusätzliches Eiweiß

Das mal als allererstes: Wer nicht zu den Überpumpern gehört, kommt meist sehr gut damit klar, sich ausgewogen zu ernähren und Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Nüssen oder Brokkoli aufzunehmen. Zu viel künstlich zugesetztes Protein macht weder dünn noch muskulös und kann sogar auf die Nieren gehen, also immer schön langsam.

Milch fördert Akne

Newsflash: Whey ist das englische Wort für Molke und die entsteht aus Milch. Immer wieder zeigen Studien, dass Milchkonsum und Akne zusammenhängen. Das liegt vermutlich an Hormonen oder bioaktiven Molekülen in der Milch, die schließlich dazu da ist, Kälber zu ausgewachsenen Kühen zu päppeln, und für Menschen artfremd ist. Wer vor allem in jungen Jahren die konzentrierte Version davon schluckt, setzt sich einem noch höheren Risiko für Akne aus.

Die meisten Whey-Pulver enthalten fiese Zusatzstoffe

Dazu gehören nicht nur fragwürdige Süßstoffe, sondern auch Zusätze, die ein Verklumpern verhindern oder den Geschmack verbessern sollen. Ganz abgesehen davon, dass viele Menschen auf Molke schon aufgrund der enthaltenen Laktose allergisch reagieren, wird zum Beispiel Aspartam mit Kopfschmerzen, Körperfettzunahme und sogar Krebs in Verbindung gebracht.

Für Molke werden Kälber getötet

Aus unserer Sicht natürlich der wichtigste Grund: Kuhmilch ist für Babykühe da. Wenn man die Milch ihrer Mütter für den Menschen abpumpt, bleibt für die Kinder nur billige Ersatznahrung und der schnelle Weg ins Schlachthaus, um als Kalbfleisch zu enden. Das unterstützt jeder, der Vollmilch, Milchbestandteile wie eben Molke oder verarbeitete Produkte wie Käse, Joghurt oder Milchschokolade kauft.

Es gibt reichlich Alternativen

Wie bei so vielen Produkten gilt auch beim Molkepulver: es gibt pflanzliche Alternativen, die nicht nur tierfreundlicher sind, sondern oft auch viel gesünder. Vegane Proteinpulver enthalten beispielsweise Eiweiß aus Hanf, Kürbis, Erbsen oder Sonnenblumenkernen, sind oft bio und meist natürlich gesüßt. Und auch wenn das ein bisschen hippiemäßig klingt, stecken dahinter jede Menge Studien, die zeigen, dass Muskelaufbau auch pflanzlich geht.


Ihr wollt es lieber erst mal ganz ohne Shakes und Pülverchen versuchen? Wir haben die besten veganen Lebensmittel mit viel Protein drin für euch.

MILK KILLS

Milch

Was ihr über die Milchindustrie wissen solltet.

Warum lieben wir Hunde und essen Schweine?

Dass wir manche Tiere als Freunde sehen und andere als Fleisch, hat keine logischen Gründe, sondern mit einem Glaubenssystem zu tun.

01. Apr 2016

Die Psychologin Melanie Joy hat dafür den Begriff Karnismus geprägt. Was sie damit meint, ist ganz einfach: Wir sortieren Tiere in „essbar“ und „nicht essbar“. Und die „essbaren“ sehen wir nicht mehr als Tiere, sondern als Fleisch. Das funktioniert, weil wir sie versachlichen (also schon lebend wie Objekte behandeln, die maschinell aufgezogen, transportiert und getötet werden) und entindividualisieren (also nicht an einzelne Lebewesen mit einer Persönlichkeit und Gefühlen denken, sondern an eine anonyme Masse).

Warum lieben wir Hunde...

Die meisten Menschen essen kein Fleisch von Tieren, die sie zu Lebzeiten kannten oder zu denen sie eine Bindung hatten. Solange man aber nicht darüber nachdenken muss, dass das Schnitzel auf dem Teller mal ein Tier war, solange es keinen Namen hatte und man es nie gesehen hat, wird es einfacher, es zu essen.

Dabei sind die Regeln, nach denen Tiere in Freunde und Fleisch eingeteilt werden, sehr willkürlich. Zu niedliche Tiere will niemand essen, zu hässliche Tiere aber auch nicht. Dass Schweine intelligenter sind als Hunde und mindestens so treue Begleiter, blenden die meisten Menschen lieber aus. Und während Kühe in manchen Kulturen ganz selbstverständlich als Nutztiere gelten, sind sie in anderen heilig.

...und essen Schweine?

Auf Argumenten basiert der Karnismus also nicht. Stattdessen rechtfertig er sich mit den drei „N“: Menschen glauben, Fleisch zu essen, wäre normal, natürlich und notwendig. Bei genauerer Betrachtung stimmt das natürlich nicht, schließlich sind Normen von Menschen gemacht und veränderbar, hat die Menschheit spätestens mit der Entdeckung des Feuers alle Natürlichkeit abgelegt und braucht niemand Tierprodukte, um gesund zu bleiben. Wer das einmal verstanden hat, merkt auch, dass das vegane Leben die logischste Konsequenz ist.