Winterschlaf: Mit diesen Strategien überleben Tiere den Winter

Winterschlaf ist eine Überlebensstrategie vieler Tiere, wenn es kalt wird. Aber es gibt noch mehr. Jetzt lesen!

27. Jan 2021

Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre: Während wir uns vor der Heizung in warme Decken kuscheln und heiße Schokolade schlürfen, führen in der freien Natur viele Tiere einen Kampf ums Überleben. Um ihn zu gewinnen, haben sich Wildtiere ganz unterschiedliche Strategien überlegt. Kennt ihr sie alle?

Winterschlaf: Taktisches Überleben im Sparmodus

Ihr kennt das Bild: Igel futtern sich im Herbst ein Bäuchlein aus Fettreserven an, um sich dann an einem geschützten Ort einzukringeln und den kalten Winter samt Nahrungsknappheit zu verpennen – das nennt sich Winterschlaf. Auch Fledermäuse, Hamster und Murmeltiere gehören zu den Tieren, die Winterschlaf halten. Das kann unterschiedlich lang dauern, meistens handelt es sich um drei bis vier Monate. Außer Siebenschläfer: Die flauschigen Nagetiere überwintern sogar bis zu sieben Monaten in Verstecken wie Laubhaufen, Höhlen oder auf Dachböden. Wissenschaftler sind sich übrigens noch nicht ganz sicher, was die Auslöser für den Winterschlaf sind und woher zum Beispiel Murmeltiere wissen, ab wann sie ihre Körpertemperatur soweit runterfahren, bis alle Lebensfunktionen praktisch im Sparmodus funktionieren. Ein Grund könnten Hormonschwankungen sein, die an ihre innere Uhr gekoppelt sind und sich an der Tageslänge und dem Nahrungsangebot orientieren. [1]

Spannend zu wissen: Tiere unterbrechen ihren Winterschlaf hier und da, um Nahrung zu suchen oder um zu urinieren oder zu koten.

Winterruhe: Winterschlaf „light“

Was? Winterruhe und Winterschlaf ist nicht dasselbe? Nicht ganz. Der Unterschied ist, dass Tiere, die Winterruhe halten, ihre Körpertemperatur im Normalbereich halten und nur ihren Herzschlag und die Atemfrequenz leicht senken. So können Dachse, Bären, Eichhörnchen und Biber trotzdem während der kalten Monate auf Nahrungssuche gehen. Winterruhe bedeutet, dass sich diese Tiere ebenfalls längeren Schlaf- und Ruhezeiten aussetzen, aber ihre Körperfunktionen schneller wieder hochfahren können als zum Beispiel Igel im Winterschlaf. Wenn ihr also bei einem Winterspaziergang im Wald einem Eichhörnchen oder anderen Tieren begegnet, die Winterruhe halten, dann seid bitte rücksichtsvoll und macht einen großen Bogen.

Winterstarre: Bewegungsunfähig, aber noch am Leben!

Das ist die wohl drastischste Überlebenstaktik im Winter: Die Winter- oder auch Kältestarre, bei der vor allem wechselwarme Amphibien wie Frösche, aber auch Insekten, Eidechsen, Fische und Schildkröten ihre Körpertemperatur an ihre Umgebung anpassen. Sogar Minusgrade überleben Tiere durch die Kältestarre problemlos.  

Andere faszinierende Winterstrategien der Tiere

Auch Wildtiere, die ihre Körpertemperatur und die Leistungsfähigkeit ihrer Organe nicht drosseln, haben Methoden entwickelt, mit denen sie der Kälte trotzen: Hirsche und Rehe lassen sich eine sogenannte Winterdecke, also ein dichtes, wärmendes Winterfell wachsen, das sie vor der Witterung schützt. Füchse haben ebenfalls keine Probleme, im Winter nach Nahrung zu suchen: Ihr Gehör ist so gut, dass sie Mäuse und andere Beute auch unter einer hohen Schneedecke erkennen und mit einem gezielten Kopfsprung in den Schnee fangen können. Auerhühner halten ganze minus 50 Grad aus! Um im kargen Winter satt zu werden, essen sie Kiefernnadeln statt Heidelbeeren. Der Eichelhäher ist besonders gewitzt: Er versteckt tausende Samen an ganz unterschiedlichen Verstecken – krass: An zwei von drei erinnert er sich problemlos wieder! Und Maulwürfe? Die legen sich einfach einen kompletten Kilovorrat an Regenwürmern in besonders tiefen Bodengängen an. [2]

Für uns Menschen gilt in den Herbst- und Wintermonaten allein deshalb noch mehr als sonst: Auf keinen Fall stören und die hierzulande überwinternden Tiere zum Beispiel bei Waldspaziergängen in Ruhe lassen!

Leider ist die Kälte nicht der größte Gegner von Wildtieren: In den kalten Wintermonaten beginnt die Jagdsaison. Auf diese Tierarten haben es Jäger bei der grausamen und sinnlosen Jagd ganz besonders abgesehen.

 

[1] Naturschutzbund: Winterschlaf und Winterruhe, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/02722.html, (eingesehen am 08.01.2021)
[2] Naturpark Schwarzwald: So überleben Wildtiere im Winter, https://naturparkschwarzwald.blog/so-ueberleben-wildtiere-im-winter, (eingesehen am 08.01.2021)

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Exotische Tiere: Warum Reptilien & Co. keine Haustiere sind

Exotische Tiere zu Hause halten? Wir erklären, warum Schlangen, Schildkröten & Co. nicht in private Haltung gehören.

27. Jan 2021

Die Haltung von exotischen Tieren ist gefährlich und niemals artgerecht

Anders als beispielsweise Hunde oder Katzen sind exotische Tiere nicht domestiziert, also nicht an das Leben in Häusern und mit Menschen gewöhnt. Schildkröten, Bartagamen, Skorpione, Frösche und Schlangen sind Wildtiere, die in der Freiheit oft ihr ganzes Leben lang keinen Menschen begegnen würden. Deshalb ist es für sie meist schon stressig, Menschen zu sehen, geschweige denn von ihnen berührt zu werden.

Auch umgekehrt ist es für Menschen ziemlich schwierig, zum Beispiel einer Spinne oder einem Leguan anzusehen, ob mit ihnen etwas nicht stimmt, sie Angst haben oder vielleicht sogar krank sind. Viele exotische Tiere sterben früh an haltungsbedingten Krankheiten [1] oder weil es keine Tierärzte in der Nähe gibt, die sich mit den Exoten und ihren Erkrankungen auskennen.

Nicht nur für die Tiere bedeutet es Stress und Gefahr, mit Menschen zusammenzuleben. Auch für Menschen können exotische Tiere wie giftige Spinnen oder Würgeschlangen gefährlich werden. Dazu kommt, dass viele in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien Salmonellose-Erreger in sich tragen, die den Tieren nichts ausmachen, für Menschen aber hochgefährlich sein können. [2]

Ein exotisches Tier artgerecht zu halten, ist ein Widerspruch in sich, weil Wildtiere nur in Freiheit artgerecht leben können. Oft stimmen nicht einmal grundsätzliche Bedingungen wie die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit. Und selbst wenn Halter sich Mühe geben, diese Faktoren an die im Herkunftsland der Tiere anzupassen, können Glaswände und Mauern nie das Leben draußen in der Freiheit ersetzen.

Der Handel mit Exoten: Massenzucht und Todesqual

Rund 800.000 Reptilien werden jedes Jahr nach Deutschland importiert [3] – unter ihnen noch immer viele Wildfänge. Die Dunkelziffer liegt jedoch wesentlich höher, da der Schwarzmarkt in den Zählungen nicht enthalten ist. Für den Artenschutz ist der Handel mit den Tieren eine Katastrophe. Nur wenige Reptilienarten sind geschützt und selbst diese werden nicht in Ruhe gelassen. Illegale Wildfänge werden per Stempel kurzerhand als Nachzucht deklariert. Da es an Kontrollen und staatlicher Durchsetzung von Artenschutzabkommen fehlt, ist es für die kriminellen Händler ein leichtes Spiel, geschützte Tiere zu fangen, nach Europa zu schmuggeln und hier zu verkaufen. Denn es gibt noch immer kein EU-Gesetz, das den Handel mit Tieren verbietet, die in ihren Herkunftsländern geschützt sind.

Auch werden viele Tiere in Massenzuchtanlagen von Großhändlern im Ausland unter grauenvollen Bedingungen „produziert“. Und dann wie Ware – in engen Plastikboxen – verschickt und über lange Distanzen transportiert. Viele Tiere überleben diese Tortur nicht. Sterberaten von bis zu 70 Prozent werden in der Zoohandelsbranche bereits einkalkuliert. [4]

Tiere, die den Transport überlebt haben, bleiben oft auch nach ihrer Ankunft bei deutschen Großhändlern in winzigen Behältnissen eingesperrt. Im nächsten Schritt werden die Tiere dann auf Tierbörsen, über Zoohändler, Baumärkte oder über das Internet verkauft.

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Der internationale Handel mit Tieren sorgt außerdem dafür, dass weltweit Ökosysteme durcheinandergeraten. Es ist meist schwer, eine Tierart unter Artenschutz zu stellen, und selbst wenn Tiere unter Schutz stehen, werden sie oft trotzdem aus ihrem eigentlichen Lebensraum gerissen und ins Ausland verkauft. Das schadet nicht nur dem Ökosystem in ihrem Heimatland, sondern auch dem im Ankunftsland, wenn „eingeschleppte“ Tierarten sich ohne natürliche Fressfeinde unkontrolliert ausbreiten und heimische Arten bedrohen. [5]

Das könnt ihr tun

Einem Tier ein Zuhause zu schenken, sollte immer gut überlegt sein. Wer die nötige Fachkenntnis und die Möglichkeit hat, einem exotischen Tier ein Zuhause zu bieten, sollte immer ein Tier aus einer Auffangstation oder einem Tierheim adoptieren.

[1] Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008

[2] Apotheken.de (20.05.2014): Salmonellengefahr durch Reptilien, https://www.apotheken.de/news/9818-salmonellengefahr-durch-reptilien, (eingesehen am 01.12.2020)

[3] Berliner Morgenpost (09.11.2018): Das Geschäft mit exotischen Tieren hat viele dunkle Seiten, https://www.morgenpost.de/ratgeber/article215762633/Das-Geschaeft-mit-exotischen-Tieren-hat-viele-dunkle-Seiten.html, (eingesehen am 01.12.2020)

[4] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012

[5] WDR Wissen (09.09.2017): Hautpilz bedroht Feuersalamander im Ruhrgebiet: https://www1.wdr.de/wissen/natur/bedrohter-feuersalamander-infektion-ruhrgebiet-100.html, (eingesehen am 01.12.2020)