Warum Veganer von der Frage „Kannst du das essen?“ so genervt sind

Was wir können: das selber entscheiden.

Es mag wie Wortklauberei klingen, wenn Veganer auf die Frage „Kannst du das essen?“ immer wieder wie auswendig gelernt antworten: „Ich kann schon, aber ich will nicht.“ Muss man sich wirklich an Formulierungen aufhalten, wenn es einfach nur darum geht, ob die Nudeln oder das Eis jetzt vegankompatibel sind oder nicht, und wenn eh jeder weiß, was gemeint ist? Warum machen Veganer alles immer gleich so kompliziert?

Das Ding ist, dass die Frage genau den Kern des Veganseins trifft. Die allermeisten Menschen entscheiden sich schließlich bewusst für ein veganes Leben – sei es aus ethischen, gesundheitlichen oder sonstigen Gründen – und werden nicht dazu gezwungen. Fragen wie „Was kannst du denn überhaupt noch essen?“ oder „Darfst du das essen?“ lassen eine vegane Ernährung wie eine schlimme Allergie oder die Mitgliedschaft in einer Sekte klingen, holen also genau die nervigen Vorurteile wieder raus, die eigentlich längst überholt sind.

Deshalb wäre „Willst du das essen?“ die bessere Frage. Vielleicht wird die nur nicht so oft gestellt, weil im Kopf des Fragestellers dann direkt nachhallen müsste: „Will ich das essen?“ Also: Will ich Tierquälerei unterstützen, obwohl ich mich anders entscheiden könnte? Nicht vegan zu leben hat schließlich oft mit Verdrängung zu tun, und da passt es gar nicht, sich plötzlich selbst hinterfragen zu müssen. Irgendwie ist es dann doch leichter, so zu tun, als wären Veganer fremdbestimmte Verlierer, indem man nach Dürfen oder Können fragt.

Am allerunkompliziertesten ist es übrigens, „Isst du das?“ zu fragen. Oder noch einfacher: „Ist das vegan?“

Dürfen Veganer unseren Einkaufsguide essen? Bitte nicht, den brauchen wir noch. Aber die Produkte darin gehen problemlos.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Laura Lareeva erklärt, warum Veganer nicht automatisch dünn sind

Wer vegan lebt, nimmt direkt mal krass ab? In ihrem neuen Video nimmt Laura Lareeva das Vorurteil auseinander.

© Laura Lareeva / Youtube

Es gibt nicht nur eine Art von vegan, deshalb sehen auch nicht alle Veganer gleich aus. Einfache Erkenntnis, aber weil noch nicht alle das verstanden haben, erklärt Laura Lareeva das in ihrem ziemlich lustigen neuen Video. Die Youtuberin, die seit drei Jahren vegan lebt, wird immer wieder gefragt, warum sie dann nicht krass dünn ist. In ihrem neuen Video „Vegan und trotzdem fett“ erklärt sie es. (Und nein, es geht nicht darum, ob Laura sich als fett bezeichnen soll, muss oder darf, sondern darum, dass es andere nun mal tun und wie sie damit umgeht.)

Klar gibt es auch Leute, die vegane Ernährung als eine Art Diät sehen und wieder damit aufhören, wenn sie nicht abnehmen, sagt Laura, aber es gibt eben ganz viele verschiedene Arten, vegan zu leben. Auf Pinterest hat sie dazu eine Liste gefunden, die neben bekannten Beweggründen wie Ethik, Gesundheit und Umwelt auch nischigere Labels wie „Paris-Veganer“ aufzählt. Solche Bezeichnungen muss man sich nicht geben, findet Laura, solange die Leute endlich einsehen, dass vegan nicht automatisch dem einen Bild entspricht, das sie vielleicht im Kopf haben. Sie selbst ist zum Beispiel keine Diätveganerin, sondern isst gerne mal Churros mit Schokoladenfüllung zum Mittag, wenn sie Lust darauf hat.

Apropos Vegan For Fat: Schon unseren Erdnussbutterkuchen ohne Backen probiert?