Zoo: So viel Platz bräuchten die Tiere wirklich

Viele Zoos behaupten, dass es den Tieren in ihren Gehegen gut geht. Wir zeigen euch, dass das nicht der Fall sein kann.

Dazu vergleichen wir den Platz, der den Tieren laut der Empfehlung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) in Zoos zur Verfügung stehen sollte, mit dem Platz, den die Tiere in freier Wildbahn nutzen.

Schimpansen

Zoo: Mindestens 400 Quadratmeter für eine sozial intakte Gruppe von bis zu vier erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: Reviere zwischen 7 und 65 Quadratkilometer

Orang-Utans

Zoo: Mindestens 280 Quadratmeter für bis zu vier erwachsene Tiere, die sozial gut miteinander auskommen

Streifgebiet in der Natur für das Sumatra-Orang-Utan-Weibchen: 3,5 bis 8,5 Quadratkilometer, das Streifgebiet der männlichen Tiere wird weitaus höher geschätzt

Berberaffen

Zoo: Mindestens 66 Quadratmeter für eine sozial intakte Gruppe von bis zu fünf erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: 3.000.000 bis 9.000.000 Quadratmeter (3 bis 9 Quadratkilometer)

Leoparden

Zoo: Mindestens 130 Quadratmeter für ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 9 bis 18 Quadratkilometer, in der Kalahari-Wüste im Schnitt sogar 2.200 Quadratkilometer (wegen geringer Beutedichte)

Löwen

Zoo: Mindestens 220 Quadratmeter für ein Tier oder ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 266.000.000 bis zu 4.532.000.000 Quadratmeter (266 bis 4.532 Quadratkilometer) für ein Rudel

Tiger

Zoo: Mindestens 240 Quadratmeter für ein Paar

Streifgebiet in der Natur: 20.000.000 bis 400.000.000 Quadratmeter (20 bis 400 Quadratkilometer)

Elefanten

Zoo: Mindestens 2.000 Quadratmeter, Außengehege und eine innengelegene Lauffläche von 330 Quadratmeter für bis zu vier Tiere, für Zuchtbullen 1.000 Quadratmeter

Streifgebiet in der Natur: 15 bis 3.700 Quadratkilometer, für Zuchtbullen 10 bis 8.700 Quadratkilometer Streifgebiet 

Jaguare

Zoo: Mindestens 115 Quadratmeter

Streifgebiet in der Natur: 5 bis 8.700 Quadratkilometer Streifgebiet

Languren

Zoo: Mindestens 70 Quadratmeter je sozial intakter Gruppe von bis zu fünf erwachsenen Tieren

Streifgebiet in der Natur: 200.000 bis 300.000 Quadratmeter (Schwarzer Haubenlangur)

Eisbären

Zoo: Mindestanforderungen: 400 Quadratmeter Außengehege für ein Paar (plus verbindbare Einzelboxen von 12 Quadratmeter)

Streifgebiet in der Natur: Kein festes Revier; wandern bis zu 30 Kilometer am Tag und haben ein enormes Streifgebiet von mehreren hundert Meilen

Diese Mindestanforderungen für die Gehegegrößen in Zoos gelten seit 2014 und sind bisher kaum umgesetzt worden. Die meisten Zoos entsprechen – wenn überhaupt – noch immer den veralteten Empfehlungen des Säugetiergutachtens von 1996, das den Tieren noch sehr viel weniger Platz zugesteht.

Zoos sind viel zu klein und kein schöner Ort für Tiere. Bitte unterstützt  diese Tierquälerei nicht und informieren Sie auch Freunde und Bekannte über die Tierquälerei in Zoos.

 

Unterhaltung

Weil es gar nicht so lustig ist.

Delfinarium: die 3 größten Irrtümer über die Meereszoos

Delfine leiden in Gefangenschaft. Das ist nur einer von vielen Gründen, diese nicht zu besuchen.

Irrtum 1: Zoos lieben Delfine

Auf eine verdrehte Weise bestimmt, denn auch manche Gefängniswärter entwickeln auch eine Bindung zu „ihren“ Insassen. Der Mensch ist spätestens seit der fatalen Serie „Flipper“ von den scheinbar lächelnden, intelligenten Kleinwalen fasziniert. Das bedeutet aber nicht, dass er moralisch das Recht hat, hochintelligente, soziale Meeressäuger in enge Betonbecken einzusperren. Auch wenn diese für manche Zootreiber eine klingelnde Kasse einbringen.

Delfine brauchen den Ozean und keinen Swimmingpool

In freier Wildbahn legen Delfine täglich viele Kilometer zurück und können in Einzelfällen sogar mehrere hundert Meter tief tauchen. Sie jagen und orientieren sich mithilfe ihres Echolots. Sie senden eine Serie von Klicklauten aus; die Schallwellen treffen dann auf Objekte im Wasser, die daraufhin in Form eines Echos wieder an die Delfine zurückgegeben werden. In Meereszoos wird die Echolokation nicht benötigt, um die Umgebung zu erkunden oder Fische aufzuspüren. Also kann dieser Sinn kaum eingesetzt werden.

Foto: Talia Cohen

Ein Delfinarium kann nicht ansatzweise mit dem gewohnten Umfeld „Ozean“ mithalten – weder in der Größe, Tiefe, Vielfalt, im Artenreichtum oder im Nahrungsangebot. Auch Gezeiten, Sonne, Wellen und Strömungen sind kaum oder nicht vorhanden. In Freiheit leben Delfine in hochkomplexen, sozialen Beziehungen, die in Gefangenschaft nicht nachgestellt werden können. All dies stresst, langweilt und frustriert die gefangenen Tiere. Resultat sind häufig Aggressionen gegen Artgenossen, denen man nicht ausweichen kann, oder auch gegen Trainer. Traurigerweise ist die Konsequenz daraus für die Zoobetreiber nicht, eben keine Delfine zu halten, sondern die Tiere trotzdem einzusperren und sie sogar noch mehrmals am Tag unnatürliche Tricks aufführen zu lassen. Die Gefangenschaft macht sie oft körperlich und seelisch krank, sodass viele von ihnen mit dem Psychopharmakon Diazepam ruhiggestellt werden.

Irrtum 2: Delfinarien haben einen Bildungsauftrag

Das Einzige, was Jung und Alt im Delfinarium lernen, ist, wie sich Tiere, die im unendlich weiten Ozean zu Hause sind, in Gefangenschaft verhalten – und das ist ein wirklich trauriger Anblick, wenn man sich nicht von dem angeblichen „Lächeln“ der Tiere täuschen lässt, während sie zu Popmusik auf Pfiff in die Luft springen oder um toten Fisch betteln.

Nur wer Delfine im natürlichen Umfeld sieht, kann etwas über sie lernen

Um etwas über die majestätischen Delfine zu erfahren, sollte man sie in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Vor allem Kindern wird im Zoo ein völlig falsches Bild vermittelt. Der Besuch in einem Delfinarium lässt sie glauben, es wäre völlig in Ordnung, wilde, intelligente, soziale Tiere für die eigene Unterhaltung lebenslang einzusperren.

Irrtum 3: Zoos betreiben aktiven Artenschutz

Auch hier müssen wir euch enttäuschen. Viele Delfine in Delfinarien weltweit sind Wildfänge, die niemals in ihre Heimat zurück dürfen. Zum Beispiel in Taiji in Japan werden jedes Jahr die schönsten Delfine aus der Treibjagd gefangen und teuer an Delfinarien außerhalb der EU verkauft. Weniger schöne Familienmitglieder oder Freunde dieser Delfine werden dann meist getötet, und ihr Fleisch wird verkauft. Artenschutz geht anders: nur in der Heimat der Tiere.

Delfine in Gefangenschaft sterben früher

Die Lebenserwartung der Delfine in Gefangenschaft ist durchschnittlich deutlich geringer als in freier Wildbahn, und auch die Fortpflanzung funktioniert in Gefangenschaft nicht wirklich. Viele Delfinkälber sterben vor oder nach der Geburt in Gefangenschaft. Das Delfinarium in Duisburg ist hierfür das beste Beispiel. Hier starben überdurchschnittlich viele Delfine lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung und auch viele Delfinbabys. Seit der Eröffnung 1965 sind bereits über 60 Tiere frühzeitig in Gefangenschaft gestorben.

Außerdem erhalten Delfine in Gefangenschaft häufig Medikamente und Psychopharmaka, um ein Leben inmitten der trostlosen Betonwände erträglich zu machen.

 

Euch ist nun klar, dass Delfine in Gefangenschaft leiden, aber Zoos im Allgemeinen werden schon noch klar gehen? Leider nicht. Informiert euch weiter über die Folgen für Tiere in Zoos.