Zahlt ihr die Vegansteuer, ohne es zu wissen?

Veganes Essen schont die Umwelt, die Gesundheit und die Menschheit. Trotzdem zahlen Veganer immer wieder drauf. Was soll das?

Es passiert viel zu oft: Man bestellt den Latte mit Hafer- statt Kuhmilch, die Pizza mit veganem Käse oder den Salat mit einer Portion Nüssen statt Parmesan obendrauf – und plötzlich klettert die Zahl auf der Rechnung nach oben. Klar, rechtfertigen sich Restaurants und Cafés dann, schließlich seien vegane Zutaten immer noch Sonderwünsche und als solche erstens teuer und zweitens nicht so gefragt. Da könne man schon mal mehr verlangen, damit es sich überhaupt lohne.

Nur geht dieses Argument für die „Vegansteuer“ nicht so ganz auf. Denn Tierprodukte sind nur deshalb so billig, weil wir die eigentlich Kosten verlagern: Milch beispielsweise wird nicht nur immer noch von der EU subventioniert, sondern verursacht mit ihrer Ressourcenverschwendung außerdem langfristige Kosten – ganz abgesehen von den gesundheitlichen Kosten, die Tierprodukte verursachen können. Dank der Lobbyarbeit der Milchindustrie fallen auf Kuhmilch außerdem niedrigere Steuern an als beispielsweise auf Hafermilch – andersherum: Auf Pflanzenmilch zahlt man Vegansteuer.

Aber nicht nur global gesehen ist es Unsinn, dass pflanzliche Produkte mehr kosten. Auch für ein einzelnes Café oder Restaurant ergibt es keinen Sinn, veganes Essen und Getränke zu verteuern. Denn oft liegt das vor allem daran, dass die Betreiber zwar die teure Marken-Hafermilch kaufen – aber bei der Kuhmilch dann ein Billigprodukt im Großgebinde nehmen. Klar, dass das weniger kostet. Und wer die Hafermilch dann unter der Theke vergammeln lässt, weil er es als lästige Pflicht ansieht, sie überhaupt anzubieten, steigert so natürlich auch nicht die Nachfrage. Darüber hinaus verlieren die Läden mit der Vegansteuer ganz direkt Geld, weil vegane Kunden vielleicht lieber auf den schwarzen Kaffee ausweichen oder zwei Läden weitergehen, wo es keinen Aufpreis für veganen Pizzakäse gibt. Denn in einigen Cafés und Restaurants ist es schon selbstverständlich, Veganer nicht draufzahlen zu lassen – die anderen müssen nur noch nachziehen.

Ihr habt keine Lust, euer Geld für die Vegansteuer auszugeben? Dann macht euren Vrappuccino doch einfach selbst.

Ernährung

Warum ihr euch bewusst machen solltet, was ihr esst.
Go Vegan!

Warum wir auf Hafermilch mehr Steuern zahlen müssen als auf Kuhmilch

Und was ihr jetzt dagegen unternehmen könnt.

In einigen Ländern zahlt man eine erhöhte Mehrwertsteuer auf Produkte, die negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Frankreich hat beispielsweise eine Steuer auf Zucker und Süßungsmittel in Softdrinks eingeführt, und Dänemark erhebt eine Steuer auf Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. In Deutschland ist es andersherum: Pflanzliche Lebensmittel wie Soja- oder Hafermilch fallen unter "verarbeitete Lebensmittel" und werden deshalb mit 19 statt 7 Prozent besteuert.

Dabei ist längst bekannt, dass tierische Produkte nicht nur Millionen Tiere das Leben kosten, sondern außerdem für die große Ressourcenverschwendung, die Umweltzerstörung, den Klimawandel und einige ernährungsmitbedingte Krankheiten verantwortlich sind. Statt Käufern die Entscheidung für pflanzliche Lebensmittel leichter zu machen, schlägt sich die Politik aber immer noch auf die Seite der Fleisch- und Milchlobby und sorgt dafür, dass wir beispielsweise für Kuhmilch weniger Steuern zahlen müssen als für Hafermilch. Den eigentlichen Preis zahlen am Ende die Tiere, die Umwelt und die Menschen.

Unterschreibt jetzt unseren Aufruf an Finanzminister Olaf Scholz, den Steuersatz für tierische Produkte anzupassen.